Was hat Theater in der Psychiatrie verloren?

05. Februar 2020

BürgerUniversität Coesfeld

Zeitraum
05.02.2020
19:00 Uhr

Ort
WBK – Wissen Bildung Kultur, Osterwicker Straße 29, 48653 Coesfeld

Veranstalter/-in
Jun.-Prof. Dr. Dorett Funcke, Ernsting’s family-Junior-Stiftungsprofessur für Soziologie familialer Lebensformen, Netzwerke und Gemeinschaften an der FernUniversität in Hagen

Referent/-in
Annemaria Köhler, M.A.
(FernUniversität in Hagen)
ist seit 2015 Doktorandin der Ernsting’s family-Junior-Stiftungsprofessur für Soziologie familialer Lebensformen, Netzwerke und Gemeinschaften der FernUniversität in Hagen. An diesem Arbeitsbereich war sie nach ihrem Studium in Jena als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Klinische Soziologie, Fallrekonstruktive Forschung, Familiensoziologie und Identitätstheorie.

Moderation
Jun.-Prof. Dr. Dorett Funcke

Auskunft erteilt
Barbara Thesing

Vortrag

Seit der Antike wird dem Theater mit dem Begriff „Katharsis“ eine Wirkung auf das psychische Befinden zugeschrieben: Im Betrachten eines tragischen Stückes können Gefühle ausgelöst und durchlebt werden, sodass sich die Zuschauenden danach geläutert oder gereinigt fühlen. An diese und ähnliche Überlegungen zur Wirkung von Theater wurde seit dem 20. Jahrhundert vermehrt angeknüpft, was dazu führte, dass Theaterspielen in pädagogischen oder therapeutischen Bereichen zum Einsatz kam. Doch obwohl das Theaterspielen einen solch hohen Einfluss auf den Gemütszustand zu haben scheint, gehört es bis heute nicht zu den selbstverständlichen und gängigen Behandlungsmethoden in Psychiatrien.

Im Vortrag von Annemaria Köhler werden Ergebnisse ihres Forschungsprojektes vorgestellt. Es wird insbesondere um die Frage gehen: Wie kam es dazu, dass Theater in psychiatrische Einrichtungen aufgenommen wurde und wie wird Theatertherapie konkret gestaltet? Um diese Frage zu beantworten, werden zwei Einrichtungen vorgestellt, die Theater in ihre Behandlung aufgenommen haben. Die Referentin wird zeigen und erläutern, dass Theatertherapien in beiden Psychiatrien ganz unterschiedlich durchgeführt werden. Und trotz der Unterschiede ist ihnen etwas gemeinsam: Sie verstehen das Theater als eine einzigartige Möglichkeit, soziales Miteinander zu vollziehen.

Die Veranstaltung ist öffentlich, alle Interessierten sind willkommen


Gerd Dapprich | 13.09.2019