Modul 25202
G2: Geschichte der Schriftkultur [PRAXIS]
Auf einen Blick
| Belegnummer | 25202 |
| ECTS | 15 |
| Workload | 450 Std. |
| Kosten | 165 € |
| Angebotshäufigkeit | Jedes Semester |
| Material | Print und Online |
| Betreuung | moodle Lernumgebung |
| Prüfung | Hausarbeit/ Praxis-Hausarbeit/ Portfolio/ Mündliche Prüfung |
LE1: Die Lerneinheit behandelt Formen und Funktionen des Schriftgebrauchs in Antike, Mittelalter und Früher Neuzeit. Die ausgewählten Fallbeispiele und Themen (u.a. Homerische Epen, römische Grabinschriften, mittelalterliche Handschriften und Bildzeugnisse, Flugschriften des 16. Jahrhunderts, Alphabetisierung 1500-1850) vermitteln epochenspezifische Kenntnisse, eröffnen aber zugleich eine systematische Perspektive auf die soziale Exklusivität des Schriftgebrauchs in der Vormoderne und die damit verbundenen Kontroll- und Herrschaftsmechanismen.
LE2: Ergänzend zur Lerneinheit über die „Alteuropäische Schriftkultur“ (LE1) vermittelt diese Lerneinheit einen Überblick über den vormodernen Bildgebrauch. Im Mittelpunkt steht die Geschichte des Bildes in den christlichen Gesellschaften der Spätantike und des Mittelalters im Spannungsfeld von alttestamentarischem und frühchristlichem Bilderverbot und dem Bedürfnis nach visueller Vergegenwärtigung und Veranschaulichung des Heilsgeschehens. Das christliche Bild der Vormoderne war kein entrücktes „Kunstobjekt“, sondern Medium innerhalb eines lebendigen Dialoges, in dem mentale und materielle Bilder wechselseitig aufeinander einwirkten.
LE3: Im Mittelpunkt der Lerneinheit stehen vor allem zwei Fragen: (a) Bedeutung linguistischen Knowhows als Herrschaftstechnik für die Europäische Expansion; (b) Folgen dieser Entwicklung für die außereuropäischen Schriftkulturen. Sprache und Schrift im Dienst kolonialer Macht oder christlicher Mission führten zu tiefgreifenden Veränderungen in der überseeischen Welt, indem sich europäische Idiome verbreiteten, während kleine indigene Sprachen verschwanden, andere eine Schrift erhielten und sich gegenüber der kolonialsprachlichen Konkurrenz behaupten konnten.
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Einheit Titel Vorschau LE1: Alteuropäische Schriftkultur PDF LE2: Bild und Bildkultur in Alteuropa PDF LE3: Europäische Expansion und außereuropäische Schriftkulturen PDF Zugang zu den Lernmaterialien und weiteren studienrelevanten Informationen sowie Kontakt zu den Betreuenden und den Mitstudierenden erhalten Sie in der Moodle-Lernumgebung des Moduls.
Die Lernumgebung wird zu Beginn des Semesters für die Beleger*innen des Moduls automatisch geöffnet.
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Die Studierenden
- können erläutern, warum schriftliche Zeugnisse zu den wichtigsten kulturellen Äußerungsformen gehören und inwiefern die Verbreitung von Schriftsystemen revolutionierende Folgen für den Wissensbestand, die Wissensnutzung und den Denkstil der betroffenen Kulturen besitzen,
- verstehen, dass aufgrund der für Alteuropa charakteristischen sozialen Dynamik die soziale Exklusivität des Schriftgebrauchs weniger ausgeprägt war als in anderen Kulturen,
- können nachvollziehen, dass dennoch die Einschränkung des Schriftgebrauchs auf Funktionseliten ein Kennzeichen der alteuropäischen Schriftkultur war,
- sind durch den historischen Längsschnitt mit den schrifttechnologischen Errungenschaften Alteuropas vertraut,
- entwickeln ein selbstkritisches Bewusstsein von der Geschichtlichkeit ihres eigenen Schreib-, Lese und Denkstils,
- können erläutern inwiefern diese schriftkulturellen Muster im Zuge der europäischen Expansion des 15. Jahrhunderts globale Bedeutung entwickelten,
- können nachvollziehen, dass linguistisches Spezialwissen entscheidend war, um koloniale Herrschaft aufzubauen und zu stabilisieren,
- verstehen, welche Entwicklungen parallel zu Schrift und Schriftlichkeit Bild und Bildlichkeit in der Geschichte Alteuropas durchliefen,
- können kritisch diskutieren welchen Stellenwert Bilder für die Religionsgeschichte und Kultpraxis des Christentums hatten.
