Onlineseminar
- Thema:
- Techno-Faschismus und Bildung: Wie digitale Technologien die Demokratie aushöhlen
- Semester:
- Wintersemester 2026/27
- Zielgruppe:
- BA BiWi: Modulübergreifend; Studierende der Bildungswissenschaft
- Ort:
- Online
- Termin:
- 06.11.2026
bis
16.01.2027 - Zeitraum:
- Fr., 06.11.2026, 18:00 – 20:00 Uhr
Sa., 28.11.2026, 09:30 – 13:00 Uhr
Sa., 16.01.2027, 09:30 – 13:00 Uhr - Leitung:
- PD Dr. Markus Deimann
- Hinweis:
- Veranstaltung wird als Seminar im Sinne der Studienordnung anerkannt. Es wird eine Teilnahmebescheinigung ausgestellt.
Wenn Elon Musk auf der Bühne eine Geste zeigt, die viele als faschistisches Symbol deuten, wenn Tech-Milliardäre ohne demokratische Legitimation staatliche Institutionen umbauen und wenn Algorithmen politische Meinungsbildung steuern, dann stellt sich eine unbequeme Frage: Haben wir es hier mit einem neuen Faschismus zu tun?
Der Begriff „Techno-Faschismus" beschreibt eine autoritäre Dynamik, in der digitale Infrastrukturen demokratische Prozesse nicht ergänzen, sondern verdrängen. Effizienz schlägt Verantwortung, Automatisierung ersetzt Urteilsvermögen, affektive Mobilisierung tritt an die Stelle politischer Deliberation. Was im Silicon Valley seinen Ursprung hat, reicht längst in alle gesellschaftlichen Bereiche hinein und damit auch in Schulen, Hochschulen und Weiterbildungseinrichtungen.
Das Seminar besteht aus drei aufeinander aufbauenden Sitzungen. In der ersten Sitzung entwickeln wir gemeinsam ein analytisches Verständnis des Konzepts „Techno-Faschismus". Dabei wird auf aktuelle Forschungsliteratur zurückgegriffen, die die ideologischen Wurzeln dieser Entwicklung freilegt, vom Cyberlibertarismus der 1990er-Jahre bis zur heutigen Verflechtung von Big Tech und autoritärer Politik. Aus dekolonialer Perspektive wird gefragt, wessen Wissen und wessen Daten in digitalen Systemen zählen. In der zweiten Sitzung erfolgt ein Praxistransfer: Welche Spuren von Techno-Faschismus lassen sich in digitalen Bildungsinfrastrukturen, in KI-gestützten Lernplattformen oder im Umgang mit Daten erkennen? Die dritte Sitzung ist ganz der Frage gewidmet, was Bildungspraktiker/innen dagegen tun können, von kleinen Schritten im eigenen Arbeitsalltag über technische Alternativen bis hin zu bildungspolitischen Forderungen.
Im Online-Seminar kommen kurze Inputs, Kleingruppenarbeit, Fallvignetten und ausführliche Diskussionsrunden zum Einsatz. Zwischen den Sitzungen bearbeiten die Teilnehmenden jeweils einen kurzen Arbeitsauftrag (ca. eine halbe Seite) zu einem Beispiel aus der eigenen Praxis; wer noch keine Berufspraxis hat, kann auf ein bereitgestelltes Beispiel zurückgreifen. Zur Vorbereitung stehen vorab digitale Wissensbausteine zur Verfügung, besondere Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Da die Sitzungen aufeinander aufbauen, wird die Teilnahme an allen drei Terminen erwartet.
Als Grundlagenliteratur werden Auszüge aus folgenden Texten behandelt:
- Deimann, M. (2025). Techno-Faschismus – Wie digitale Technologien die Demokratie aushöhlen. Medienimpulse, 63(4). doi: 10.21243/mi-04-25-07
- Coeckelbergh, M. (2026). Technofascism: AI, Big Tech, and the new authoritarianism. AI & Society. doi: 10.1007/s00146-026-02862-9
Weitere Hinweise erfolgen nach der Anmeldung (Markus.Deimann@rub.de).
Anmeldung bitte direkt über: Markus.Deimann@rub.de