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Klausur als Lebensform

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Thema:

Klausur als Lebensform. Das vormoderne Kloster zwischen Lebensraum und Vorstellungswelt. Seminar in Verbindung mit der Ausstellung: "Die Zisterzienser. Das Europa der Klöster" im RLM Bonn

Veranstaltungstyp: Präsenzveranstaltung
Adressatenkreis: BA KuWi: Modul G2; Modul G3; Modul G5; MA EuMo: Modul 2E; MA GeEu: Modul II; offen für alle Geschichtsstudierenden
Ort: Bonn
Adresse: Regionalzentrum Bonn
Termin: 08.12.2017 bis
10.12.2017
Zeitraum: Freitag 16:00 Uhr - Sonntag 13:00 Uhr

Leitung: Dr. Uta Kleine
Christiane Eilers B.A.
Anmeldefrist: bis 14. Oktober 2017
Anmeldung: Online-Anmeldung
Auskunft erteilt: E-Mail: Dr. Uta Kleine
Telefon: +49 2331 987- 4752
E-Mail: Irmgard Hartenstein
Telefon: +49 2331 987- 4752

In den funktional geteilten Gesellschaften der Vormoderne war das Kloster eine zentrale soziale Institution. Die Vita regularis, das geordnete Zusammenleben unter einer gemeinsamen Regel (ordo), wirkte modellbildend. Die Idee der Klausur (claustrum=das Abgeschlossene) war ein fester Bestandteil der meisten Ordensregeln und formte den Namen der Sache. In der geforderten Strenge war sie gleichwohl niemals vollständig realisierbar, und so war und blieb die monastische Lebensform gekennzeichnet durch die Ambivalenz von Schließung und Öffnung. Dem Streben nach einem Rückzug aus der Welt durch geistliche Selbstvervollkommnung in Gebet und Gehorsam stand der Drang nach dem Wirken in der Welt gegenüber, durch die Vermittlung von Glauben und Bildung, durch die Produktion von Büchern und Kunsthandwerk und durch die Pflicht zur Fürsorge für die Armen und Schwachen. In dieser Doppelrolle waren und blieben Klöster immer auch potente Herrschaftszentren und Wirtschaftsbetriebe, die – als gedachte Gegenleistung für das stellvertretende Gebet - Arbeitskraft und -ertrag der ‚kämpfenden‘ bzw. ‚arbeitenden‘ Mehrheit abschöpfte. Obwohl lange Zeit einer gesellschaftlichen Elite vorbehalten, übte die monastische Lebensform gleichwohl einen bedeutenden Einfluss auf die Gesellschaft als Ganze aus: Das strenge Zeitregime, die Verbindung von egalitären und hierarchischen Strukturen und die Tugenden der Askese, des Gehorsams und des Liebesgebots gegen Ordensbrüder,- schwestern und Fremde galten auch außerhalb der Klostermauern als vorbildhaft; sie überstrahlten über Jahrhunderte die unausweichlich eintretenden Momente des ‚Abfalls‘ vom strengen Ordensgebot. Für beides – Glanz und Zwielicht, spirituelles Ideal und pragmatische Wirklichkeit – legen die Quellen reichlich Zeugnis ab.

Ziel des Seminars ist es, die vielen Facetten des Themas anhand von grundlegender Literatur und Quellenzeugnissen zu beleuchten, wobei den Bildzeugnissen ein besonderes Gewicht beigemessen werden soll.

Beiträge zum Seminar in Form von Kurzreferaten zu ausgewählten Sachthemen bzw. von Einführungen in die zu behandelnde Literatur und Quellen sind ein wichtiger Bestandteil des Ablaufes. Hinweise zu den möglichen Themen und zur vorbereitenden Lektüre werden auf einer Moodle-Plattform, zu der Sie nach der Anmeldung zugelassen werden, bekannt gegeben. Bitte setzen Sie sich dann zwecks Vereinbarung des Referats möglichst rasch mit der Seminarleiterin in Verbindung.

Im Rahmen des Seminars werden wir gemeinsam die Ausstellung „Die Zisterzienser. Das Europa der Klöster“ im RLM Bonn besuchen. Eine Führung ist gebucht, die anfallenden Kosten hierfür werden vor Ort auf die Teilnehmer/innen umgelegt.

Zur Seminarvorbereitung ist von allen zu lesen:
Georg Schweiger/Manfred Heim, Orden und Klöster. Das christliche Mönchtum in der Geschichte, München 2002 (Beck Wissen, Neupreis €8,95), bes. die Kap. I-V.

Das Seminar ist nicht teilnahmebeschränkt; wir sind aber wegen der Organisation des Seminarablaufes und des Museumsbesuches auf Ihre verbindliche Zusage bzw. (im Notfall) auf Ihre rechtzeitige Absage angewiesen. Bitte überlegen Sie daher mit aus Rücksicht auf alle Beteiligten vor der Anmeldung ernsthaft, ob Sie wirklich teilnehmen können und wollen.
Eine Bestätigung Ihrer Anmeldung und den Moodle-Zugang geben wir Ihnen nach Ablauf der Anmeldefrist bekannt.

Christiane Eilers | 20.11.2017
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, Historisches Institut, LG Geschichte und Gegenwart Alteuropas, 58084 Hagen