Prof. Gustav Kanter verstorben

Der Ehrendoktor der FernUniversität hatte in den 1980er Jahren großen Anteil am Aufbau ihres Fachbereichs Erziehungs- und Sozialwissenschaften, der heutigen Fakultät Kultur- und Sozialwissenschaften.


Prof. Dr. rer. nat. Dr. h.c. mult. Gustav Otto Kanter, Ehrendoktor der FernUniversität in Hagen, ist verstorben. Gustav Kanter, Professor für Pädagogik der Lernbehinderten und Geistigbehinderten an der Universität zu Köln, hatte großen Anteil am Aufbau des Fachbereichs Erziehungs- und Sozialwissenschaften der FernUniversität, ihrer heutigen Fakultät Kultur- und Sozialwissenschaften. Gustav Kanter verstarb am 29. August 2018 im Alter von 91 Jahren in Köln.

In den 1980er Jahren hat Prof. Kanter an der FernUniversität das erfolgreiche Programm der Weiterbildung in Sonderpädagogik, an dem über 90 externe Autorinnen und Autoren beteiligt waren, aufgebaut, ohne dass dieses Gebiet hier durch eine Professur vertreten war. Das von ihm geleitete Projekt trug damals erheblich dazu bei, Vorbehalte gegenüber dem Fernstudium abzubauen. Kanter hat über dieses Projekt hinaus an vielen Belangen des Fachbereichs aktiv teilgenommen. Dabei wurde seine kompetente, kollegiale und freundliche Art sehr geschätzt.

Aufgrund seiner Verdienste um die Sondererziehung und Rehabilitation, insbesondere im Hinblick auf die Entwicklung des umfassenden Fernstudienangebotes im Bereich der Sonderpädagogik, wurde Prof. Kanter im Mai 1982 mit der Ehrendoktorwürde für Erziehungswissenschaften (Dr. phil. h.c.) des Hagener Fachbereichs Erziehungs- und Sozialwissenschaften ausgezeichnet. Außer der Ehrenpromotion der FernUniversität erhielt Prof. Kanter weitere Ehrungen, u.a. war er Träger des Bundesverdienstkreuzes.

Prof. Kanter, 1927 in Ludwigshafen geboren, war Professor an der Pädagogischen Hochschule Niedersachsen, bevor er 1970 nach Köln berufen wurde. Er war Autor und Herausgeber maßgeblicher sonderpädagogischer Werke, Mitherausgeber der Zeitschrift für Heilpädagogik und aktives Mitglied in bildungspolitischen Gremien, u.a. der Studienreformkommission NRW. Er trat für eine spezifische Ausbildung der Sonderschullehrerinnen und -lehrer ein. Unter der Bedingung der behindertenspezifischen Förderung eines Kindes befürwortete Kanter den gemeinsamen Unterricht von behinderten und nicht-behinderten Kindern.

Prof. Dr. Helmut E. Lück, FernUniversität

Gerd Dapprich | 11.10.2018