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Am Fach interessiert?

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Was ist Controlling?

Controlling ist eine Querschnittsfunktion und aus der Wirtschaftspraxis nicht mehr weg zu denken.

Controller sind jedoch keine Kontrolleure oder gar Erbsenzähler. Controller unterstützen die Führungskräfte bei der Zielbildung. Sie tragen Informationen zusammen, die die Führungskräfte für eine Entscheidungsfindung benötigt, sie planen und überwachen die Erfüllung der Pläne, sie koordinieren einzelne Führungsebenen untereinander, so dass die Unternehmensziele effizient erreicht werden.

Kurz gesagt, Controller unterstützen die Führungskräfte und tragen mit ihrer Tätigkeit entscheidend zum Gelingen der zielorientierten Steuerung der betrieblichen Prozesse im Unternehmen bei.


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Wer braucht Controlling?

Controller werden überall dort benötigt, wo Führungskräfte Unterstützung brauchen, wo Informationen zur Entscheidungsfindung erhoben werden müssen und wo Planung und die Kontrolle der Erfüllung der Pläne zur Ausrichtung der Organisationsaktivitäten auf das Organisationsziel notwendig sind.

Das ist in fast allen Bereichen der privaten Wirtschaft sowie in vielen Bereichen der staatlichen und der sonstigen Organisationen notwendig. Controller sind flexibel unter Berücksichtigung der jeweils lokalen Kontextfaktore.


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Warum Controlling studieren?

Der Controlling-Begriff läßt sich auf das englische Verb "to control" zurückführen, das in der deutschen Übersetzung eine nuancierte Bedeutung besitzt. Hierzu gehört ebenso die naheliegende Übersetzung mit dem deutschen Begriff "Kontrolle" als auch die etwas subtileren Übersetzungen "etwas lenken", "etwas steuern" oder "etwas im Griff/unter Kontrolle haben".

Während die erstgenannte Übersetzung zum teilweise "zwiespältigen" Ruf des Controllings als vermeintliche Überwachungs- und Kontrollabteilung im Unternehmen beigetragen hat, treffen die nachfolgenden Übersetzungen den Kern des Controllings deutlich besser.

Studieren sollten Sie das Fach Controlling, wenn Sie Interesse daran haben, wie man ein Unternehmen steuern kann. Hierfür wird oft das Sinnbild des Navigators oder Steuermanns verwendet, der "sein Schiff", das Unternehmen, durch die "tosende See des Wettbewerbs", im "Sturm der Krise" aber gelegentlich auch nur im "seichten Gewässer des unternehmerischen Alltags" zum Ziel der Reise lenken soll.

Zu diesem Zweck muss der Controller das Schiff "Unternehmen" im Griff bzw. unter Kontrolle haben. Er muss das Unternehmen kennen, so dass er voraussagen kann, welche Konsequenzen bestimmte Entscheidungen für die Reise haben (Planungsfunktion). Notfalls muss er die hierzu notwendigen Informationen mit seinem Instrumentarium erst noch beschaffen (Informationsfunktion). Er sollte Sorge dafür tragen, dass einzelne Aufgaben an Bord oder ggf. in einem Flottenverband aufeinander abstimmt sind, um unbeschadet das Ziel der Reise zu erreichen (Koordinationsfunktion).

Der Controller bestimmt, wie der Navigator oder Steuermann, dabei nicht das Ziel der Reise. Diese Aufgabe bleibt dem Kapitän oder Reeder (im Unternehmen dem Management oder den Anteilseignern) überlassen. Auch über den Kurs zum Ziel entscheidet letztlich der Kapitän, wobei der Steuermann/Navigator aufgrund seiner Fachkenntnis vor "Untiefen" warnen oder die seiner Ansicht nach besten Route vorschlagen kann (Unterstützungsfunktion). Ein guter Kapitän oder Reeder wird dabei sowohl bei der Zielbestimmung als auch bei der Ausarbeitung der Passage auf seinen Navigator hören, so wie ein gutes Management auf die Meinung seines Controllers hören sollte.

Die Analogie lässt sich folgendermaßen zusammenfassen:

Sie sollten Controlling studieren, wenn Sie

  • wissen möchten, wie man ein Unternehmen in den unterschiedlichen Bereichen steuern kann,
  • in Zusammenarbeit mit dem Management, die Ausarbeitung der Zielsetzung des Unternehmens/einer Abteilung beeinflussen möchten,
  • in Zusammenarbeit mit dem Management, die Pläne zur Erreichung der Unternehmens-/Abteilungsziele erarbeiten wollen,
  • bereit sind, die Pläne bei ihrer Umsetzung in die Realität zu begleiten, um bei Planabweichungen die entsprechenden Maßnahmen zu ergreifen,
  • Interesse daran haben, notwendigen Informationen zur Vorbereitung von Zielsetzungen und Steuerungsentscheidungen zu beschaffen, aufzubereiten und zu anlysieren.

Sie sollten Controlling nicht studieren, wenn Sie

  • Controlling für Erbsenzählerei halten oder
  • Controlling als Geheimdienst und Überwachungsorgan im Unternehmen verstehen.

Michael Holtrup | 01.03.2018
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, Lehrstuhl für BWL, insb. Unternehmensrechnung und Controlling, 58084 Hagen