Beef, Bohnen, Brühe - und Petit Fours! Eine politische Geschichte der Kalorie

18. Oktober 2022

Vortrag im Rahmen der Geschichtswoche

Zeitraum
18.10.2022, 18:15 Uhr

Ort
Gebäude 2 (Seminargebäude), Raum 1+2, FernUniversität, Universitätsstraße 33, Hagen

Veranstalter/-in
Historisches Institut

Referent/-in
Dr. Nina Mackert
Lehrgebiet Geschichte der Europäischen Moderne (Prof. Dr. Alexandra Przyrembel)
Gender-Gastprofessorin

So allgegenwärtig die Nahrungskalorie (noch?) in gegenwärtigen Diätratgebern ist, so wenig war bei ihrer Einführung im späten 19. Jahrhundert vom Abnehmen die Rede. Ernährungswissenschaftler suchten experimentell zu ergründen, wie viele Kalorien ein menschlicher Körper für welche Leistung brauchte. Reformerinnen lehrten Arbeiterfamilien, möglichst wenig Geld für möglichst viele Kalorien auszugeben. Erst einige Dekaden später wurde das Kalorienzählen als Diätmethode der Mittelklasse populär und zu einer Praxis, die weniger von Austerität als vielmehr von der Pflicht und Freiheit gekennzeichnet war, sich in der entstehenden Konsumgesellschaft selbst zu führen. Der Vortrag wirft Schlaglichter auf den Weg der Kalorie aus den Laboren der Ernährungswissenschaften in die alltäglichen Routinen von Menschen und zeigt, wie politisch Kalorienzählen ist.

Teilnahme Via ZOOM

Meeting-ID: 665 8861 8498 / Kenncode: 01548380


Benedikt Reuse | 18.10.2022