Online-Vortrag: „Neue Welt – neue Karten um 1500?”

19. Mai 2021

Wissenschaftsgespräche

Zeitraum
19.05.2021
(16 bis 17:30 Uhr)

Ort
Online via Zoom

Referent/-in
Prof. Dr. Felicitas Schmieder 
FernUniversität in Hagen, Historisches Insititut
Lehrgebietsleiterin Geschichte und Gegenwart Alteuropas

Um einen historischen Blick auf Kartografie geht es beim nächsten Wissenschaftsgespräch der FernUniversität in Hagen. Am Mittwoch, 19. Mai, spricht Prof. Dr. Felicitas Schmieder über das Thema „Neue Welt – neue Karten um 1500?”. Alle Interessierten sind eingeladen, sich via Zoom zum Online-Vortrag zuzuschalten. Die Teilnahme ist kostenlos, eine vorherige Anmeldung nicht erforderlich.

Zur Zoom Veranstaltung

Ausrichterin ist die Fakultät für Kultur und Sozialwissenschaften der FernUniversität. Die Veranstaltung findet unter dem Dach des Hagener Forschungsdialogs statt.

(Login-Daten für Zoom: Meeting-ID: 858 4628 0468 / Kenncode: 52082545)


Abstract zum Vortrag

Der 12. Oktober 1492 gilt traditionell als Epochenumbruch: eine neue Welt wurde „entdeckt“ und die alte Welt sollte nie mehr sein, was sie gewesen war. Neue Karten, Globen gar, sprengten sichtbar die mittelalterlich-finstere Vorstellung von der Scheibe, um die sich alles drehte. Das mögen Stereotype sein, aber sie leiten unser Denken gerade bei einer lieb gewordenen Epochengrenze, auf der ja nicht zuletzt ein Gutteil Wissenschafts-Systematik aufsitzt. Näheres Hinsehen lohnt sich – aber auch die Frage, weshalb gerade beim Thema Epochenjahr 1492 so viel Resilienz zu verzeichnen ist: Jeder Historiker wird zugeben, dass man Epochengrenzen immer wieder reflektieren muss – aber Fakten sind doch Fakten, und Amerika war doch nun mal vor 1492 unbekannt, oder etwa nicht? Am Beispiel der Karten – die ein offensichtlich veraltetes Weltbild gezeigt hatten und die epochale Wende vollziehen mussten – wird gefragt, wie eigentlich was verarbeitet wurde, was dabei sichtbar wurde und wird – und nicht zuletzt wieviel von dieser Vorstellung von einem epochalen Einschnitt Kontexten entstammt, die erst Jahrhunderte nach 1492 das Urteil beeinflussen konnten.

Benedikt Reuse | 11.05.2021