Modul 25203

 

G3: Geschichte und Anthropologie: Vormoderne Lebenswelten [PRAXIS]

 

Auf einen Blick

Belegnummer 25203
ECTS 15
Workload 450 Std.
Kosten 165 €
Angebotshäufigkeit Jedes Semester
Material Print und Online
Betreuung moodle Lernumgebung
Prüfung Hausarbeit/ Praxis-Hausarbeit/ Portfolio/ Mündliche Prüfung

Modul belegen

LE1: Familie und (weitere) Verwandtschaft sind heute wie in alteuropäischer Zeit ein Grundpfeiler sozialen Lebens – allerdings sind die Formen und das Verständnis dessen, was Verwandtschaft und Familie sei, wesentlich variabler, als das modernem Vorstellungsvermögen zu entsprechen pflegt. Entsprechend vielfältig sind die Funktionen von verwandtschaftlichen Beziehungen, die als „weiche“ Faktoren in die hohe Politik hinein spielten. Aufgeteilt auf drei Kurseinheiten widmet sich Lerneinheit (LE1) zunächst „Familie und Verwandtschaft in der griechischen und römischen Antike“ (KE 1). Anschließend soll es um Mittelalter und Frühe Neuzeit gehen: Nach einem breit gefächerten Überblick über verschiedenste Formen und Funktionen von Verwandtschaft und Familie in Lateineuropa (KE 2) wird in unterschiedlichen Fallstudien der Umgang des Adels – als einer verhältnismäßig gut in den Quellen greifbaren gesellschaftlichen Großgruppe – mit Verwandtschaft und Familie punktuell vertieft (KE 3). Ein Schwerpunkt liegt hierbei auf den Frauen, die als mobile Brücken zwischen den Clans und Sippen, als Außenposten des eigenen Netzwerks, als Spezialistinnen für die Verwandtschaftskonstitution und -pflege die eigentlichen Trägerinnen von Verwandtschaft und Familie waren. Der Kritik der Quellen, die über die Jahrhunderte sehr unterschiedliche Formen annahmen, wird dabei besonderes Augenmerk gewidmet. Ebenso werden auch Datenbanken in der Lerneinheit exemplarisch vorgestellt, da diese sich zur Aufbereitung einiger dieser Quellensorten und als Grundlage für die Netzwerkforschung besonders eignen, und bereits seit längerem in ganz unterschiedlicher Weise in der Forschung herangezogen werden. Hierbei schauen wir am Beispiel der mittelalterlichen Rus‘ beispielhaft auf Verbindungen über die Grenzen des lateineuropäischen Kulturkreises hinaus, die durch verwandtschaftliche Beziehungen etabliert und gepflegt werden konnten.

LE2: Die Lerneinheit vermittelt einen breit angelegten Überblick über die soziale Praxis der Heiligenverehrung und ihre Auswirkungen auf Frömmigkeit und Alltagshandeln. In Form eines Readers bietet sie Auszüge aus der internationalen Forschungsliteratur und eine kommentierte Quellendokumentation mit Erschließungsfragen zu folgenden Schwerpunkten: Formierungen des Heiligenkultes in der Spätantike; Entfaltung der Heiligenverehrung im Mittelalter; Bruch mit traditionellen Formen in der Reformation; Entzauberung, Modernisierung, Kontrolle im 17./18. Jahrhundert; Staatliche Disziplinierung und katholische Erneuerung im 19. Jahrhundert.

LE3: Diese Lerneinheit zielt auf eine historische Relativierung des modernen Arbeitsbegriffs, wie er für das 19. und 20. Jahrhundert typisch ist. Im Spiegel exemplarischer Zeugnisse werden zum einen die andersartigen Felder und Formen der Arbeit in vorindustriellen Gesellschaften beleuchtet. Zum anderen wird die unterschiedliche soziale und kulturelle Bewertung der Arbeit herausgearbeitet. Dadurch wird deutlich, dass unsere ‚moderne‘ Vorstellung der Arbeit als zweckgerichtete marktvermittelte Erwerbstätigkeit im Rahmen klar abgegrenzter Berufe mit eindeutigen Einkommensansprüchen den vorangehenden Epochen grundsätzlich fremd gewesen ist.

 
  • Einheit Titel Vorschau
    LE1: Formen und Funktionen von Verwandtschaft und Familie in Antike, Mittelalter und Früher Neuzeit PDF
    LE2: Leben mit den Heiligen. Frömmigkeit und Gesellschaft zwischen Spätantike und Aufklärung PDF
    LE3: Arbeit im vorindustriellen Europa PDF

    Zugang zu den Lernmaterialien und weiteren studienrelevanten Informationen sowie Kontakt zu den Betreuenden und den Mitstudierenden erhalten Sie in der Moodle-Lernumgebung des Moduls.
    Die Lernumgebung wird zu Beginn des Semesters für die Beleger*innen des Moduls automatisch geöffnet.

