Dimitris-Tsatsos-Institut für europäische Verfassungswissenschaften

Dimitris-Tsatsos-Institut für Europäische Verfassungswissenschaften

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Ankündigungen:

09. März 2017

Hans Kelsen als Verfassungsrichter

Vortragsreihe: Europäische Verfassungswissenschaften

Veranstalter: Dimitris-Tsatsos-Institut für Europäische Verfassungswissenschaften (DTIEV)

Moderator: Prof. Dr. Ewald Grothe, Mitglied des Vorstandes des DTIEV

Referent: Univ.-Prof. Dr. Ewald Wiederin, Institut für Staats- und Verwaltungsrecht, Universität Wien

Veranstaltungsort: Campus der FernUniversität, KSW-Gebäude, Raum 4+5, Universitätsstr. 33, 58097 Hagen

Uhrzeit: 17 Uhr s.t.

Hans Kelsen gilt als Schöpfer der modernen Gesetzesprüfung, das in der österreichischen Bundesverfassung von 1920 verwirklichte Modell der Verfassungsgerichtsbarkeit trägt seinen Namen. Weniger bekannt ist, dass er diese Institution auch als Richter entscheidend prägte: Von 1919 bis 1930, also in den Anfangsjahren, war er Mitglied und ständiger Referent des österreichischen Verfassungsgerichtshofes. Seine richterliche Tätigkeit straft manch gängiges Vorurteil über den Rechtspositivismus Lügen: Er verstand sein Richteramt als politisches Mandat, das er konsequent in den Dienst der jungen Demokratie und des neu begründeten Bundesstaates stellte. Manche der von ihm entwickelten Leitlinien – etwa das Gebot der Reinheit der Wahlen oder der Totalvorbehalt des Gesetzes – prägen die Rechtsprechung bis heute; andere wie sein Eintreten für Geschlechtergleichheit und Ehescheidung waren die Ursache, dass Kelsen, wiewohl auf Lebenszeit ernannt, im Gefolge der Verfassungsnovelle von 1929 sein Amt verlor.

Ewald Wiederin, geboren 1961. 1984 Doktorat der Rechtswissenschaften an der Universität Wien, 1995 Habilitation ebendort. 2000-09 Universitätsprofessor an der Universität Salzburg; 2003-05 Mitglied des Österreich-Konvents; seit 2009 Universitätsprofessor für öffentliches Recht an der Universität Wien. Richter ad hoc am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg, Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.


06. April 2017

„Der Stein, der ins Wasser geworfen wurde, treibt immer neue Kreise.“ Walter Hallstein und die Einigung Europas.

Vortragsreihe: Europäische Verfassungswissenschaften

Veranstalter: Dimitris-Tsatsos-Institut für Europäische Verfassungswissenschaften (DTIEV)

Moderator: Prof. Dr. Ewald Grothe, Gummersbach/Hagen

Referent: Dr. Matthias Schönwald, Päd. Leiter des Museums zur Geschichte von Christen und Juden, Laupheim

Veranstaltungsort: Campus der FernUniversität, KSW-Gebäude, Raum 4+5, Universitätsstr. 33, 58097 Hagen

Uhrzeit: 17 Uhr s.t.

Der Jurist Walter Hallstein (1901-1982) ist ein „Gründungsvater“ Europas, der freilich in Vergessenheit geraten ist. Als Gehilfe Bundeskanzler Adenauers ab 1950 und Verhandlungsleiter der Bundesrepublik bei den drei Gemeinschaftsgründungen der 1950er Jahre, noch mehr als erster Präsident der EWG-Kommission von 1958-1967 hat er fast zwei Jahrzehnte lang die Integrationsgeschichte maßgeblich mitbestimmt.

Der Vortrag vermittelt auf der Basis langjährigen Quellenstudiums ausgewählte Etappen der Biographie Hallsteins, insbesondere die Prägungen vor dem Eintritt in die Politik, und geht dann auf seine europapolitische Konzeption ein. Abschließend wird die Frage erörtert, welche Bedeutung Hallstein als Person und seine Vorstellungen von Europa heute noch haben.

