Modul 25204

 

G4: Kulturelle Räume und Grenzen [PRAXIS]

 

Auf einen Blick

Belegnummer 25204
ECTS 15
Workload 450 Std.
Kosten 165 €
Angebotshäufigkeit Jedes Semester
Material Print und Online
Betreuung moodle Lernumgebung
Prüfung Hausarbeit/ Praxis-Hausarbeit/ Portfolio/ Mündliche Prüfung

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LE1: Der geographische Bereich „Europa“ wurde in Antike und Mittelalter von verschiedenen Völkern bewohnt, deren kulturelle Entwicklung nicht zuletzt die „Europäer“ hervorbrachte. Selbstwahrnehmung und -definition dieser zukünftigen Europäer wurden maßgeblich geprägt durch Völker, die von allen Seiten über kürzere oder längere Zeit von außen eindrangen oder einwirkten. Dies wurde als bedrohlich empfunden und je auf spezielle Weise gebannt: Vernichtung, Integration, Ausgrenzung. Um verschiedene Typen dieser Auseinandersetzung zu erfassen, werden mehrere Beispiele über die Zeiten gewählt: Karthager, Normannen, Byzantiner, Mongolen.

LE2: In dieser Lerneinheit werden (a) das Ausgreifen der Europäer seit dem 15. Jahrhundert über die kontinentalen Grenzen hinaus, (b) die Folgen, die sich für die Gesellschaften Asiens, Amerikas, Afrikas und Australiens aus Kolonialismus und Imperialismus, aber auch aus ihrem eigenständig-kreativen Umgang mit der europäischen Herausforderung ergaben, und (c) die Rückwirkung dieser Entwicklungen auf Europa angesprochen. Es geht um Kontakte, Konflikte und um Transfers verschiedenster Art, die kulturelle, regionale und nationale Grenzen überschritten und Räume öffneten, erweiterten und miteinander in Bezug setzten. Damit wird ein Bild von Vielfalt und Tiefe früher Globalisierungsprozesse gezeichnet. Die Lerneinheit ist als online-Angebot konzipiert, das Texte und audiovisuelle Materialien integriert und individuelle Vorgehensweisen und Lernschwerpunkte ermöglicht.

LE3: Die Lerneinheit thematisiert, wie Europäer die alten Hochkulturen Asiens gesehen und beurteilt haben, und führt damit das Konzept der „Kulturellen Grenzen“ als neuen Zugang zur Geschichte der europäischen Expansion ein. Gefragt wird, wie Europäer im Kontakt mit „fremden“ Gesellschaften ihre eigene Identität stabilisierten und hierzu Abgrenzungen zwischen Eigenem und Fremden vornahmen. Verdeutlicht werden die historischen Faktoren der Fremdwahrnehmung zwischen stereotypisierender Verzerrung und realitätsnahen Weltauffassungen, die dabei relevanten Wechselwirkungen und die Auswirkungen auf die „wahrgenommenen“ Gesellschaften. Nach einer theoretischen Einführung wird der Problemkreis anhand dreier Fallbeispiele entfaltet: europäische Sicht der islamischen Zivilisation vom Frühmittelalter bis zur Aufklärung, europäische Kenntnisse und Vorstellungen von Japan, protestantische Mission in Indien im 18. Jahrhundert.

LE4: Die Lerneinheit führt anhand der Entwicklung in Asien und Afrika seit der Aufklärung in die Zusammenhänge von Wissenschaft und europäischer Expansion ein. Sie verdeutlicht am kolonialen Beispiel die historische und kulturelle Bedingtheit von Wissenschaft und setzt so das Thema „Fremdwahrnehmung“ im Kontext der europäischen Moderne fort. Nach einer Erörterung der zentralen Grundbegriffe der Wissenschaftsgeschichte werden die Bedingungen wissenschaftlicher Forschung in den Kolonien, deren Rückwirkung auf die akademische Landschaft in Europa sowie die Wechselwirkungen zwischen Wissenschaft und Kolonialismus beleuchtet. Schließlich wird die Problematik der „akademischen Fremdwahrnehmung“ anhand der Orientalismus-These von Edward W. Said verdeutlicht.