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  • Die Studierenden

    • kennen grundlegende Strukturen und Institutionen der vormodernen Gesellschaften Europas und deren Entwicklung: Arbeit und Auskommen, Haushalt, Familie und Verwandtschaft, soziale Schichten und Gruppen, Glaube und Magie,
    • sind vertraut mit Fragestellungen, Methoden und Ergebnisse der historischen Anthropologie als eigenem, interdisziplinärem Forschungsfeld,
    • können mittels der historischen Anthropologie kulturelle Besonderheiten Europas im Vergleich zu „fremden“ Kulturen historisch fundiert erkennen,
    • vermögen den Blick auf das „Fremde“ in der eigenen Kultur schärfen,
    • erkennen, dass die vorindustrielle Welt alles andere als statisch war.
  • Durch die Prüfungsleistungen sollen Sie zeigen, dass Sie alle Lerneinheiten des Moduls durchgearbeitet und sich grundlegende Kenntnisse zu den zentralen Themen des Moduls angeeignet haben. Das heißt, dass wir als Prüfer/innen grundsätzlich die Kenntnis aller Lerneinheiten (und ggf. weiterer Pflichtliteratur) voraussetzen. Praktisch gesehen ist es natürlich unmöglich, diese Kenntnisse in ihrer ganzen Breite umfassend und lückenlos überprüfen zu wollen. Das geht nur punktuell, d.h. durch sinnvoll ausgewählte Schwerpunkte, wobei die Art der Schwerpunktsetzung von der Prüfungsleistung abhängt, für die Sie sich entscheiden. Grob gesagt lässt sich in der mündlichen Prüfung noch am ehesten in die Breite gehen, während in der Hausarbeit die Vertiefung ansteht. Zudem haben Sie in diesem Modul auch die Möglichkeit einer Portfolioprüfung.

    Konkret und im Einzelnen:

    Bei einer mündlichen Prüfung können (und sollen) Sie die Schwerpunkte vorher mit Ihrer Prüferin oder Ihrem Prüfer absprechen. Dabei empfiehlt sich in der Regel die Schwerpunktsetzung auf eine bestimmte Lerneinheit, wobei es dann in der Prüfung relativ einfach ist, von diesem Schwerpunkt aus die Bezüge zu den Inhalten der übrigen Lerneinheiten herzustellen.

    Interessenten melden sich bitte zuerst bei den betreffenden Lehrgebieten, um einen Termin, eventuell auch einen Ersatztermin, bei der gewählten Prüferin oder dem Prüfer zu vereinbaren. Zur Prüfung hinzugezogen wird eine Beisitzerin oder ein Beisitzer zur Protokollführung, die oder der vom Lehrgebiet bestimmt wird.

    Weitere Informationen unter dem Reiter "Prüfung" auf dieser Modulseite.

    Bei einer Hausarbeit geht es darum, aus dem thematischen Feld des Moduls eine relativ enge (und als solche genau abgegrenzte) Fragestellung selbständig zu vertiefen. Dies bedeutet in der Regel, dass Sie sich nicht nur innerhalb des Moduls, sondern sogar innerhalb einer Lerneinheit mit Hilfe weiterer Literatur ‚spezialisieren’. Der weite Blick soll aber auch hier zum Tragen kommen: nämlich durch die Art und Weise, in der Sie (in der Regel in der Einleitung und am Schluss der Hausarbeit) Ihr ‚kleines’ Thema im Rahmen der übergreifenden Fragestellungen des Moduls platzieren.

    Hausarbeiten sind in der Regel lerneinheitsbezogen angelegt. BeimPrüfungsamt melden Sie an (Termin siehe unten), dass Sie als Leistungsnachweis eine Hausarbeit gewählt haben. Ideen für Hausarbeitsthemen sollten von den Studierenden zunächst selbstständig erarbeitet werden. Endgültige Themenfestlegung und Erstellung des Exposés erfolgen dann in enger Absprache mit einer der oben angegebenen Ansprechpersonen (Betreuer/Betreuerin). Nach Ihrer Hausarbeitsanmeldung beim Prüfungsamt (oder auch schon vorher) setzen Sie sich mit Ihrem Betreuer/Betreuerin in Verbindung, um ein Thema abzusprechen und reichen ihm/ihr anschließend ein Exposé ein (Einleitung, Gliederung, Quellen- und Literaturverzeichnis, Matrikelnummer und Name). Erst nachdem dieser Entwurf durchgesehen und von Ihnen ggf. verbessert wurde, wird das endgültige Thema vergeben, indem es von der oder dem Betreuenden dem Prüfungsamt angezeigt und Ihnen dann vom Prüfungsamt per Post mitgeteilt wird.