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Durch die Prüfungsleistungen sollen Sie zeigen, dass Sie alle Lerneinheiten des Moduls durchgearbeitet und sich grundlegende Kenntnisse zu den zentralen Themen des Moduls angeeignet haben. Das heißt, dass wir als Prüfer/innen grundsätzlich die Kenntnis aller Lerneinheiten (und ggf. weiterer Pflichtliteratur) voraussetzen. Praktisch gesehen ist es natürlich unmöglich, diese Kenntnisse in ihrer ganzen Breite umfassend und lückenlos überprüfen zu wollen. Das geht nur punktuell, d.h. durch sinnvoll ausgewählte Schwerpunkte, wobei die Art der Schwerpunktsetzung von der Prüfungsleistung abhängt, für die Sie sich entscheiden. Grob gesagt lässt sich in der mündlichen Prüfung noch am ehesten in die Breite gehen, während in der Hausarbeit die Vertiefung ansteht. Zudem haben Sie ab SoSe 2025 in diesem Modul auch die Möglichkeit einer Portfolioprüfung.
Konkret und im Einzelnen:
Bei einer mündlichen Prüfung können (und sollen) Sie die Schwerpunkte vorher mit Ihrer Prüferin oder Ihrem Prüfer absprechen. Dabei empfiehlt sich in der Regel die Schwerpunktsetzung auf eine bestimmte Lerneinheit, wobei es dann in der Prüfung relativ einfach ist, von diesem Schwerpunkt aus die Bezüge zu den Inhalten der übrigen Lerneinheiten herzustellen.
Interessenten melden sich bitte zuerst bei den betreffenden Lehrgebieten, um einen Termin, eventuell auch einen Ersatztermin, bei der gewählten Prüferin oder dem Prüfer zu vereinbaren. Zur Prüfung hinzugezogen wird eine Beisitzerin oder ein Beisitzer zur Protokollführung, die oder der vom Lehrgebiet bestimmt wird.
Weitere Informationen unter dem Reiter "Prüfung" auf dieser Modulseite.
Bei einer Hausarbeit geht es darum, aus dem thematischen Feld des Moduls eine relativ enge (und als solche genau abgegrenzte) Fragestellung selbständig zu vertiefen. Dies bedeutet in der Regel, dass Sie sich nicht nur innerhalb des Moduls, sondern sogar innerhalb einer Lerneinheit mit Hilfe weiterer Literatur ‚spezialisieren’. Der weite Blick soll aber auch hier zum Tragen kommen: nämlich durch die Art und Weise, in der Sie (in der Regel in der Einleitung und am Schluss der Hausarbeit) Ihr ‚kleines’ Thema im Rahmen der übergreifenden Fragestellungen des Moduls platzieren.
Hausarbeiten sind in der Regel lerneinheitsbezogen angelegt. BeimPrüfungsamt melden Sie an (Termin siehe unten), dass Sie als Leistungsnachweis eine Hausarbeit gewählt haben. Ideen für Hausarbeitsthemen sollten von den Studierenden zunächst selbstständig erarbeitet werden. Endgültige Themenfestlegung und Erstellung des Exposés erfolgen dann in enger Absprache mit einer der oben angegebenen Ansprechpersonen (Betreuer/Betreuerin). Nach Ihrer Hausarbeitsanmeldung beim Prüfungsamt (oder auch schon vorher) setzen Sie sich mit Ihrem Betreuer/Betreuerin in Verbindung, um ein Thema abzusprechen und reichen ihm/ihr anschließend ein Exposé ein (Einleitung, Gliederung, Quellen- und Literaturverzeichnis, Matrikelnummer und Name). Erst nachdem dieser Entwurf durchgesehen und von Ihnen ggf. verbessert wurde, wird das endgültige Thema vergeben, indem es von der oder dem Betreuenden dem Prüfungsamt angezeigt und Ihnen dann vom Prüfungsamt per Post mitgeteilt wird.
