Modul 25405
P5: Sozialphilosophie [PRAXIS]
Auf einen Blick
| Belegnummer | 25405 |
| ECTS | 15 |
| Workload | 450 Std. |
| Kosten | 165 € |
| Angebotshäufigkeit | Jedes Semester |
| Material | Print und Online |
| Betreuung | moodle Lernumgebung |
| Prüfung | Hausarbeit/ Praxis-Hausarbeit/ Portfolio/ Mündliche Prüfung |
LE1: Die Lerneinheit führt in die Sozialphilosophie als einem Teilgebiet der Praktischen Philosophie ein. Zu diesem Zweck leistet sie zunächst eine Bestimmung der Idee der Sozialphilosophie im Anschluss an Rousseau, Hegel und Marx als normativ-ethischer Disziplin. Im Anschluss daran wird eine sozialontologische Bestimmung des „Wir“ des Sozialen im Ausgang von den Figuren Ich, Anderer und Dritter geleistet. Die Studierenden erhalten so einen systematischen Überblick über grundlegende sozialphilosophische Konzepte wie Selbst, Leib, Unbewusstes, Rivalität, Anerkennung, oder Verantwortung.
LE2: Sozialphilosophie wird hier als Disziplin vorgestellt, welche nach der Natur des sozialen Bandes fragt: Warum leben Menschen überhaupt in Gesellschaften zusammen, in welchen Institutionen organisieren Sie ihr zusammenleben und wie gestaltet sich dabei das Verhältnis von Individuum und Gemeinschaft? Die Lerneinheit beantwortet diese Fragen im Durchgang durch eine Reihe von sozialphilosophischen Grundpositionen, die von Jean-Jacques Rousseau bis Pierre Bourdieu reichen.
LE3: Die Lerneinheit „Kulturtheorien der Gewalt“ führt in ein erweitertes Gewaltverständnis ein, das über offensichtliche, direkte und physische Formen hinausgeht. Ausgangspunkt ist die kritische Auseinandersetzung mit der These, dass Gewalt historisch stark zurückgegangen sei. Dieser optimistischen Sicht wird entgegengehalten, dass sie lediglich intentionale Gewalthandlungen wie Krieg oder Misshandlung berücksichtigt und die massiven Verbrechen der jüngeren Geschichte sowie rezenten Krisen nicht angemessen würdigt. Insbesondere wird betont, dass auch gesellschaftliche Strukturen und Ordnungen selbst implizite Gewalt erzeugen können (z.B. durch soziale Ungleichheit und Ausschluss), die sich kaum als solche zu erkennen gibt und sich einer einfachen Täter-Opfer-Zuordnung entzieht. Eine umfassende Analyse der Gewalt muss daher diese verdeckten Gewaltsamkeiten sichtbar machen. Analysiert werden in dieser Lerneinheit daher Phänomene struktureller, symbolischer, kultureller, normativer, epistemischer und langsamer Gewalt.
LE4: Die Lerneinheit stellt mittels Klassikern der politischen Ideengeschichte einschlägige historischen Positionen aus dem Bereich der Gesellschaftstheorie vor. Anhand von Eudaimonismus (Platon, Aristoteles), Kontraktualismus (Hobbes, Locke) und Republikanismus (Rousseau, Kant) wird dabei die Frage geklärt, wie politische Ordnung möglich ist.
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Einheit Titel Vorschau LE1: Einführung in die Sozialphilosophie PDF LE2: Positionen der Sozialphilosophie PDF LE3: Kulturtheorien der Gewalt* LE4: Politische Ideengeschichte PDF * Die Lerneinheit 3 wurde zum SoSe 26 durch den neuen Kurs „Kulturtheorie der Gewalt“ ersetzt. Wiederholer*innen erhalten durch die Wiederholungsbelegung (FAQ) einen kostenfreien Zugriff auf das neue Material über den virtuellen Studienplatz (VU).
Zugang zu den Lernmaterialien und weiteren studienrelevanten Informationen sowie Kontakt zu den Betreuenden und den Mitstudierenden erhalten Sie in der Moodle-Lernumgebung des Moduls.
Die Lernumgebung wird zu Beginn des Semesters für die Beleger*innen des Moduls automatisch geöffnet.
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Die Studierenden
- können die Entstehung der Sozialphilosophie als eigenständiger Disziplin vor dem Hintergrund von Aufklärung und Industrialisierung darstellen,
- sind in der Lage, die wichtigsten historischen Positionen der Sozialphilosophie und ihre Wirkungsgeschichte zu reproduzieren,
- beschreiben und analysieren soziale Ordnung aus der Perspektive von Sozialontologie, Gesellschaftstheorie und Sozialkritik systematisch,
- befragen und bewerten individuelle und systemische Vergemeinschaftungsprozesse auf ihr Gelingen hin.
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Voraussetzungen für die Zulassung zur Prüfung
Die ordnungsgemäße Belegung des Moduls ist Voraussetzung für die Zulassung zur Prüfung.