 
  • Einheit Titel Vorschau
    LE1: Außengrenzen Alteuropas PDF
    LE2: Europäische Expansion und Globalisierung (Online-Kurs)  
    LE3: Wahrnehmungsformen und kulturelle Grenzen. Aspekte der europäisch-asiatischen Beziehungen während des Mittelalters und der frühen Neuzeit PDF
    LE4: Wissenschaft und Kolonialismus. Grundzüge der akademischen Konstruktion außereuropäischer Welten vom 18. bis zum 20. Jahrhundert PDF

    Zugang zu den Lernmaterialien und weiteren studienrelevanten Informationen sowie Kontakt zu den Betreuenden und den Mitstudierenden erhalten Sie in der Moodle-Lernumgebung des Moduls.
    Die Lernumgebung wird zu Beginn des Semesters für die Beleger*innen des Moduls automatisch geöffnet.

    Zur Moodle Lernumgebung

  • Die Studierenden

    • können die grundlegenden Zusammenhänge der Überschreitung kultureller Grenzen durch die Expansion Europas seit der Antike im Kontext von Kolonialismus, Imperialismus und Globalisierung darstellen und systematisieren,
    • haben gelernt die konkreten Wirkungszusammenhänge der damit verbundenen interkulturellen Begegnungen erläutern und auf die historischen Rahmenbedingungen beziehen,
    • wissen die Vielfalt der Erscheinungsformen in den beschriebenen Expansions- und Globalisierungsprozessen zwischen Verflechtung und Konfliktpotential zu differenzieren und zu systematisieren,
    • entwickeln eine Vorstellung von der Veränderbarkeit und der Verschiebbarkeit kultureller Räume und Grenzen,
    • wenden Basiskompetenzen des wissenschaftlichen Arbeitens in den Bereichen Recherche und Aufbereitung forschungsrelevanter Informationen an,
    • setzen zentrale theoretische und methodische Konzepte zum Modulthema auf konkrete Fallbeispiel um,
    • hinterfragen die eigene Position bei der „wissenschaftlichen Konstruktion“ von Kenntnissen.
  • Durch die Prüfungsleistungen sollen Sie zeigen, dass Sie alle Lerneinheiten des Moduls durchgearbeitet und sich grundlegende Kenntnisse zu den zentralen Themen des Moduls angeeignet haben. Das heißt, dass wir als Prüfer grundsätzlich die Kenntnis aller Lerneinheiten (und ggf. weiterer Pflichtliteratur) voraussetzen. Praktisch gesehen ist es natürlich unmöglich, diese Kenntnisse in ihrer ganzen Breite umfassend und lücken­los zu überprüfen. Das geht nur punktuell, d.h. durch sinnvoll ausgewählte Schwer­punkte, wobei die Art der Schwerpunktsetzung von der Prüfungsleistung abhängt, für die Sie sich entscheiden. Grob gesagt lässt sich in der mündlichen Prüfung noch am ehesten in die Breite gehen, während in der Hausarbeit die Vertiefung ansteht und die Klausur wiederum irgendwo dazwischen liegt. Zudem haben Sie in diesem Modul auch die Möglichkeit einer Portfolioprüfung.

    Konkret und im Einzelnen:

    Bei einer mündlichen Prüfung können (und sollen) Sie die Schwerpunkte vorher mit Ihrer Prüferin oder Ihrem Prüfer absprechen. Dabei empfiehlt sich in der Regel die Schwerpunktsetzung auf eine bestimmte Lerneinheit, wobei es dann in der Prüfung relativ einfach ist, von diesem Schwerpunkt aus die Bezüge zu den Inhalten der übrigen Lerneinheiten herzustellen.

    Interessenten melden sich bitte zuerst bei den betreffenden Lehrgebieten, um einen Termin, eventuell auch einen Ersatztermin, bei der gewählten Prüferin oder dem Prüfer zu vereinbaren. Zur Prüfung hinzugezogen wird eine Beisitzerin oder ein Beisitzer zur Protokollführung, die oder der vom Lehrgebiet bestimmt wird.

    Weitere Informationen unter dem Reiter "Prüfung" auf dieser Modulseite.

    Bei einer Hausarbeit geht es darum, aus dem thematischen Feld des Moduls eine relativ enge (und als solche genau abgegrenzte) Fragestellung selbständig zu vertiefen. Dies bedeutet in der Regel, dass Sie sich nicht nur innerhalb des Moduls, sondern sogar innerhalb einer Lerneinheit mit Hilfe weiterer Literatur ‚spezialisieren’. Der weite Blick soll aber auch hier zum Tragen kommen: nämlich durch die Art und Weise, in der Sie (in der Regel in der Einleitung und am Schluss der Hausarbeit) Ihr ‚kleines’ Thema im Rahmen der übergreifenden Fragestellungen des Moduls platzieren.