    Portfolioprüfungen

    In diesem Modul besteht die Möglichkeit einer Portfolio-Prüfung als Prüfungsleistung. Die Portfolioprüfung – Modell PortGGAE – wird gemäß § 6 Abs. 6a der Studienordnung angeboten und besteht aus mindestens zwei benoteten Portfolio-Prüfungselementen sowie ggf. weiteren unbenoteten Elementen (s. StO). Die Reihenfolge ist insofern festgelegt, als die letzte Prüfung online angemeldet und schriftlich über das Online-Übungssystem hochgeladen werden muss (4 Wochen Bearbeitungszeit). Alle früheren Teilprüfungen finden in Absprache mit den Prüfer:innen statt. Für die Themenabsprache wird wie in den anderen Prüfungsformen ein Exposé erwartet.

    In der Regel besteht der erste Teil der Portfolioprüfung aus einer Leistung bei einer Präsenzveranstaltung (etwa: Referat mit Präsentation und Handout). Der zweite Teil ist schriftlich zu erstellen und – nach Themenmeldung durch die Prüfenden ans Prüfungsamt und Themenmitteilung durch das Prüfungsamt – innerhalb von vier Wochen im online-Übungssystem hochzuladen. Dieser schriftliche Teil (8-10 Seiten) enthält entweder eine Diskussion der wichtigsten zum engeren Referatsthema oder dem weiteren Seminarthema herangezogenen Literatur oder eine ausführliche Quelleninterpretation.

    Achtung: nicht in jeder Präsenzveranstaltung des Lehrgebietes steht die Möglichkeit einer Portfolioprüfung zur Verfügung, auch wenn sie für Modul G3/ 25203 freigegeben ist.

    Prüfungsrelevant ist in der Regel nur der Zeitraum der Vormoderne (bis um 1800).

    Für Themenabsprachen zu den einzelnen Lerneinheiten (Hausarbeit, mündliche Prüfung, Portfolio-Prüfung) wenden Sie sich bitte an folgende Ansprechpartner/innen:

    Lerneinheit Epoche Ansprechpersonen
    Prüfer/innen
    LE1 Formen und Funktionen von Verwandtschaft und Familie in Antike, Mittelalter und Früher Neuzeit Antike Dr. Daniel Syrbe
    daniel.syrbe
    Spätantike/
    Früheres Mittelalter
    PD Dr. Eva-Maria Butz
    eva-maria.butz
    Späteres Mittelalter Prof. Dr. Felicitas Schmieder
    felicitas.schmieder
    Frühe Neuzeit apl. Prof. Dr. Sven Externbrink
    sven.externbrink
    LE2 Leben mit den Heiligen   PD Dr. Eva-Maria Butz
    eva-maria.butz
    LE3 Arbeit im vorindustriellen Europa Antike Dr. Konrad Stauner
    konrad.stauner
    Spätantike/
    Früheres Mittelalter
    PD Dr. Eva-Maria Butz
    eva-maria.butz
    Späteres Mittelalter Prof. Dr. Felicitas Schmieder
    felicitas.schmieder
    Frühe Neuzeit apl. Prof. Dr. Sven Externbrink
    sven.externbrink

    Für diesen Prozess sollten Sie genügend Zeit einkalkulieren. Zur Absprache eines Themas setzen Sie sich daher frühzeitig mit dem Lerneinheit-Betreuer oder der Lerneinheit-Betreuerin in Verbindung.

    Meldung des Themas durch die jeweilige Prüfer/innen beim Prüfungsamt:

  • Voraussetzungen für die Zulassung zur Prüfung

    Die ordnungsgemäße Belegung des Moduls ist Voraussetzung für die Zulassung zur Prüfung.
    Sollten Sie das Modul wiederholen, ist ebenfalls Ihre Belegung des Moduls (über das Wiederholerkennzeichen) erforderlich.

    Prüfungsformen

    Form Prüfungs-Nr. Termin Anmeldeschluss
    Hausarbeit 103132 während des Semesters
    Hausarbeit[Praxis] 103131 während des Semesters
    Portfolio 103135 während des Semesters
    Portfolio Modell PortGEW (6 Wochen) 103126 während des Semesters
    Mündliche Prüfung

    Bitte halten Sie sich einen dieser Tage für Ihre Prüfung frei. In begründeten Ausnahmefällen können auch abweichende Termine vereinbart werden.
    103134 21. + 22.09.2026 – Präsenz
    23. – 25.09.2026 – Online über Zoom

    Termine für Ihre mündliche Prüfung vereinbaren Sie bitte nach Themenabsprache mit den Sekretariaten der Lehrgebiete:

    LG Geschichte und Gegenwart Alteuropas:
    Christiane Eilers: E-Mail: sekretariat.schmieder, Tel. +49 2331 987–4752

    Die Präsenz-Prüfungen finden in den Räumen des Historischen Instituts, KSW Geb. 1 statt.

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Modulverantwortliche

 
Fakultät KSW | 24.03.2026