Dr. phil. Matthias Schönwald, geb. 1966 in Ravensburg. Studium der Geschichte, Politik und Germanistik in München, Tübingen und Washington, D.C. 1996 Promotion in Tübingen mit einer Arbeit zu Deutschland und Argentinien in der Ära Adenauer/Perón. 1996-2002 Wissenschaftlicher Assistent an der Bergischen Universität Wuppertal (v.a. historische Europaforschung), anschließend Vorbereitungsdienst für das Lehramt an Gymnasien und Gesamtschulen. Seit 2005 im Schuldienst, derzeit Pädagogischer Leiter des Museums zur Geschichte von Christen und Juden in Laupheim.


18. Mai 2017

Das Gemeinsame Europäische Asylsystem aus der Perspektive des deutschen Asylrechts

Vortragsreihe: Europäische Verfassungswissenschaften

Veranstalter: Dimitris-Tsatsos-Institut für Europäische Verfassungswissenschaften (DTIEV)

Moderator: Prof. Dr. Andreas Haratsch

Referent: Prof. Dr. Dr. h.c. Kay Hailbronner

Veranstaltungsort: Campus der FernUniversität, KSW-Gebäude, Raum 1-2, Universitätsstr. 33, 58097 Hagen

Uhrzeit: 17 Uhr s.t.

Der Vortrag behandelt die rechtlichen Grundlagen für das Versagen des europäischen Asylsystems, die deutschen Reaktionen hierauf in der Flüchtlingskrise und die derzeitigen Vorschläge für eine Reform des deutschen und des europäischen Asylsystems.

Prof. Dr. Dr. h.c. Kay Hailbronner, Jahrgang 1943, ist emeritierter Professor an der Universität Konstanz und Mitglied des Direktoriums des Forschungszentrums Deutsches und Europäisches Asyl- und Einwanderungsrechts. Zudem ist er unter anderem Mitglied im Expertenforum des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge, stellvertretender Vorsitzender im Beirat für Forschungsmigration beim Bundesrat für Migration und Flüchtlinge und Mitglied Wiss. Beirat Bundesamt für Migration und Flüchtlinge sowie der Zeitschrift für Europarecht, außerdem Herausgeber bzw. Mitherausgeber der Zeitschrift für Ausländerrecht und Verwaltungsblätter Baden-Württemberg.


13. Juli 2017

„Rechtssoziologie und Verfassungsgerichtskomparatistik, am Beispiel des Vergleichs des U.S. Supreme Court und des Bundesverfassungsgerichts.“

Vortragsreihe: Europäische Verfassungswissenschaften

Veranstalter: Dimitris-Tsatsos-Institut für Europäische Verfassungswissenschaften (DTIEV)

Moderator: Prof. Dr. Peter Brandt

Referent: Prof. Dr. Ralf Rogowski, Professor of Law, University of Warwick, School of Law, United Kingdom

Veranstaltungsort: Campus der FernUniversität, KSW-Gebäude, Raum 4+5, Universitätsstr. 33, 58097 Hagen

Uhrzeit: 17 Uhr s.t.

Der Vortrag erkundet, in welcher Weise die Verfassungsgerichtskomparatistik, die sich weitgehend auf die Rechtsvergleichung von Kompetenzen und Verfahren beschränkt, mit einem an der Rechtssoziologie geschulten Ansatz weiterentwickelt werden kann. Implizit wird der die Verfassungsgerichtskomparatistik in der letzten Zeit dominierende politologische Ansatz, den in erster Linie die Rolle von Verfassungsgerichten als politische Akteure interessiert, kritisiert. Mithilfe der empirischen Verfahrensforschung, die die Beschränkungen der älteren Rechtssoziologie in Gestalt der behaviouristischen Richtersoziologie überwindet, werden Verfassungsgerichte als Gerichtsorganisationen untersucht, in denen insbesondere die Bearbeitung von Routinefällen den Alltag bestimmen. Mithilfe von litigation theory, die an Konfliktforschung (dispute processing) anknüpft, werden Mobilisierung, Entscheidungsfindung und Wirkung als drei Phasen der Konfliktverarbeitung unterschieden. Dieser Ansatz bildete den vergleichenden Rahmen für die Studien, die in dem Band Rogowski/Gawron (eds.) Constitutional Courts in Comparison (Oxford/New York 2016) versammelt sind. Der Vortrag stellt Herangehensweise und Ergebnisse dieses Projekts vor.

