Illustration

Mode als Strukturprinzip der Moderne

Prof. Dr. Hubertus Busche

Termin: 20.03.2019

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Seit dem 17. Jahrhundert verfestigt sich der Eindruck, dass nahezu alle Bereiche der Gesellschaft zunehmend von einer Herrschaft des Modischen ergriffen werden. „Die Dinge haben ihre Periode, und sogar die höchsten Eigenschaften sind der Mode unterworfen“, schreibt Gracián 1647. „Alles wird von der Mode geregelt“, ergänzt La Bruyère 1688. Wenn es aber Moden nicht nur der Kleidung, der Frisur oder des Wohnens gibt, sondern auch Moden in den Wissenschaften, in der Kunst, in der Politik, in der Philosophie oder sogar in der Religion - d.h. gerade in Bereichen, die doch eigentlich ‚feste Prinzipien‘ gegen den periodischen Wechsel des Zeitgeistes verteidigen -, scheint Mode einerseits ein temporal strukturierendes Prinzip moderner Gesellschaften zu sein, das einen ähnlich hohen Stellenwert hat wie die funktionale Differenzierung, zumal es durch die Kommerzialisierung vorangetrieben wird. Andererseits scheint durch die Herrschaft der Moden die autonome Sachlogik der geistigen Bereiche gefährdet zu werden; denn während es etwa bei der Kleidung erlaubt bzw. geboten ist, mit der Mode zu gehen, ist das Modische nicht nur in den Wissenschaften zu Recht verpönt.

Aus dieser Sachlage ergeben sich zahlreiche Fragen, von denen der Vortrag einige entwickelt und zu beantworten sucht.

videostreaming | 21.03.2019
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