Aktuelles

08. August 2022

CoVio – Summer School: „Gewaltgesellschaften. Geschichte und Gegenwart“

Rz-berlin-gebaeudeFoto: Thomas Rosenthal
Campus Berlin der FernUniversität in Hagen

Mit der Summer School „Gewaltgesellschaften. Geschichte und Gegenwart“, die vom 8. bis 12. August im Zentrum von Berlin stattfindet, laden wir ein, historischen und aktuellen Gewaltereignissen nachzugehen, Methoden der Gewaltforschung kennenzulernen sowie sich mit Studierenden und Nachwuchswissenschaftler*innen auszutauschen und zu vernetzen.

Die Summer School ist Teil des besonderen Lehr- und Forschungsangebots, das der Forschungsverbund CoVio (Collective Violence) anbietet, in dem Lehrstühle, Institute und Forscher*innen der FernUniversität in Hagen und der Ruhr-Universität Bochum gemeinsam arbeiten.

Die Summer School „Gewaltgesellschaften. Geschichte und Gegenwart“ wendet sich an Studierende in der Bachelor- und Master-Phase, an Promovierende sowie Interessierte. Mit fünf intensiven Arbeitstagen möchten wir in thematischen Einheiten das Beziehungsgeflecht von „Gewalt“ und „Gesellschaft“ in den Blick nehmen, wobei wir gemeinsam Beobachtungen und Forschungsprobleme vertiefen werden, die auf das Phänomen selbst zielen, aber auch seine Strukturen, Prozesse und Ausprägungsformen charakterisieren.

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Dabei kann bereits aus der Polyvalenz des Begriffs der „Gewaltgesellschaft“ selbst ein erster Hinweis auf die Multidimensionalität der Herausforderung geschlossen werden: Ist der Begriff ein „Label“, mit dem die eigene Gewaltförmigkeit einer Gesellschaft und ihre innere Dynamik gekennzeichnet werden soll? Kann der Begriff als Ankerbegriff verstanden werden, der auf eine jeglicher Form von Vergesellschaftung anthropologisch inhärente Gewaltförmigkeit verweist, aber auch verknüpft werden kann mit Aspekten von sozialer Macht und politischer Herrschaft? Ist die „Gesellschaft der Gewalt“ als Genetivus obiectivus oder Genetivus subjectivus zu deuten?

Die Summer School möchte den Begriff der „Gewaltgesellschaft“ sowohl in historischer und systematischer Hinsicht als auch in Bezug auf aktuelle Herausforderungen ergründen. Ziel ist die Formulierung interdisziplinärer Zugänge und eine Vielzahl von Anregungen für eigene Forschungstätigkeiten.

Das Programm der Summer School will die aufgeworfenen Fragen sicherlich nicht beantworten, sondern sie vielmehr überhaupt erst stellen. Gemeinsam mit den Projektpartnern von CoVio, den Mitarbeiter*innen des Instituts für Diaspora- und Genozidforschung der Ruhr-Universität Bochum und der Lehrgebiete der Kultur- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der FernUniversität in Hagen wollen wir die Tragweite von Begriff und Konzept der „Gewaltgesellschaft“ prüfen und Perspektiven für die Überführung in weitergehende wissenschaftliche Fragestellungen eröffnen.

Neben wissenschaftlichen Workshops, Vorträgen und Podiumsdiskussionen erwartet Sie ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm, bei dem Sie spannende Lesungen ebenso erleben dürfen, wie den Besuch eines „Gewaltparks“.


26. Mai 2021

Pressebericht in der Westfalenpost Hagen: „Im Schulterschluss wird Forschung konkret”

Ein Team aus For­schenden der Ruhr-Universität Bo­chum und der FernUniversität in Hagen will diesen Herausforderun­gen nun mit einem Verbundprojekt begegnen. ,„Das ist in dieser Form neu und einzigartig, wir gewinnen einen umfassenden wissenschaftli­chen Einblick, beschäftigen uns zum einen mit dem historischen Kontext, blicken aber auch konkret in die Zukunft und gehen sie mit verschiedenen Projekten an”, er­klärt Prof. Jürgen Nagel, Dekan der Fakultät für Kultur- und Sozialwis­senschaften an der Fernuniversität.

Er ist, gemeinsam mit Dr. Kristin Platt (Ruhr-Uni Bochum, Institut für Diaspora- und Genozidfor­schung), Projektleiter für das Pro­jekt „Collective Violence", kurz: ,,CoVio". In dem neuen For­schungsverbund werden Wissen­schaftler – insgesamt 18 – aus den Disziplinen Geschichte, Soziolo­gie, Philosophie, Bildungs-, Politik­sowie Literaturwissenschaft zusam­menarbeiten, um neue Wege einer intensiven Verbindung von For­schung, Bildung und Öffentlichkeit zu beschreiten. Entstehen soll da­raus am Ende unter anderem ein neuer Masterstudiengang. Zum Artikel (PDF 3 MB)