Ralf Rogowski is Professor of Law and Director of the Law and Sociology Programme at the School of Law of Warwick University, United Kingdom. He received his legal training in Germany (Ass.iur, Berlin) and obtained a doctorate (Dr.iur.) at the EUI, Florence and a Master of Laws (LL.M) at the University of Wisconsin, Madison. His latest publications include Constitutional Courts in Comparison (2016), The Sustainability of the European Social Model (2015), Reflexive Labour Law in the World Society (2013), Transforming European Employment Policy (2011) and The Shape of the New Europe (2006).

Wenn Sie in den Mailverteiler für Veranstaltungshinweise (Vorträge und jährliche Symposien) aufgenommen werden wollen, schreiben Sie uns: dtiev@fernuni-hagen.de


Neu erschienen:

Beiträge zu den Wurzeln der europäischen Integration

Ertrag einer deutsch-polnischen Diskussion ein Jahrzehnt nach der Osterweiterung der Europäischen Union

von Schiffauer, Peter/Lobos, Krzysztof (Hrsg.)

1. Aufl. 2016, 192 S., 44,00€, ISBN 978-3-8305-3666-6

Band 18 der Schriftenreihe des DTIEV

- weitere Verlagsinformationen

Parlamentarisierung und Entparlamentarisierung von Verfassungssystemen

Erträge des Symposions des Dimitris-Tsatsos-Instituts für Europäische Verfassungswissenschaften an der FernUniversität in Hagen am 5. und 6. Dezember 2014

von Brandt, Peter (Hrsg.)

1. Aufl. 2016, 220 S., 44,00€, ISBN 978-3-8305-3665-9

Band 17 der Schriftenreihe des DTIEV

- weitere Verlagsinformationen

Verfassung und Krise

Erträge des Symposions des Dimitris-Tsatsos-Instituts für Europäische Verfassungswissenschaften an der FernUniversität in Hagen am 29. und 30. November 2013

von Brandt, Peter (Hrsg.)

1. Aufl. 2015, 182 S., 42,00€, ISBN 978-3-8305-3585-0

Band 16 der Schriftenreihe des DTIEV

- weitere Verlagsinformationen

DTIEV-Online Nr. 2/2017

Prof. Dr. Heinz Theisen: SELBSTBEGRENZUNG UND SELBSTBEHAUPTUNG, Der Westen braucht eine neue Strategie

DTIEV-Online Nr. 1/2017

apl. Prof. Dr. Cristina Fraenkel-Haeberle: Die italienische Verfassungsreform und die regionale Ordnung


Aus den Veranstaltungen des DTIEV 2016/2017

26. Januar 2017

„Selbstbegrenzung und Selbstbehauptung. Der Westen braucht eine neue Strategie.“

Vortragsreihe: Europäische Verfassungswissenschaften

Veranstalter: Dimitris-Tsatsos-Institut für Europäische Verfassungswissenschaften (DTIEV)

Moderator: Prof. Dr. Peter Brandt, Direktor des DTIEV, FernUniversität in Hagen

Referent: Prof. Dr. Heinz Theisen, LG Politikwissenschaften einschl. Sozialpolitik, Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen, Köln

Veranstaltungsort: Campus der FernUniversität, KSW-Gebäude, Raum 1+2, Universitätsstraße 33, 58097 Hagen

Uhrzeit: 17 Uhr s.t.

