Dimitris-Tsatsos-Institut für europäische Verfassungswissenschaften

Dimitris-Tsatsos-Institut für Europäische Verfassungswissenschaften

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Ankündigungen:

19. September 2016

Verleihung des Dimitris Tsatsos-Preises

an Senator Giorgio Napolitano

Der ehemalige italienische Staatspräsident, Senator Giorgio Napolitano, erhält in diesem Jahr den Dimitris Tsatsos-Preis. Verliehen wird die Auszeichnung am 19. September in der griechischen Botschaft in Rom. Veranstalter der Preisverleihung ist das Dimitris-Tsatsos-Institut für Europäische Verfassungswissenschaften der FernUniversität in Hagen in Kooperation mit dem Zentrum für Europäisches Verfassungsrecht in Athen.

Der Preisträger hat sich durch sein wissenschaftliches und politisch-praktisches Wirken in herausragender Weise um die Einigung eines demokratischen Europa verdient gemacht. Vom 15. Mai 2006 bis zum 14. Januar 2015 war er der elfte Staatspräsident Italiens.

13. Oktober 2016

„Selbstbegrenzung und Selbstbehauptung. Der Westen braucht eine neue Strategie.“

Vortragsreihe: Europäische Verfassungswissenschaften

Veranstalter: Dimitris-Tsatsos-Institut für Europäische Verfassungswissenschaften (DTIEV)

Moderator: Prof. Dr. Peter Brandt, Direktor des DTIEV, FernUniversität in Hagen

Referent: Prof. Dr. Heinz Theisen, LG Politikwissenschaften einschl. Sozialpolitik, Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen, Köln

Veranstaltungsort: KSW-Gebäude, Raum 4+5, Universitätsstraße 33, 58097 Hagen

Uhrzeit: 17 Uhr s.t.

Der Vortrag „Selbstbegrenzung und Selbstbehauptung. Warum der Westen eine neue Strategie braucht“ von Prof. Dr. Heinz Theisen mit anschließender Diskussion stützt sich auf folgende Thesen:
Die westliche Politik, sich offensiv in die Angelegenheiten des Orients und der Ukraine einzumischen und umgekehrt in Europa auf schützende Grenzen gegenüber seinen Nachbarn zu verzichten, ist gescheitert. Sie hat zu einer doppelten Überdehnung nach außen und innen geführt.
Von den Interventionen in Afghanistan, im Irak und in Libyen bis zu Lockangeboten an die Ukraine hatte der Westen zu Destabilisierungen beigetragen, Flüchtlingsströme zu sich gelenkt, die Sicherheitspartnerschaft mit Russland ruiniert und den Kampf der Islamisten gegen den Westen angefeuert.
Diese Überdehnungen, Entgrenzungen und Verstrickungen machen eine neue Strategie der Selbstbegrenzung und Selbstbehauptung des Westens notwendig. Nach der Eindämmung des extremen Islamismus muss eine durch Grenzen bewehrte Koexistenz mit den anderen Kulturen aufgebaut werden. Die Selbstbegrenzung nach außen bedarf der Selbstbehauptung durch eine Wehrhaftigkeit der Demokratien nach innen.
Gerade angesichts wirtschaftlicher und technischer Verflechtungen werden politische Grenzen als Grundlage für eine steuernde Politik gebraucht.

Prof. Dr. Heinz Theisen, geb. 1954, Studium der Politikwissenschaft, Soziologie, Geschichte sowie des Staats- und Verfassungsrechts in Göttingen und Bonn. Promotion in Bonn, 1991 bis 1997 Prof. für Politikwissenschaft an der FH des Bundes in Brühl, zahlreiche Lehrtätigkeiten in Ost- und Südosteuropa, seit 1997 Prof. für Politikwissenschaft an der Kath. Hochschule in Köln (FB Sozialwesen). Seit 2004 Gastprofessuren an der Univ. Bethlehem/Palästina und an weiteren Universitäten im Nahen Osten. Forschungsschwerpunkte: Europäische Union, Konflikte der Kulturen.

Wenn Sie in den Mailverteiler für Veranstaltungshinweise (Vorträge und jährliche Symposien) aufgenommen werden wollen, schreiben Sie uns: dtiev@fernuni-hagen.de


Neu erschienen:

Beiträge zu den Wurzeln der europäischen Integration

Ertrag einer deutsch-polnischen Diskussion ein Jahrzehnt nach der Osterweiterung der Europäischen Union

von Schiffauer, Peter/Lobos, Krzysztof (Hrsg.)

