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Politikwissenschaft IV: Politik und Verwaltung

Im Bereich der politikwissenschaftlichen Verwaltungsforschung steht die Analyse des Wandels von Verwaltungs- und Politikstrukturen im Fokus des Interesses. Der Wandel resultiert vorwiegend aus der Europäisierung der Politik, dem zunehmenden Konsolidierungs- und Wettbewerbsdruck auf die öffentlichen Haushalte und Verwaltungen und dem Profilierungs- und Legitimationsbedarf im Zuge von wachsender Parteienverdrossenheit und intensivem Parteienwettbewerb um partizipative und effizienzorientierte Reformkonzepte. Dementsprechend kann dieser Wandel nur durch die Analyse der engen Verflechtungen zwischen Politik und Verwaltung verstanden werden.

Das Profil des Lehrgebiets „Politik und Verwaltung“ zeichnet sich vor dem Hintergrund dieser Veränderungsprozesse und normativen Reformkonzepte durch eine stärker empirische, kritische Ausrichtung aus. Insbesondere durch qualitative und quantitative Vergleiche auf subnationaler Ebene sollen die Handlungschancen und –restriktionen effizienten Verwaltungshandelns und demokratischen Regierens ausgelotet werden. Dabei wird das Forschungsprofil bewusst nicht auf die Grundlagenforschung verengt, sondern im Hinblick auf die in der Lehre zu vermittelnden Forschungsergebnisse wird als zweites Standbein eine stärker anwendungs- und praxisorientierte Forschung bis hin zum Wissenstransfer durch Politik- und Gesellschaftsberatung angestrebt.

Inhaltliche Schwerpunkte in Forschung und Lehre sind die Verwaltungs- und Haushaltspolitik und institutionelle Demokratiereformen.

Im Lehrgebiet sollen damit erstens verstärkt die empirischen Bedingungen für effizientes und effektives Verwaltungshandeln und für die erfolgreiche Umsetzung von Verwaltungsreformen untersucht werden, um auf dieser Grundlage zu empirisch gesättigten Strategieempfehlungen für die Verwaltungspraxis zu kommen. Dabei wird auch die Haushaltspolitik und Haushaltskonsolidierung als Zusammenspiel von Institutionen und politischen und gesellschaftlichen Akteuren (unter Einschluss von Verwaltungen) in die Analyse einzubeziehen sein.

Zweitens sollen die Einflüsse von institutionellen Reformen der repräsentativen Demokratie und der Einführung von direkten und kooperativen Demokratieelementen auf das Kräftedreieck zwischen Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft untersucht werden. Neben den Wirkungen von Verfassungs- und Wahlrechtreformen, sowie von stärker partizipativ orientierten Verwaltungsreformen, werden auch (neue) Formen der innerparteilichen Demokratie näher betrachtet. Bei der Evaluation dieser durchaus unterschiedlichen und zum Teil widersprüchlichen Reformbestrebungen sollen auch Genderaspekte in Forschung und Lehre eine starke Berücksichtigung finden.

07.11.2013
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