Die Folgen der Niedrigzinspolitik – Rettet der Sparer die Währungsunion?

03. Juni 2020

BürgerUniversität Coesfeld

Zeitraum
03.06.2020
19:00 Uhr

Ort
WBK – Wissen Bildung Kultur, Osterwicker Str. 29, 48653 Coesfeld

Veranstalter/-in
Ernsting’s Family Stiftungsprofessur für Mikrosoziologie an der FernUniversität in Hagen

Referent/-in
Prof. Dr. André Schmidt
wurde 1967 in Erfurt geboren. Nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Hohenheim und seiner Promotion habilitierte er sich an der Georg-August-Universität in Göttingen. Nach Vertretungsprofessuren an der Ruhr-Universität in Bochum und an der Universität in Kassel wurde er auf den Lehrstuhl für Internationale Wirtschaftspolitik an die EBS Universität für Wirtschaft und Recht in Oestrich-Winkel berufen. Im Jahr 2008 nahm er den Ruf auf den Lehrstuhl für Makroökonomie und Internationale Wirtschaft an die Universität Witten/Herdecke an. Darüber hinaus bekleidet er eine außerordentliche Professur für Economics an der EBS Universität für Wirtschaft und Recht sowie Gastprofessuren an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken und an der Aldo-Moro-Universität in Bari. Seine Forschungsgebiete umfassen vor allem internationale Wirtschaftspolitik und die ökonomischen Aspekte der europäischen Integration.

Moderation
Prof. Dr. Dorett Funcke

Seit 2010 befindet sich die Eurozone im Krisenmodus. Entgegen den allgemeinen Erwartungen hat die gemeinsame Währung nicht zu einer stärkeren Annäherung der Volkswirtschaften geführt, sondern sie hat die makroökonomischen und institutionellen Divergenzen zwischen ihnen massiv erhöht, was sich an der Schulden- und Bankenkrise zeigte. Bis heute hat die Politik auf diese Herausforderung noch keine geeignete Antwort gefunden. Die europäische Währungsunion bleibt eine Dauerbaustelle. Der Europäischen Zentralbank (EZB) verblieb als einziger Institution die undankbare Aufgabe, mittels unkonventioneller Geldpolitik die Währungsunion – die kurz vor dem Zusammenbruch stand – zusammenzuhalten. Daran hat sich auch bis heute nichts geändert. Noch immer garantiert die EZB mittels Negativzinsen die Zahlungsfähigkeit einiger Mitgliedstaaten und deren maroder Banken. Allerdings ist fraglich, wie lange diese Politik noch nachhaltig den Fortbestand der Währungsunion sichern kann, da die negativen Folgen dieser Politik nun mehr und mehr offen zu Tage treten. Die Niedrigzinsen gefährden die Geschäftsmodelle der Geschäftsbanken, enteignen Sparer und lassen eine risikofreie Altersvorsorge unmöglich werden. Im Rahmen des Vortrags sollen die Ursachen der Dauerkrise in der Währungsunion genauer untersucht und die Fragen nach den zukünftigen Perspektiven erörtert werden.

Die Vorlesung ist öffentlich, alle Interessierten sind willkommen.

Gerd Dapprich | 26.02.2020