Portfolioprüfungen
In diesem Modul besteht die Möglichkeit einer Portfolio-Prüfung als Prüfungsleistung. Die Portfolio-Prüfung – Modelle PortGGAE oder PortGEW – wird gemäß § 6 Abs. 6b + 6d der Studienordnung angeboten. Welches Modell Ihr Prüfer/Ihre Prüferin nutzt, finden Sie in der unten folgenden Auflistung – bitte beachten Sie zudem, dass es für die unterschiedlichen Portfolio-Modelle auch unterschiedliche Prüfungsnummern gibt.
Modell PortGGAE
Eine Portfolio-Prüfung besteht im Modell PortGGAE aus mindestens zwei benoteten Portfolio-Prüfungselementen sowie ggf. weiteren unbenoteten Elementen (s. StO). Die Reihenfolge ist insofern festgelegt, als die letzte Prüfung online angemeldet und schriftlich über das Online-Übungssystem hochgeladen werden muss (4 Wochen Bearbeitungszeit). Alle früheren Teilprüfungen finden in Absprache mit den Prüfer:innen statt. Für die Themenabsprache wird wie in den anderen Prüfungsformen ein Exposé erwartet (Frist für Abschluss Themenabsprache s.u.).
In der Regel besteht der erste Teil der Portfolioprüfung aus einer Leistung bei einer Präsenzveranstaltung (etwa: Referat mit Präsentation und Handout). Der zweite Teil ist schriftlich zu erstellen und – nach Themenmeldung durch die Prüfenden ans Prüfungsamt und Themenmitteilung durch das Prüfungsamt – innerhalb von vier Wochen im online-Übungssystem hochzuladen. Dieser schriftliche Teil (8-10 Seiten) enthält entweder eine Diskussion der wichtigsten zum engeren Referatsthema oder dem weiteren Seminarthema herangezogenen Literatur oder eine ausführliche Quelleninterpretation.
Achtung: nicht in jeder Präsenzveranstaltung des Lehrgebietes steht die Möglichkeit einer Portfolioprüfung zur Verfügung, auch wenn sie für Modul G2/ 25202 freigegeben ist.
Prüfungsrelevant ist bei der Lerneinheit „Alteuropäische Schriftkultur“ in der Regel nur der Zeitraum der Vormoderne (bis um 1800).
Modell PortGEW
Die Portfolio-Prüfungselemente des Modells PortGEW werden zu vorgegebenen Themenbereichen durchgeführt, aus denen die Studierenden einen auswählen. Zu Beginn jeden Semesters wird über das Studienportal und die entsprechende Moodle-Plattform die Themenliste einschließlich der Zuordnung zu einem oder einer Prüfungsberechtigten veröffentlicht. Die Portfolio-Prüfung besteht aus drei gleichrangigen Teilleistungen, die alle benotet werden und jeweils mit mindestens 4,0 bestanden sein müssen. Als Teilleistungen stehen innerhalb des gewählten Themenbereichs eine Bibliographie, eine Rezension, eine Quellenanalyse, eine Methodenreflektion und eine Präsentation zur Verfügung. Aus diesen müssen drei frei gewählte und mit dem Prüfer oder der Prüferin abgesprochene Teilleistungen schriftlich erbracht und im Online-Prüfungssystem hochgeladen werden. Setzen Sie sich bitte frühzeitig mit dem Prüfer oder der Prüferin für alle weiteren Absprachen in Verbindung. Als Bearbeitungszeitraum stehen insgesamt 6 Wochen ab der Themenanmeldung beim Prüfungsamt zur Verfügung (Frist für Abschluss Themenabsprache s.u.). Nähere Informationen finden Sie hier sowie auf den jeweiligen Moodle-Plattformen.
