Lesung und Diskussion: Hotel Dellbrück – Ein Generationenroman

16. März 2022

Lüdenscheider Gespräche

Zeitraum
16.03.2022, 18:00 Uhr

Ort
Kulturhaus Lüdenscheid, Freiherr-vom-Stein-Str. 9, 58511 Lüdenscheid

Veranstalter/-in
Institut für Geschichte und Biographie

Referent/-in
Prof. Dr. Michael Göring
1956 geboren, studierte Anglistik, Geographie, Amerikanistik und Philosophie und promovierte 1986 im Fach englische Literaturwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Seit 2000 lehrt er zusätzlich als Honorarprofessor Stiftungswesen am Institut für Kultur- und Medienmanagement der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg. Er ist Vorsitzender des Vorstands der ZEIT-Stiftung und war von 2014 bis 2018 Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen und Autor. Er ist Autor mehrerer Sachbücher und biographischer Romane, wie „Spiegelberg – Roman einer Generation“ und „Hotel Dellbrück“.

Moderation
PD Dr. Eva Ochs, FernUniversität

Auskunft erteilt
Eva Engelhardt

Dezember 1938: Sigmund, 15 Jahre alt, sitzt im Zug nach England. Sigmund ist Jude, Waisenkind, aufgewachsen im Hotel Dellbrück, dem Bahnhofshotel einer westfälischen Kleinstadt. Mit dem Kindertransport kommt er nach Cornwall, wo er von einem methodistischen Ehepaar aufgenommen wird. Hier überlebt er den Krieg und den Holocaust, studiert und wird Lehrer. 1949 entscheidet sich Sigmund für die Rückkehr nach Deutschland. Er unterrichtet an derselben Schule, an der er zwölf Jahre zuvor als "Judenlümmel" schikaniert wurde. Sigmund heiratet Maria, die Tochter des Hoteliers Tono Dellbrück, mit der er vor seiner Flucht nach England aufgewachsen ist. Doch Sigmund fällt es schwer, im Nachkriegsdeutschland heimisch zu werden. Auch sein Sohn Friedemann, der 1955 auf die Welt kommt, ist lange auf der Suche nach Heimat und Bindung. Nach dem Abitur fährt er 1975 mit dem Magic Bus das erste Mal nach Indien, später lebt er eine Zeit lang in Poona und zieht Anfang der 1990er-Jahre mit seiner Freundin Cleo nach Australien. Der Ankerpunkt in Deutschland bleibt das Hotel Dellbrück.

Michael Göring zeichnet mit seinem Roman „Hotel Dellbrück“ die Geschichte einer Familie über zwei Generationen nach: Wie sehr prägt das Schicksal des jüdischen Vaters, der zwischen Schuld- und Hassgefühlen nicht zur Ruhe kommt, den Sohn Frido? Wo findet man Heimat?

Die Lüdenscheider Gespräche finden im Kulturhaus Lüdenscheid statt. Es gelten die aktuellen Corona-Regeln, siehe auch hier.

Eine Anmeldung ist erforderlich bei Eva Engelhardt, E-Mail: eva.engelhardt

Gerd Dapprich | 14.01.2022