Modul 4: Theorie und Diagnose der Gesellschaft

(Wintersemester 2017/18)

Inhalte

Folgende drei Kurse müssen belegt und studiert werden, wenn Sie die Prüfung in diesem Modul ablegen möchten.

03708 Soziologische Gegenwartsdiagnosen 4 SWS
03739 Diskurstheorie und Gesellschaft 2 SWS
03740 Modernisierung und Protest 2 SWS
Zum Inhalt und Zusammenhang der Kurse

Ausgehend von aktuellen soziologischen Gegenwartsdiagnosen initiieren die Inhalte des Moduls eine vertiefte und ausführliche Auseinandersetzung mit makrosoziologischen Wechselwirkungen zwischen Phänomenen sozialen Wandels und gesellschaftlicher Ordnung.

Den Einstieg bildet der Kurs 03708 „Soziologische Gegenwartsdiagnosen“ und leitet zur vergleichenden Beschäftigung mit soziologischen Gegenwartsdiagnosen an. So werden jeweils Gemeinsamkeiten und Unterschiede der diagnostischen Arbeiten soziologischer Autoren und Autorinnen herausgearbeitet: Erstens werden die Gegenwartsdiagnosen daraufhin betrachtet, was sie zu bestimmten gesellschaftlichen Teilsystemen wie Wirtschaft, Politik oder Religion an Aussagen treffen. Zweitens werden Aussagen zu verschiedenen Aspekten des Verhältnisses von Individuum und Gesellschaft verglichen. Drittens werden einige generelle Denkfiguren der Gegenwartsdiagnosen herausgearbeitet – wie etwa anthropologische Grundannahmen.

Auf der Grundlage der vertieften Kenntnis gesellschaftlicher Gegenwartsdiagnosen leitet der Kurs 03739 „Diskurstheorie und Gesellschaft“ zur Auseinandersetzung mit dem Anteil von Diskursen in der Konstitution, Stabilisierung und Wandlung von Gesellschaft an. Ausgehend von der spezifischen Diskurstheorie Michel Foucaults werden grundlegende Einblicke in soziologische Diskurstheorie gegeben, diskursive Praktiken neben anderen als eine relevante Dimension von Praxis eingeführt und methodische Instrumente zur Analyse von Diskursen an die Hand gegeben.

Einen spezifischen Fokus auf das Verhältnis von sozialem Wandel und gesellschaftsrelevanten Diskursen richtet daraufhin der Kurs 03740 „Modernisierung und Protest“ in der Auseinandersetzung mit neuen sozialen Bewegungen. Diese stehen im Schnittpunkt von Prozessen sozialen Wandels und gesellschaftlicher Integration. Für die Individuen stellen sie Foren der Gemeinschaftsbildung dar und wirken darüber identitätsstiftend. Darüber hinaus sind soziale Bewegungen kollektive Akteure, die aufgrund von Ressourcenzusammenlegung in der Lage sind, gezielt Wirkungen auf der Ebene gesellschaftlicher Strukturen hervorzurufen. Dieser Kurs gibt sowohl einen Überblick über die neuere Entwicklung von Protestbewegungen als auch über ihre integrativen Funktionen und strukturellen Effekte.

Somit vereint das Modul Beiträge zu vergleichender gegenwartsdiagnostischer Soziologie (Kurs 03708), zu soziologischer Diskurs- und Gesellschaftstheorie (Kurs 03739) und zur Soziologie sozialer Bewegungen (Kurs 03740).

Lernergebnisse/Kompetenzen

Die Studierenden setzen sich mit soziologisch relevanten Grundfragen zu Wechselwirkungen zwischen Individualisierung und gesellschaftlicher Ordnung auseinander. Auf dieser Grundlage wird das spezifische Verhältnis von Diskurs und Gesellschaft thematisiert. Von dort aus wird die Rolle von Protestformen als Ausdruck sozialer Bewegungen für sozialen Wandel fokussiert.

Fachkompetenzen:

Die Studierenden erinnern die relevanten Theorien, Modelle und Begriffe in den Bereichen der Wechselwirkungen zwischen Individualisierung und gesellschaftlicher Ordnung.

Die Studierenden kennen soziologische Gegenwartsdiagnosen und können diese wiedergeben, erläutern, zueinander in Beziehung setzen und fachlich einordnen. Sie haben vertiefte Einsicht in die soziologischen Gesellschaftsdiagnosen erlangt und können Wechselwirkungen zwischen Individuum und Gesellschaft analytisch einordnen. Die Studierenden sind in der Lage, soziologische Zeitdiagnosen auf verschiedene spezifische soziale Phänomene anzuwenden,  deren Zusammenhänge zu beurteilen und sie diesbezüglich zu vergleichen.