Sollten Sie das Modul wiederholen, ist ebenfalls Ihre Belegung des Moduls (über das Wiederholerkennzeichen) erforderlich.Prüfungsformen
Form Prüfungs-Nr. Termin Anmeldeschluss Portfolio 103355 während des Semesters - SoSe: 15. Juni
- WiSe: 15. Dezember
Hausarbeit 103352 während des Semesters Hausarbeit [Praxis] 103351 während des Semesters Mündliche Prüfung 103354 - während des Semesters Die Prüfungstermine finden Sie in der moodle-Lernumgebung des Moduls. Dort können Sie Ihren Prüfungstermin buchen.
Wichtige Informationen zu den unterschiedlichen Prüfungstypen, zur Prüfungsvorbereitung, zu den Verfahren bei Prüfungen, zu den Richtlinien wissenschaftlichen Arbeitens usw. finden Sie in den Prüfungsleitfäden des betreuenden Lehrgebiets.
Sollten Sie eine Prüfung in diesem Modul absolvieren wollen, so nehmen Sie bitte auch das Dokument mit den Themenvorschlägen zur Kenntnis, aus denen Sie Ihr Thema entweder direkt entnehmen oder Anregungen für eigene Vorschläge entwickeln können.
- Themenschwerpunkte für mündliche Prüfungen (PDF 207 KB)
- Themen für Hausarbeiten (PDF 87 KB)
Im Fach Philosophie wird dringend empfohlen, Hausarbeiten in Verbindung mit einem Präsenz- oder Online-Seminar anzufertigen. Dies ist eine bewährte Praxis, jedoch keine zwingende Voraussetzung. Bitte beachten Sie, dass die Einreichung von Hausarbeiten im Modul P3 ausschließlich elektronisch über das Online-Übungssystem erfolgt.
Informationen zur Portfolioprüfung
Die Portfolioprüfung – Modell PortPPH – wird gemäß § 6 Abs. 6a der Studienordnung angeboten und ist in Form einer begleiteten Texterstellung konzipiert. Der Prüfungsprozess ist hier in kleinere Einheiten unterteilt, die im Verlauf Rückmeldungen durch den Prüfenden ermöglichen. Thema und Fragestellung der Portfolioprüfung werden vom Prüfenden vorgegeben (anders als bei Hausarbeiten). Die Portfolioprüfung richtet sich daher in erster Linie an Studieneinsteiger_innen, die mit dem Abfassen von philosophischen Texten noch nicht so vertraut sind.
Die Portfolioprüfung besteht aus drei Prüfungselementen, welche verpflichtend in fortlaufender Reihenfolge zu absolvieren sind. Das Prüfungselement 1 wird lediglich mit bestanden/nicht bestanden bewertet, die Prüfungselemente 2 und 3 werden benotet. Der Mittelwert aus beiden Benotungen bildet die Gesamtprüfungsnote.
Prüfungselement 1: Texterschließung
Erschließen Sie in einem ersten Schritt den Text mittels Annotationen und identifizieren Sie etwa ein Dutzend Schlüsselbegriffe. Hierbei sollten Sie die Schlüsselbegriffe gewichtet listen. Schlagen Sie in einem zweiten Schritt in philosophischen Nachschlagewerken die Begriffe „Phänomenologie“, „Objektivismus“ sowie „Praxeologie“ nach und erstellen zu diesen kurze Zusammenfassungen. Diese sollten insgesamt maximal 250 Wörter umfassen (nicht 3 x 250 Wörter, sondern insgesamt 250 Wörter).
Prüfungselement 2: Close Reading
In der zweiten Prüfungseinheit sollen Sie ein so genanntes Close Reading von ausgewählten Passagen des Primärtextes leisten, die Ihnen vorgelegt werden. Close Reading bedeutet hier, dass sie eng am Text arbeiten und Satz für Satz eine Rekonstruktion und Interpretation des Gedankengangs des Primärtextes geben.
Prüfungselement 3: Forschungsperspektiven
In der dritten Prüfungseinheit sollen Sie vom Prüfenden ausgewählte Texte aus der Forschungsliteratur auf den Primärtext beziehen, auf deren Basis weitere passende Forschungsliteratur recherchieren und eine eigenständige begründete Stellungnahme zu den in der Forschungsliteratur identifizierbaren Positionen zum Primärtext liefern.
Genauere Erläuterungen zu den einzelnen Prüfungseinheiten finden Sie im Moodle-Forum des Moduls! Die schriftlichen Leistungen des Prüfungselementes 1 umfassen ca. 1 Seite, die aus den Prüfungselementen 2 und 3 jeweils 6 Seiten. Alle Prüfungsleistungen werden digital eingereicht.
Ausgabe- und Abgabezeitpunkte:
Prüfungselement Arbeitsphase 1: Texterschließung 29.06.26 – 12.07.26 (2Wochen) 2: Close Reading 27.07.26 – 16.08.26 (3 Wochen) 3. Forschungsperspektiven 31.08.26 – 27.09.26 (4 Wochen)
Modulbeauftragte
Foto:
FernUniversität
PD Dr. Steffen Herrmann
- LG Philosophie III
- E-Mail: steffen.herrmann
- Tel.: +49 2331 987-2705
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Foto:
FernUniversität
Mona Peperkorn
- LG Philosophie III
- E-Mail: lg.philosophie3
- Tel.: +49 2331 987-2791