Informationen zur Portfolio-Prüfung PortGEW (PDF 283 KB)
Für Themenabsprachen zu den einzelnen Lerneinheiten (Hausarbeit, mündliche Prüfung, Portfolio-Prüfung) wenden Sie sich bitte an folgende Ansprechpartner/innen:
Lerneinheit Epoche Ansprechpersonen
Prüfer/innenPortfolio-Modell LE1 Alteuropäische Schriftkultur Antike Dr. Konrad Stauner
konrad.staunerDr. Daniel Syrbe
daniel.syrbeSpätantike/
Früheres MittelalterPD Dr. Eva-Maria Butz
eva-maria.butzPortGGAE Späteres Mittelalter Prof. Dr. Felicitas Schmieder
felicitas.schmiederPortGGAE Frühe Neuzeit apl. Prof. Dr. Sven Externbrink
sven.externbrinkPortGGAE LE2 Bild und Bildkultur in Alteuropa Spätantike/ Früheres Mittelalter PD Dr. Eva-Maria Butz
eva-maria.butzPortGGAE LE3 Europäische Expansion und außereuropäische Schriftkulturen Tabea U. Buddeberg M.A.
tabea.buddebergPortGEW - Für diesen Prozess sollten Sie genügend Zeit einkalkulieren. Zur Absprache eines Themas setzen Sie sich daher frühzeitig mit dem Lerneinheit-Betreuer oder der Lerneinheit-Betreuerin in Verbindung.
- Meldung des Hausarbeitsthemas durch die jeweilige Prüfer/innen beim Prüfungsamt bis spätestens: 12.08.2026
- Portfolio PortGGAE (4 Wochen) bis spätestens: 26.08.2026
- Portfolio PortGEW (6 Wochen) bis spätestens: 12.08.2026
- Bitte beachten Sie, dass die Einreichung von Hausarbeiten im Modul G2 ausschließlich elektronisch über das Online-Übungssystem erfolgt.
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Voraussetzungen für die Zulassung zur Prüfung
Die ordnungsgemäße Belegung des Moduls ist Voraussetzung für die Zulassung zur Prüfung.
Sollten Sie das Modul wiederholen, ist ebenfalls Ihre Belegung des Moduls (über das Wiederholerkennzeichen) erforderlich.Prüfungsformen
Form Prüfungs-Nr. Termin Anmeldeschluss Hausarbeit 103122 während des Semesters - SoSe: 15. Juni
- WiSe: 15. Dezember
Hausarbeit[Praxis] 103121 während des Semesters Portfolio Modell PortGGAE (4 Wochen) 103125 während des Semesters Portfolio Modell PortGEW (6 Wochen) 103126 während des Semesters Mündliche Prüfung
Bitte halten Sie sich einen dieser Tage für Ihre Prüfung frei. In begründeten Ausnahmefällen können auch abweichende Termine vereinbart werden.103124 - LG Geschichte und Geg enwart Alteuropas:
21. - 22.09.2026
Präsenz
23. – 25.09.2026
Online über Zoom - LG Geschichte Europas in der Welt:
14. – 18.09.2026
Termine für Ihre mündliche Prüfung vereinbaren Sie bitte nach Themenabsprache mit den Sekretariaten der Lehrgebiete:
LG Geschichte und Gegenwart Alteuropas:
Christiane Eilers: E-Mail: sekretariat.schmieder, Tel. +49 2331 987–4752LG Geschichte Europas in der Welt:
Karin Gockel: E-Mail: karin.gockel, Tel. +49 2331 987–2122Die Präsenz-Prüfungen finden in den Räumen des Historischen Instituts, KSW Geb. 1 statt.
Modulverantwortliche
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Foto:
Werner Maleczek
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Werner Maleczek
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Hardy Welsch
Christiane Eilers B.A.