1. Aufl. 2016, 192 S., 44,00€, ISBN 978-3-8305-3666-6

Band 18 der Schriftenreihe des DTIEV

- weitere Verlagsinformationen

Parlamentarisierung und Entparlamentarisierung von Verfassungssystemen

Erträge des Symposions des Dimitris-Tsatsos-Instituts für Europäische Verfassungswissenschaften an der FernUniversität in Hagen am 5. und 6. Dezember 2014

von Brandt, Peter (Hrsg.)

1. Aufl. 2016, 220 S., 44,00€, ISBN 978-3-8305-3665-9

Band 17 der Schriftenreihe des DTIEV

- weitere Verlagsinformationen

Verfassung und Krise

Erträge des Symposions des Dimitris-Tsatsos-Instituts für Europäische Verfassungswissenschaften an der FernUniversität in Hagen am 29. und 30. November 2013

von Brandt, Peter (Hrsg.)

1. Aufl. 2015, 182 S., 42,00€, ISBN 978-3-8305-3585-0

Band 16 der Schriftenreihe des DTIEV

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Verfassung - Parteien - Unionsgrundordnung

Gedenksymposion für Dimitirs Th. Tsatsos

Erträge des Symposions des Dimitris-Tsatsos-Instituts für Europäische Verfassungswissenschaften an der FernUniversität in Hagen am 6. und 7. Mai 2011

von Brandt, Peter; Haratsch, Andreas; Schmidt, Hans-Rüdiger (Hrsg.)

1. Aufl. 2015, 252 S., 42,00€, ISBN 978-3-8305-3509-6

Band 15 der Schriftenreihe des DTIEV

- weitere Verlagsinformationen


DTIEV-Online Nr. 1/2016


Quellen zur europäischen Verfassungsgeschichte im 19. Jahrhundert. Teil 3: 1848-1870

Hrsg. v. Peter Brandt / Arthur Schlegelmilch / Martin Kirsch / Werner Daum

1. Aufl. 2015, 19,90.- €, ISBN 978-3-8012-4146-9 (CD-Rom)

- weitere Verlagsinformationen

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Aus den Veranstaltungen des DTIEV 2015/2016

14. Juli 2016

"Die Durchsetzung des modernen Konstitutionalismus in Deutschland in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts"

Vortragsreihe: Europäische Verfassungswissenschaften

Veranstalter: Dimitris-Tsatsos-Institut für Europäische Verfassungswissenschaften

Moderation: Prof. Dr. Peter Brandt, FernUniversität in Hagen

Referent: Prof. Dr. Horst Dippel, ehem. Professor für British and American Studies, Univ. Kassel

Veranstaltungsort: Kleiner Senatssaal, AVZ, B 118.

Uhrzeit: 17:00 Uhr (s.t.)

Es geht darum, Verfassungsgeschichte neu zu denken, weg von der nationalstaatlich ausgerichteten oder dominierten Betrachtung, hin zu der Frage nach den Inhalten und verbindenden Elementen von Verfassungen. Zu diesem Zweck wird der moderne Konstitutionalismus, wie er in der amerikanischen und Französischen Revolution im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts entstanden war, in den Mittelpunkt der Untersuchung gerückt. Seine zehn Prinzipien (Volkssouveränität, Menschenrechte, universelle Prinzipien, begrenzte Regierungsgewalt, die Verfassung als oberstes Gesetz, repräsentatives Regierungssystem, Gewaltentrennung, Verantwortlichkeit der Regierenden, Unabhängigkeit der Justiz und Abänderbarkeit der Verfassung unter Mitwirkung des Volkes) haben sich in den nachfolgenden mehr als zwei Jahrhunderten zumindest in der Theorie weltweit durchgesetzt, und der Vortrag versucht, diese Durchsetzung und ihre jeweiligen Grenzen in Deutschland anhand der Verfassungen von 1871, 1919 und 1949 deutlich zu machen.

Prof. Dr. Horst Dippel: 1942 geboren, Studium der Geschichte, Politischen Wissenschaften und Philosophie in Köln, Heidelberg und Göttingen. Promotion 1970 (Köln), Habilitation 1980 (Hamburg). Nach verschiedenen Positionen und Vertretungen und Heisenberg-Stipendium, von 1988/89 bis 2009 Professor für British and American Studies an der Universität Kassel. Forschungsschwerpunkt westeuropäisch-amerikanische Verfassungsgeschichte.