Die Studierenden kennen theoretische Ansätze der Diskurstheorie und verstehen das Verhältnis von Diskurs und Gesellschaft. Sie können Diskurse ins Verhältnis zu Prozessen gesellschaftlichen Wandels bzw. gesellschaftlicher Stabilität setzen und deren Relevanz beurteilen. Die Studierenden können Diskurse in ihrer konstituierenden, produktiven sowie determinierenden und generierenden Wirkung auf Praxis identifizieren und analysieren. Sie sind fähig, eine diskursanalytische Fragestellung und ein gemäß anerkannter Methoden der empirischen Sozialforschung adäquates Forschungsdesign  zu entwickeln und die Wahl der zur Beantwortung eingesetzten Werkzeuge methodologisch zu begründen.

Die Studierenden kennen Ansätze der Bewegungsforschung und können Protestpraktiken im Spannungsfeld gesellschaftlicher Inklusion und Individualisierung einordnen. Zudem sind sie imstande, Wechselwirkungen zwischen Individualisierung und gesellschaftlicher Ordnung zu analysieren und die Rolle von Protestformen als Ausdruck sozialer Bewegungen für Prozesse sozialen Wandels theoriegeleitet zu reflektieren und zu beurteilen. Die Studierenden können  aus verschiedenen ihnen bekannten theoretischen Perspektiven Analysemethoden der Bewegungsforschung auswählen, um ausgehend von historischen oder gegenwärtigen Protestformen wissenschaftliche Fragestellungen zu entwickeln und diese mit den anerkannten Techniken wissenschaftlichen Arbeitens zu beantworten.

Weitere Schlüsselkompetenzen:

Die Studierenden

  • können im Rahmen der individuellen und/oder kooperativen Bearbeitung der Modulinhalte Lern- und Arbeitsprozesse zeitlich, sachlich und sozial organisieren;
  • bauen die Fähigkeiten zum selbstorganisierten Lernen aus, indem sie zeit- und ortsunabhängig lernen, ein Zeitmanagement erstellen und dessen Umsetzung und Einhaltung eigenständig organisieren;
  • haben durch die Integration digitaler Lehr-/Lernformen innerhalb des Moduls ihre Fähigkeiten im Umgang mit neuen Medien erweitert und können differenziert mit unterschiedlichen Medialen Lernangeboten umgehen;
  • können Angebote verschiedener digitaler Medien zum Selbststudium sowie zur aktiven Teilnahme in Online-Lerngruppen synchron und asynchron nutzen und aktiv mitgestalten;
  • sind durch die Teilnahme an Präsenz- und Online-Seminaren imstande kooperativ zu lernen.

Die Studierenden haben durch die Prüfungsvorbereitung und Prüfungsform der Hausarbeit die Fähigkeit erlangt, komplexe Inhalte auf fachwissenschaftlichem Niveau zu recherchieren. Sie können für die von ihnen entwickelten Fragestellungen relevante von irrelevanten medialen Quellen unterscheiden und über die Kurse hinaus soziologische Fachliteratur unterschiedlicher Medien recherchieren, beschaffen und im Rahmen der Erstellung der Hausarbeit nutzen. Sie können in Hinblick auf die Fragestellung relevante Ergebnisse identifizieren, schriftlich präsentieren und in einen größeren Bedeutungszusammenhang in einem argumentativ aufeinander aufbauenden Fließtext einbetten.

Zugang zu den Lernmaterialien und weiteren studienrelevanten Informationen sowie Kontakt zu den Betreuenden und den Mitstudierenden erhalten Sie in der
moodle moodle Lernumgebung des Moduls.
Die Lernumgebung wird zu Beginn des Semesters für die BelegerInnen des Moduls automatisch geöffnet.

Modulbeauftragte

Voraussetzungen für die Zulassung zur Prüfung

Einschreibung in den Studiengang und Belegung der Kurse des Moduls

Prüfungsformen

Spezielle Hinweise zur Hausarbeit im Modul 4 werden rechtzeitig in der moodle Lernumgebung veröffentlicht.

Form Prüfungsnummer Termin Anmeldeschluss
Hausarbeit 107042 während des Semesters 15.12.2017

Zur Prüfungsanmeldung

 

Weitere Informationen zum Modul

Lehrformen

Selbststudium mit Print- und Onlinematerial

Dauer

1 Semester

Häufigkeit

Das Modul wird im Sommer- und Wintersemester angeboten.

Umfang

Workload: 450 h, ECTS-Punkte: 15

Teilnahmevoraussetzungen

Keine

Voraussetzungen für die Vergabe von ECTS-Punkten

Belegung aller Kurse und erfolgreicher Abschluss der Prüfung

Stellenwert der Note für die Endnote

15/120