    Hausarbeiten sind in der Regel lerneinheitsbezogen angelegt.
    Beim Prüfungsamt melden Sie an, dass Sie als Leistungsnachweis eine Hausarbeit gewählt haben. (Verstehen Sie bitte die Angabe eines Prüfungsbetreuenden, zu der Sie aufgefordert werden, als rein formal: Für die Betreuung verantwortlich sind die oben angegebenen Lerneinheit-Betreuer/innen).
    Ideen für Hausarbeitsthemen sollten von den Studierenden zunächst selbstständig erarbeitet werden. Endgültige Themenfestlegung und Erstellung des Exposés erfol­gen dann in enger Absprache mit der Betreuerin oder dem Betreuer. Nach Ihrer Hausarbeitsanmeldung beim Prüfungsamt (oder auch schon vorher) setzen Sie sich mit ihm oder ihr in Verbindung, um zunächst ein Thema grundsätzlich abzusprechen, und reichen ihm/ihr danach ein Exposé ein, aus dem die Fragestellung, deren Ope­rationalisierung bzw. Ihre Vorgehensweise, die vorläufige Gliederung sowie das Quellen- und Literaturverzeichnis hervorgehen sollen. Erst nachdem dieser Entwurf durchgesehen und von Ihnen ggf. verbessert wurde, wird das endgültige Thema ver­geben, indem es vom Betreuer/von der Betreuerin dem Prüfungsamt angezeigt und Ihnen dann vom Prüfungsamt per Post mitgeteilt wird.

    Portfolioprüfungen

    In diesem Modul besteht die Möglichkeit einer Portfolio-Prüfung als Prüfungsleistung. Die Portfolio-Prüfung – Modelle PortGEW oder PortGGAE – wird gemäß § 6 Abs. 6d+6b der Studienordnung angeboten. Welches Modell Ihr Prüfer/Ihre Prüferin nutzt, finden Sie in der unten folgenden Auflistung – bitte beachten Sie zudem, dass es für die unterschiedlichen Portfolio-Modelle auch unterschiedliche Prüfungsnummern gibt.

    Modell PortGEW

    Die Portfolio-Prüfungselemente des Modells PortGEW werden zu vorgegebenen Themenbereichen durchgeführt, aus denen die Studierenden einen auswählen. Zu Beginn jeden Semesters wird über das Studienportal und die entsprechende Moodle-Plattform die Themenliste einschließlich der Zuordnung zu einem oder einer Prüfungsberechtigten veröffentlicht. Die Portfolio-Prüfung besteht aus drei gleichrangigen Teilleistungen, die alle benotet werden und jeweils mit mindestens 4,0 bestanden sein müssen. Als Teilleistungen stehen innerhalb des gewählten Themenbereichs eine Bibliographie, eine Rezension, eine Quellenanalyse, eine Methodenreflektion und eine Präsentation zur Verfügung. Aus diesen müssen drei frei gewählte und mit dem Prüfer oder der Prüferin abgesprochene Teilleistungen schriftlich erbracht und im Online-Prüfungssystem hochgeladen werden. Setzen Sie sich bitte frühzeitig mit dem Prüfer oder der Prüferin für alle weiteren Absprachen in Verbindung. Als Bearbeitungszeitraum stehen insgesamt 6 Wochen ab der Themenanmeldung beim Prüfungsamt zur Verfügung (Frist für Abschluss Themenabsprache s.u.). Nähere Informationen finden Sie hier sowie auf den jeweiligen Moodle-Plattformen.

    Modell PortGGAE

    Eine Portfolio-Prüfung besteht im Modell PortGGAE aus mindestens zwei benoteten Portfolio-Prüfungselementen sowie ggf. weiteren unbenoteten Elementen (s. StO). Die Reihenfolge ist insofern festgelegt, als die letzte Prüfung online angemeldet und schriftlich über das Online-Übungssystem hochgeladen werden muss (4 Wochen Bearbeitungszeit). Alle früheren Teilprüfungen finden in Absprache mit den Prüfer/innen statt. Für die Themenabsprache wird wie in den anderen Prüfungsformen ein Exposé erwartet (Frist für Abschluss Themenabsprache s.u.).

