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Prof. Thomas Feltes - „Die „German Angst“: Woher kommt sie, wohin führt sie? Warum wir Deutsche uns so unsicher fühlen, obwohl wir in einem der sichersten Länder auf der Welt leben“

„BürgerUniversität Coesfeld“ / Hagener Forschungsdialog

Termin: 09.10.2019

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Innere Sicherheit wird zunehmend als „gefühlte Sicherheit“ gehandelt. Angst vor Straftaten erscheint
wichtiger als „tatsächlich Opfer zu werden“. Im Ausland wird „German Angst“ als typisch deutscher Charakterzug
verstanden, als „Deutsche Krankheit“.
Dabei haben weder die statistische Entwicklung der Kriminalität noch die eigenen Erfahrungen Einfluss
auf diese Angst, die eher allgemeine gesellschaftliche Ängste und Verunsicherungen widerspiegelt, die
wiederum hervorgerufen werden durch Marginalisierungen, zunehmenden ökonomischen Druck sowie eine generelle Zukunft
sangst. Diese Ängste fokussieren sich auf Kriminalität und stellen eine Gefahr für unsere Demokratie dar,
müssen aber von der „Verbrechensfurcht“ gelöst werden. Durch Transformationsprozesse und
Umbrüche in der modernen Gesellschaft entsteht eine undurchsichtige, negative Gefühlswelt, diffuse Existenz- und
Abstiegsängste überlagern sich und entwickeln sich zu einem unbestimmten Bedrohungsgefühl. Diese „wabernde Angst“,
dieses „Treibsand-Gefühl“ durchzieht unseren Alltag und legt sich wie ein Nebelschleier über unsere Wahrnehmungen.

Prof. Dr. Thomas Feltes ist Jurist und Sozialwissenschaftler und seit 2002 Inhaber des Lehrstuhls für Kriminologie,
Kriminalpolitik und Polizeiwissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum. Von 1992 bis 2002 war er
Rektor der Hochschule der Polizei in Baden-Württemberg. Feltes ist als internationaler Experte seit mehr
als 30 Jahren für UN, EU, Europarat, Interpol, FBI, OSZE u.a. tätig. Seit Januar 2018 ist er beim Europarat
der deutsche Vertreter im Europäischen Komitee zur Verhinderung von Folter.

videostreaming | 28.05.2020
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