09. Juni 2016

"Flüchtlingskrise in Europa – die griechische Perspektive"

Vortragsreihe: Europäische Verfassungswissenschaften

Veranstalter: Dimitris-Tsatsos-Institut für Europäische Verfassungswissenschaften (DTIEV)

Moderator: Prof. Dr. Jörg Ennuschat, Mitglied im Vorstand des DTIEV

Referent: Priv.-Doz. Dr. Ilias I. Sofiotis (LL.M. Köln), Universität Thessalien, Griechenland

Veranstaltungsort: FernUni Campus, PRG, C002

Uhrzeit: 18:00 Uhr (s.t.)

Der Vortrag behandelt die Flüchtlingskrise in Europa aus griechischer Sicht. Der Referent berichtet über die tatsächliche Lage und rechtliche Stellung der Flüchtlinge in Griechenland sowie über die dortige verfassungsrechtliche Diskussion. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Gesetzgebungs- und Rechtsprechungsentwicklungen (StE) in Griechenland.

Priv.-Doz. Dr. Ilias I. Sofiotis (LL.M. Köln): 1998 abgeschlossenes Studium der Rechtswissenschaften (Dimokritio Universitat Thrazien); 2001 Magister Legum Studium (Uni Koeln - Institut für Öffentliches Recht und Verwaltungslehre - Betreuer Prof. Dr. Peter J. Tettinger † ); 2004 Promotion (Uni Köln - Institut für Öffentliches Recht und Verwaltungslehre - Doktorvater Prof. Dr. Peter J. Tettinger † ); seit 2014 Privat-Dozent an der Universität Thessalien, Griechenland.

12. Mai 2016

"Die europäische Friedenspolitik der Sozialdemokratie in der Weimarer Republik - Nationalstaat, Europa und Weltgemeinschaft im Konzept der SPD"

Prof. Dr. Peter Brandt leitete von 1989 bis 2014 das Lehrgebiet Neuere Deutsche und Europäische Geschichte der FernUniversität und ist dort seit 2003 Direktor des DTIEV. Seine Forschungs- und Publikationsgebiete sind die vergleichende europäische Verfassungsgeschichte, die Geschichte Nordeuropas, des Staates Preußen, des Sozialismus und der Arbeiterbewegung, von Nationsbildung und Nationalbewegungen sowie der "deutschen Frage". Diverse Ehrenämter, u. a. Mitglied in der Deutsch-Russischen Historiker-Kommission, in der Historischen Kommission beim Parteivorstand der SPD und im Vorstand der Friedrich-Ebert-Stiftung.

Die Vorstellung einer von der deutschen Sozialdemokratie maßgeblich mitgestalteten westeuropäischen Einigungs- und gesamteuropäischen Entspannungs- und Friedenspolitik ist im Bewusstsein der Öffentlichkeit ganz auf die 1960er und 70er Jahre gerichtet. Kaum bekannt ist die - nicht allein konzeptionelle - Rolle von Protagonisten der SPD in der Weimarer Republik bei der Entwicklung einer qualitativ neuen. die nationalen Interessen Deutschlands - die Erleichterung und günstigenfalls Revision der drückenden Versailler Vertragsbestimmungen von 1919 - mit den Notwendigkeiten und Chancen internationaler, allseitige Souveränitätseinschränkungen einschließender Verständigung, Kooperation, (insbesondere wirtschaftlicher) Verflechtung und Integration verbindender Außenpolitik. Eine darauf orientierende Leitlinie musste in heftigen innenpolitischen Auseinandersetzungen durchgefochten werden, in denen sich die sozialdemokratische Reichstagsfraktion als sicherste parlamentarische Stütze des liberalen Außenministers Gustav Stresemann erwies. Die Gemeinsamkeit war zunächst hauptsächlich eine methodische. Stresemann konnte indessen darüber hinaus an inhaltliche Überlegungen und Impulse anknüpfen, die seit dem revolutionären Staatsumbruch 1918/19 von den außenpolitischen Denkern und Praktikern in den Reihen der SPD ausgegangen waren und weiterhin ausgingen. Die Weltwirtschaftskrise seit dem Herbst 1929 zerstörte dann mit der (relativen) inneren Stabilität - und das nicht allein in Deutschland - auch die Voraussetzungen für die Konsolidierung und Weiterführung der hoffungsvollen verständigungspolitischen Neuerungen der mittleren 20er Jahre.

