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Dr. Juliane Spitta - „Breaking Europe - Identität und Krise des sozialen Bandes in Europa“

„BürgerUniversität Coesfeld“ / Hagener Forschungsdialog

Termin: 17.10.2018

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Europa kommt nicht zur Ruhe. Es gelingt den Narrationen kollektiver Subjektivierung immer weniger, mit den politischen Transformationen Schritt zu halten. Das Ausmaß der Diskrepanz zwischen Politik und politischer Imagination ist eklatant. Das Gespenst des Scheiterns hat die EU zwar seit Gründungstagen begleitet, die schwierige Lage der politischen Ordnung hat heute dennoch eine neue Dimension erreicht. Darüber hinaus konnte im Schatten der offiziellen Politik, die mehr und mehr zu einer postdemokratischen Inszenierung nationaler Wettbewerbsstaaten wurde, ein neuer Typ des Rechtsautoritarismus entstehen, der ein Rollback von Nationalismus und Sozialchauvinismus mit sich brachte.

In der Folge wird heute allerorts zur Rettung Europas aufgerufen und gefordert, das soziale Band zu stärken, indem die Grundfesten europäischer Identität (wieder) in den Blick genommen werden. Was jedoch, wenn es dem Europadiskurs gar nicht an Identitätsoffensiven fehlt? Könnte der Versuch, den Abstand zwischen Politik und Imagination zu überbrücken, selbst Teil des Problems sein, wenn die Suche nach europäischer Identität auf historischen Idealisierungen gründet?

Juliane Spitta, Dr. phil, Jahrgang 1977, unterrichtet Philosophie und Politikwissenschaften in Berlin. Forschungs- und Publikationsschwerpunkte: Theorien der Gemeinschaft, Postmarxismus und Dekonstruktion, politische Philosophie und Erinnerungstheorie. Aktuelle Themen: Europa zwischen Emanzipation und nationalistischem Rollback.


videostreaming | 26.10.2018
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