Projekt

Wahlkampf und Wahlkampffinanzierung von Direktkandidaturen

Projektleitung:
Elke Wiechmann
Prof. Dr. Lars Holtkamp
Status:
abgeschlossen
Laufzeit:
01.2024 - 06.2025

Kurzbeschreibung

Die Studie gibt sowohl Einblicke in die Nominierungsprozesse als auch in die Wahlkampffinanzierung von Direktkandidierenden in den Parteien des 20. Bundestages, was bisher in weiten Teilen als Black-Box gilt und bislang kaum genauer untersucht wurde. Im Vordergrund steht die Frage, ob die parteipolitische Praxis potenzielle Nachteile für Frauen mit sich bringt. Hierzu sind 21 Frauen (32%) von CDU, CSU und SPD mit den meisten Direktmandaten (264 von 299) bis November 2024 in qualitativen Interviews befragt worden. Zusätzlich wurde eine quantitative Kandidierendenbefragung hinzugezogen.

Die Wahlkampffinanzierung setzt sich aus Spenden, Partei- und Eigenanteilen zusammen. Besonders kritisch sind die Eigenanteile zu sehen. Die Analyse zeigt, dass Frauen sowohl von SPD als auch von CDU höhere Eigenanteile in den Wahlkampf einbringen als ihre männlichen Kollegen. Nahe liegt, dass insbesondere CDU-Kandidatinnen mit dem Eigenanteil oft nicht nur fehlende Parteigelder für den Wahlkampf kompensieren müssen, sondern darüber hinaus auch stärker in das private Verlustrisiko gehen, sollten sie den Wahlkreis nicht gewinnen.

Gerade für erstkandidierende Frauen für ein Direktmandat scheinen die Hürden hoch zu sein. Hier spielen die autonomen Wahlkreise, Netzwerkstrukturen und männerdominierte Parteistrukturen eine prominente Rolle in den Nominierungsprozessen.

Fördernde Einrichtung: Verein Parité in den Parlamenten e.V., München.

Publikation: Wiechmann, Elke/Holtkamp, Lars 2025: Wahlkampf und Wahlkampffinanzierung von Direktkandidaturen. In: Zeitschrift für Parteienwissenschaften (2) 2025: 335-368. Link:

https://mip.pruf.hhu.de/article/view/762

PDF (PDF 292 KB)

Serap Esen | 23.02.2026