Der Vortrag ist unter folgendem Link als Stream abrufbar.

14. April 2016

„Die italienische Verfassungsreform und die regionale Ordnung“

Priv.-Doz. Dr. Cristina Fraenkel-Haeberle, Deutsche Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer

Der Vortrag mit dem Titel „Die italienische Verfassungsreform und die regionale Ordnung“ befasst sich mit weitreichenden Verfassungsänderungen, die vom italienischen Parlament zuletzt verabschiedet wurden. Dazu wird sich im nächsten Oktober das italienische Volk in einer Volksabstimmung äußern. Dreh- und Angelpunkt der Reform ist die Abschaffung des bisher geltenden „perfekten Zweikammersystems“, nach dem sowohl die Abgeordnetenkammer als auch der Senat über gleiche Befugnisse verfügen. Künftig wird sich der Senat aus Vertretern der Regionalversammlungen und aus Bürgermeistern zusammensetzen und vornehmlich im Zusammenhang mit Rechtsfragen von regionaler Bedeutung am Gesetzgebungsprozess mitwirken. Er soll somit zum Sprachrohr der regionalen Belange werden. Demnach soll der Senat nicht mehr direkt gewählt werden und nicht mehr der Regierung das Vertrauen aussprechen. Der Vortrag behandelt aus rechtsvergleichender Perspektive diesen Paradigmenwechsel in der italienischen Staatsorganisation und beleuchtet die sich daraus ergebenden möglichen Zwänge sowie die praktischen Implikationen der angestrebten legislativen Verschlankung.

Cristina Fraenkel-Haeberle: Abgeschlossenes Studium für Dolmetschen und Übersetzen an der Universität Triest; von 1989 bis 2012 intensive freiberufliche Tätigkeit als Simultandolmetscherin (seit 1992 mit eigener Firma); 1996 abgeschlossenes Studium der Rechtswissenschaften (Universität Trient); 2002 Promotion (Universität Innsbruck): 2012 Habilitation (Universität Speyer); seit 2013 Forschungsreferentin am FÖV Speyer; SS 2015 Professurvertretung an der Universität Bochum; WS 2015/2016 Lehrstuhlvertretung an der Universität Speyer.

15. Dezember 2015

„Die Grenze als Wesen und Wirkung des Rechts“

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Josef Isensee, Bonn

Die Funktion des Rechts ist es, Grenzen zu ziehen und zu wahren: Grenzen zwischen den Individuen, zwischen diesen und dem Staat, zwischen den Staaten. Grenzen sind ambivalent. Sie schließen ein und schließen aus. Sie hegen nach innen, und sie schützen nach außen, aber sie engen auch ein und wehren ab. Sie können Freiheit wie Unfreiheit erzeugen. Der rechtlichen Grenzen bedarf es, wo widersprüchliche Interessen aufeinanderstoßen, wo das Begehren sich an der Knappheit der Güter bricht und auf die Enge des Raumes stößt, wo Streit droht und Enttäuschung möglich ist. Es gibt keine grenzenlosen subjektiven (Grund-)Rechte, weil die rechtliche Freiheit des einen dort endet, wo die rechtliche Freiheit des anderen beginnt. Das Recht stößt seinerseits auf Grenzen. Es bildet nur eine Teilordnung des gesellschaftlichen Lebens, und es überhöbe sich, wollte es die Totalität des Lebens erfassen.

Isensee, Josef, geb. 10.06.1937 in Hildesheim. 1957-1961 Studium der Rechtswissenschaft und der Philosophie in Freiburg i. Br., Wien und München. Juristischer Vorbereitungsdienst sowie beide juristische Staatsprüfungen in München. In Erlangen-Nürnberg Promotion zum Doktor iur. utr. (1967) sowie Habilitation für die Fächer Staats- und Verwaltungsrecht sowie Steuerrecht (1970). 1971-1975 o. Professor an der Universität des Saarlandes für Staats- und Verwaltungsrecht. Seit 1975 Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn bis zur Emeritierung 2002.

Der Vortrag ist unter folgendem Link als Stream abrufbar.