Der Vortrag „Selbstbegrenzung und Selbstbehauptung. Warum der Westen eine neue Strategie braucht“ von Prof. Dr. Heinz Theisen mit anschließender Diskussion stützt sich auf folgende Thesen:
Die westliche Politik, sich offensiv in die Angelegenheiten des Orients und der Ukraine einzumischen und umgekehrt in Europa auf schützende Grenzen gegenüber seinen Nachbarn zu verzichten, ist gescheitert. Sie hat zu einer doppelten Überdehnung nach außen und innen geführt.
Von den Interventionen in Afghanistan, im Irak und in Libyen bis zu Lockangeboten an die Ukraine hatte der Westen zu Destabilisierungen beigetragen, Flüchtlingsströme zu sich gelenkt, die Sicherheitspartnerschaft mit Russland ruiniert und den Kampf der Islamisten gegen den Westen angefeuert.
Diese Überdehnungen, Entgrenzungen und Verstrickungen machen eine neue Strategie der Selbstbegrenzung und Selbstbehauptung des Westens notwendig. Nach der Eindämmung des extremen Islamismus muss eine durch Grenzen bewehrte Koexistenz mit den anderen Kulturen aufgebaut werden. Die Selbstbegrenzung nach außen bedarf der Selbstbehauptung durch eine Wehrhaftigkeit der Demokratien nach innen.
Gerade angesichts wirtschaftlicher und technischer Verflechtungen werden politische Grenzen als Grundlage für eine steuernde Politik gebraucht.

Prof. Dr. Heinz Theisen, geb. 1954, Studium der Politikwissenschaft, Soziologie, Geschichte sowie des Staats- und Verfassungsrechts in Göttingen und Bonn. Promotion in Bonn, 1991 bis 1997 Prof. für Politikwissenschaft an der FH des Bundes in Brühl, zahlreiche Lehrtätigkeiten in Ost- und Südosteuropa, seit 1997 Prof. für Politikwissenschaft an der Kath. Hochschule in Köln (FB Sozialwesen). Seit 2004 Gastprofessuren an der Univ. Bethlehem/Palästina und an weiteren Universitäten im Nahen Osten. Forschungsschwerpunkte: Europäische Union, Konflikte der Kulturen.

Der Vortrag ist unter folgendem Link als Stream abrufbar, sowie erschienen in DTIEV-Online Nr. 2/2017.

15. Dezember 2016

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Ernst-Cassirer-Workshop

Europa eine nichtfinanzielle Seele geben: Ernst Cassirers kosmopolitisches Konzept

Veranstaltungsort: FernUniversität in Hagen, TGZ, EG, Raum Ellipse, Universitätsstr. 1/11, D-58097 Hagen

Veranstaltungsprogramm

Die Vorträge sind unter folgendem Link als Stream abrufbar.


24. und 25. November 2016

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Symposion

Europäische Governance in der Krise

Patentrezept oder Antworten nach Maß?
Historische, ökonomische und juristische Aspekte Europäischer Governance in der Krise

A single model of Governance or tailored Responses?
Historical, economic and legal aspects of European Governance in the Crisis

Veranstaltungsort: FernUniversität in Hagen, KSW, Seminargebäude A, OG, Raum 4+5, Universitätsstr. 33, 58097 Hagen

Veranstaltungsprogramm

Pressebericht

Die Vorträge sind unter folgendem Link als Stream abrufbar.


19. September 2016

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Verleihung des Dimitris Tsatsos-Preises

an Senator Giorgio Napolitano

Der ehemalige italienische Staatspräsident, Senator Giorgio Napolitano, erhält in diesem Jahr den Dimitris Tsatsos-Preis. Verliehen wird die Auszeichnung am 19. September in der griechischen Botschaft in Rom. Veranstalter der Preisverleihung ist das Dimitris-Tsatsos-Institut für Europäische Verfassungswissenschaften der FernUniversität in Hagen in Kooperation mit dem Zentrum für Europäisches Verfassungsrecht in Athen.

Der Preisträger hat sich durch sein wissenschaftliches und politisch-praktisches Wirken in herausragender Weise um die Einigung eines demokratischen Europa verdient gemacht. Vom 15. Mai 2006 bis zum 14. Januar 2015 war er der elfte Staatspräsident Italiens.

Das Programm zur Preisverleihung finden Sie hier.

Dimitris-Tsatsos-Prize 2016

Die Preisverleihung ist unter folgendem Link als Stream abrufbar.


 
DTIEV | 15.02.2017
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