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Seminare des Lehrstuhls

(Abschluss-)Seminar im WS 2017/2018: mandatum – Das Auftrags- und Geschäftsbesorgungsrecht in seiner historischen und internationalen Dimension

Liebe Kommilitonen,

im Wintersemester 2017/18 veranstalte ich das (Abschluss-)Seminar „mandatum – Das Auftrags- und Geschäftsbesorgungsrecht in seiner historischen und internationalen Dimension“. Das Seminar wird am 15. und 16. Dezember 2017 in München (Regionalzentrum München)

stattfinden. Das Seminar ist im Studiengang „EJP“ dem Schwerpunktbereich „Privatrecht in seiner historischen und internationalen Dimension“ zugeordnet. Weniger das geltende (nationale und europäische) Auftrags- und Geschäftsbesorgungsrecht, als vielmehr seine Wurzeln im Römischen und Kanonischen Recht und die zunehmende wissenschaftliche Durchdringung in Mittelalter, Neuzeit und Pandektismus stehen im Mittelpunkt unseres Grundlagenseminars. Eine der größten Leistungen der modernen Rechtswissenschaft ist die Trennung – und Abstrahierung – von Mandat und Vollmacht. Bei unseren Überlegungen wollen wir stets einen Blick auf das geltende Recht werfen und uns darüber vergewissern, an welchen Stellen das alte Recht fortwirkt, an welchen Stellen der Fortschritt in der Erkenntnis half, überkommene Zöpfe abzuschneiden. Folgende Themen werden zur Bearbeitung angeboten:

Vertragsschluss

  • mandatum tacitum, negotiorum gestio und moderne Duldungsvollmacht
  • mandatum procuratoris gratia und consilium
  • mandatum qualificatum, fideiussio und mandatum procuratoris gratia
  • mandatum generale cum libera
  • Mandat und Vollmacht

Entgeltlichkeit

  • Die Unentgeltlichkeit des Auftrags und die extraordinaria cognitio
  • Die Unentgeltlichkeit des Auftrags im ius commune bis zum Vorabend des BGB
  • Der Sorgfaltsmaßstab und das Utilitätsprinzip

Pflichten des Beauftragten

  • Die Substitution (wegen des Umfangs sollte das Thema nicht alleine, sondern von zwei oder drei Teilnehmer, die arbeitsteilig bearbeitet werden)
  • Herausgabepflicht und Verzinsung verwendeten Geldes

Pflichten des Auftraggebers

  • Haftung für Schäden und Verluste des Beauftragten

Beendigung

  • Widerruf und Kündigung des Auftrags

Themen auf Grundlage eigener Vorschläge der Teilnehmer können leider nicht ergeben werden. Sie können aber eine oder mehrere Präferenzen für eines oder mehrere der angebotenen Themen abgeben, die wir nach Möglichkeit bei der Zuteilung beachten werden. Ich bitte Sie, sich zu diesem Zweck spätestens bis zum 16. Oktober 2017 (11:00 Uhr s.t.) unter den obenstehenden Kontaktdaten per Email mit Herrn von Heese in Verbindung zu setzen. Ab dem 17. Oktober 2017 werden Ihnen die Arbeitsthemen mitgeteilt. Sofern Sie sich nicht bis zu diesem Datum mit uns in Verbindung gesetzt haben, wird Ihnen eines der verbliebenen Themen „zugelost“. Bewerben sich mehrere Teilnehmer auf das gleiche Thema, gilt das Prioritätsprinzip. Können wir Ihrer ersten Präferenz nicht entsprechen, versuchen wir Ihre zweite oder dritte Präferenz zu berücksichtigen. Ist auch dies nicht möglich, entscheidet auch hier der Zufall. Eingrenzungen und Schwerpunksetzungen erfolgen in Absprache mit dem jeweils zugewiesenen Betreuer. Sichere Kenntnisse im geltenden nationalen und europäischen Recht werden vorausgesetzt. Für notwendige Vertiefungen seien Ihnen insoweit die großen Kommentare zum BGB empfohlen (Staudinger, Münchner Kommentar). Die Vorbemerkungen zu den einzelnen Regelungskomplexen enthalten meist auch größere oder kleinere Abrisse der (historischen) Entwicklung der vorgestellten Rechtsinstitute. Für einen ersten Einstieg in die dogmengeschichtlichen Grundlagen ist sicherlich der HKK (Historisch-kritischer Kommentar zum BGB) ein unerlässliches Hilfsmittel. Hier finden Sie die notwendigen Verweise, die Sie zur aktuellen wissenschaftlichen Diskussion, aber auch zu den römischen Quellen und zu der wesentlichen mittelalterlichen und neuzeitlichen Literatur weiterleiten. Um wichtige Werke älterer Juristen (Lauterbach, Stryk, Cujas, Donellus) kommen sie nicht herum. Der Detailreichtum auf komprimierten Raum, die hervorragenden Verweise auf ältere und zeitgenössische Literatur und Rechtsprechung sowie manch treffliches Argument können Sie hier finden. Die Arbeit selbst soll einen Umfang von 25 Seiten nicht überschreiten. Die üblichen Formalia (Schriftgröße 12; Zeilenabstand 1,5; Rand: 1/3; Schrift: Times New Roman) und wissenschaftliche Standards (Inhaltsverzeichnis, Literaturverzeichnis, einheitliche Fußnoten) sind einzuhalten. Ihr mündlicher Vortrag wird jeweils 30 Min dauern. Eine Diskussion Ihrer Ergebnisse und Thesen mit weiteren 30 min schließt sich an. Die Arbeit muss dem Lehrstuhl und Ihrem Betreuer in elektronischer Form (.pdf-Datei) spätestens am 5. Dezember 2017 um 11:00 Uhr s.t. vorliegen. Gleichzeitig bitten wir Sie, uns zwei gedruckte Exemplare zukommen zu lassen.

Mit den besten Grüßen und Wünschen für ein erfolgreiches Seminar

Ihr Prof. Dr. Andreas Bergmann

Lehrstuhl Bergmann | 10.10.2017
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, Lehrstuhl für Bürgerliches Recht, Privatrechtsgeschichte sowie Handels- und Gesellschaftsrecht, 58084 Hagen