10. November 2015

„Uns“ definieren - „die Anderen“ konstruieren: Europäische Identitätsbildung als Problem der Inside-Outside-Modellierung

Prof. Dr. Viktoria Kaina, Leiterin des Lehrgebiets Politikwissenschaft 1: Staat und Regieren am Institut für Politikwissenschaft der FernUniversität in Hagen

Kollektive Identitätsbildung basiert auf zwei, sich gegenseitig ergänzenden Bedingungen: nämlich der Definition der Gruppe nach innen und der Abgrenzung der Gruppe nach außen. Beide Bedingungen resultieren aus der Modellierung und Stereotypisierung „kostbarer“ Gemeinsamkeiten, die zu anderen einen Unterschied machen. Doch ungeachtet einer wachsenden Zahl an Forschungspublikation zur Entwicklung einer europäischen kollektiven Identität, ist unser empirisch gesichertes Wissen über die Konstruktion von Gemeinsamkeit und Differenz auf europäischer Ebene begrenzt. Vor allem wissen wir immer noch sehr wenig über die psychologischen Prozesse der Abgrenzung nach außen bei den EU-Bürgerinnen und EU-Bürgern. Mein Vortrag will sich dieser empirischen Leerstelle nähern. Im Zentrum steht die Frage: Lassen sich im Bewusstsein der EU-Bürger Anhaltspukte für die Grenzziehung zwischen einem supranationalen, europäischen „Uns“ und signifikanten „anderen“ nachweisen? Die Ergebnisse verweisen auf anhaltende Schwierigkeiten, in der EU-Bevölkerung Einigkeit darüber zu gewinnen, wo die Grenzen der EU verlaufen sollen und anhand welcher Kriterien Inklusions- und Exklusionsstrategien begründet werden können.

Viktoria Kaina ist Lehrstuhlinhaberin für „Politikwissenschaft I: Staat und Regieren“ am Institut für Politikwissenschaft der FernUniversität in Hagen. Sie ist Co-Sprecherin der ECPR Standing Group „Identity“ und u.a. Gutachterin für den European Research Council, die Heidelberger Akademie der Wissenschaften, die Deutsche Forschungsgemeinschaft und zahlreiche nationale und internationale Fachzeitschriften. Zu ihren Forschungsinteressen zählen Prozesse der europäischen Integration und kollektiven Identitätsbildung in der EU, die Empirische Demokratieforschung und die Politische Soziologie, darunter die politischen Einstellungen und Verhaltensweisen der Bürger, Vertrauen und Eliten. Sie ist Mitherausgeberin von Civic Resources and the future of the European Union, (Routledge 2012 – gemeinsam mit Ireneusz P. Karolewski) sowie von European Identity Revisited: New Approaches and Recent Empirical Evidence (erscheint 2015 bei Routledge – gemeinsam mit Ireneusz P. Karolewski und Sebastian Kuhn).

20. Oktober 2015

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Verleihung des Dimitris Tsatsos-Preises

an Prof. Dr. Íñigo Méndez de Vigo
Spanischer Minister für Bildung, Kultur und Sport

Vortrag des Preisträgers: "Die Zukunft Europas"

anschließend findet eine Podiumsdiskussion zu dem Thema "Die Bedeutung der Griechenlandkrise für die EU" unter Beteiligung von MdEP Elmar Brok, MdB Axel Schäfer und Prof. Dr. Spyridon Tsantinis statt.

Veranstalter: DTIEV und Centre for European Constitutional Law

Termin: 20. Oktober 2015, 14:00 Uhr

Veranstaltungsort: FernUniversität in Hagen, Universitätsstr. 1/11 (58097 Hagen), TGZ-Gebäude, Ellipse, Raum 3, EG

Der spanische Minister für Bildung, Kultur und Sport Prof. Dr. Iñigo Méndez de Vigo y Montojo erhält in diesem Jahr den Dimitris Tsatsos-Preis. Verliehen wird ihm der Preis für herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Europäischen Verfassungswissenschaften.

Besondere Verdienste um die europäische Einigung erwarb sich der ehemalige Staatssekretär für die Europäische Union im spanischen Außenministerium in seinen Jahren als Mitglied des Europäischen Parlaments 1992-2011, insbesondere als Vorsitzender der Parlamentarier-Delegation im Konvent zur Erarbeitung der EU-Grundrechte Charta 1999-2000 sowie während seiner Tätigkeit im Konvent zur Erarbeitung des Verfassungsentwurfes 2003-2004. Iñigo Méndez de Vigo ist als Professor für Verfassungsrecht Autor zahlreicher Publikationen zu nationalen und europäischen Verfassungsfragen. Stationen seiner wissenschaftlichen Karriere waren u.a. die Universidad Complutense de Madrid, das Internationale Institut für Menschenrechte in Straßburg und die CEU San Pablo. Iñigo Méndez de Vigo ist „Jean-Monnet-Professor ad honorem“ und Präsident des Verwaltungsrats des College of Europe in Brügge.

Iñigo Méndez de Vigo wird den Preis am 20. Oktober 2015 in einer Feierstunde an der FernUniversität in Hagen entgegen nehmen. Die Laudatio hält der Rechtswissenschaftler und langjährige Bundestagsabgeordnete Prof. Dr. Jürgen Meyer. Der Preisträger hält einen Vortrag mit dem Titel „Die Zukunft Europas“.

Das Programm zur Preisverleihung finden Sie hier.

Einen Bericht zur Preisverleihung finden Sie hier.


6. Juli 2015

„Scheitert der Beitritt der EU zur Europäischen Menschenrechtskonvention? Zum Verhältnis von EuGH und EGMR.“

Prof. Dr. Eckart Klein, Potsdam

Der seit langem angestrebte und weitgehend für gesichert gehaltene Beitritt der Europäischen Union zur Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) ist durch das Gutachten des Luxemburger Gerichtshofs (EuGH) einstweilen, möglicherweise aber auch für eine nicht überschaubare Zeit gestoppt worden. Dies wirft neben der notwendigen Analyse der Begründung der Aussagen des Gutachtens grundsätzliche Fragen auf. Ist ein Beitritt der EU zur EMRK überhaupt sinnvoll? Kann das Verhältnis zwischen dem EuGH und dem Europäischen Gerichtshof in Straßburg (EGMR) nur in den Kategorien des Rechts gesehen werden, oder offenbart das Gutachten, dass es - zumindest auch - schlicht um Machtfragen geht, wie sie bekanntlich im Verhältnis nationaler (Verfassungs-)Gerichte zu den beiden genannten internationalen Gerichten ebenfalls zum Ausdruck kommen? Und schließlich: Das Gutachten könnte die Stellung der EU-Mitgliedstaaten als "Herren der Verträge" in Frage stellen und damit als weiterer bedeutsamer Schritt hin zur Errichtung einer konstitutionellen Ordnung und zur Ablösung von den völkerrechtlichen Grundlagen der Union anzusehen sein.

Prof. Eckart Klein: Geboren am 6. 4. 1943 in Oppeln, Studium in Freiburg, Göttingen, Lausanne und Heidelberg, beide Staatsexamina, Promotion (1973) und Habilitation (1980) in Heidelberg, von 1969-1981 Referent am MPI für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht, 1974-76 Mitarbeiter am BVerfG, 1981-1994 o. Prof. für Öffentl. Recht, Völker- und Europarecht an der Universität Mainz, 1994-2008 (Emeritierung) an der Universität Potsdam, Direktor des MenschenRechtsZentrums von 1994-2009. Richter (Nebenamt) am OVG Koblenz (1984-94) und OVG Frankfurt /O. (1995-2001); Mitglied des UN Menschenrechtsausschusses (1995-2002) und des Bremer Staatsgerichtshofs (1995-2011). Mehrfach Ad-hoc-Richter am EGMR.

Der Vortrag ist unter folgendem Link als Stream abrufbar.

4. Mai 2015

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"Die Idee der Freiheit und ihre aktuellen Gefährdungen"

Prof. Dr. Dres. h.c. Paul Kirchhof, Heidelberg

Paul Kirchhof ist Professor für öffentliches Recht und Steuerrecht an der Universität Heidelberg. Seit Jahrzehnten bestimmt er mit seinen Vorschlägen für eine tiefgreifende Reform und Vereinfachung des Steuerrechts sowie für einen radikalen Abbau der öffentlichen Schulden die öffentliche Diskussion entscheidend mit. Als Richter am Bundesverfassungsgericht wirkte Kirchhof an zahlreichen für die Entwicklung der Rechtskultur der Bundesrepublik Deutschland wesentlichen Entscheidungen mit, wie beispielsweise den Karlsruher Beschlüssen zum Euro, zur Vereinbarkeit des Grundgesetzes mit dem EU-Vertrag von Maastricht sowie zum Finanzausgleich zwischen Bund und Ländern. Auch nach seiner Ernennung zum Seniorprofessor distinctus der Universität Heidelberg im Jahr 2013 wirkt Paul Kirchhof als Wissenschaftler und Publizist, schreibt Bücher, Aufsätze und hält Vorträge.

Der Vortrag ist unter folgendem Link als Stream abrufbar.


 
DTIEV | 17.08.2016
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