    In der Regel besteht der erste Teil der Portfolioprüfung aus einer Leistung bei einer Präsenzveranstaltung (etwa: Referat mit Präsentation und Handout). Der zweite Teil ist schriftlich zu erstellen und – nach Themenmeldung durch die Prüfenden ans Prüfungsamt und Themenmitteilung durch das Prüfungsamt – innerhalb von vier Wochen im online-Übungssystem hochzuladen. Dieser schriftliche Teil (8-10 Seiten) enthält entweder eine Diskussion der wichtigsten zum engeren Referatsthema oder dem weiteren Seminarthema herangezogenen Literatur oder eine ausführliche Quelleninterpretation.

    Achtung: nicht in jeder Präsenzveranstaltung des Lehrgebietes steht die Möglichkeit einer Portfolioprüfung zur Verfügung, auch wenn sie für Modul G4/ 25204 freigegeben ist.

    Für Themenabsprachen zu den einzelnen Lerneinheiten (Hausarbeit, mündliche Prüfung, Portfolio-Prüfung) wenden Sie sich bitte an folgende Ansprechpartner/innen:

    Lerneinheit Epoche Ansprechpersonen
    Prüfer/innen
    Portfolio-Modell
    LE1 Außengrenzen Alteuropas Antike Dr. Daniel Syrbe
    daniel.syrbe
    PortGGAE
    Spätantike/
    Früheres Mittelalter
    PD Dr. Eva-Maria Butz
    eva-maria.butz
    PortGGAE
    Späteres Mittelalter Prof. Dr. Felicitas Schmieder
    felicitas.schmieder
    PortGGAE
    LE2 Europäische Expansion und Globalisierung Afrika, Nordamerika Prof. Dr. Jürgen G. Nagel
    juergen.nagel
    PortGEW
    Lateinamerika, Karibik, Ozeanien PD Dr. Magnus Ressel
    magnus.ressel
    PortGEW
    Asien

    Ute Kemmerling M.A.
    ute.kemmerling

    PortGEW
    Christentums- und Missions­geschichte, Dekolo­nisierung, historische Gewalt­forschung Tabea U. Buddeberg, M.A.
    tabea.buddenberg
    PortGEW
    LE3 Wahrnehmungsformen und kulturelle Grenzen Späteres Mittelalter Prof. Dr. Felicitas Schmieder
    felicitas.schmieder
    PortGGAE
    Allgemeines, Islam in der Neuzeit, Afrika, Nordamerika Prof. Dr. Jürgen G. Nagel
    juergen.nagel
    PortGEW
    Lateinamerika, Karibik, Ozeanien PD Dr. Magnus Ressel
    magnus.ressel
    PortGEW
    Asien (insbes. Japan) Ute Kemmerling M.A.
    ute.kemmerling
    PortGEW
    Christentums- und Missions­geschichte, Dekolo­nisierung, historische Gewalt­forschung Tabea U. Buddeberg, M.A.
    tabea.buddenberg
    PortGEW
    LE 4 Wissenschaft und Kolonialismus Sämtliche Kursinhalte Prof. Dr. Jürgen G. Nagel
    juergen.nagel
    PortGEW
      Medizingeschichte Ute Kemmerling M.A.
    ute.kemmerling
    PortGEW

    Für diesen Prozess sollten Sie genügend Zeit einkalkulieren. Zur Absprache eines Themas setzen Sie sich daher frühzeitig mit dem Lerneinheit-Betreuer/der Lerneinheit-Betreuerin in Verbindung. Die Meldefrist für Hausarbeitsthemen ist unbedingt einzuhalten.

    Meldung des Hausarbeitsthemas durch die jeweilige Prüfer/innen beim Prüfungsamt bis spätestens: 12.08.2026

  • Voraussetzungen für die Zulassung zur Prüfung

    Die ordnungsgemäße Belegung des Moduls ist Voraussetzung für die Zulassung zur Prüfung.
    Sollten Sie das Modul wiederholen, ist ebenfalls Ihre Belegung des Moduls (über das Wiederholerkennzeichen) erforderlich.

    Prüfungsformen

    Form Prüfungs-Nr. Termin Anmeldeschluss
    Hausarbeit 103142 während des Semesters
    Hausarbeit[Praxis] 103141 während des Semesters
    Portfolio Modell PortGGAE (4 Wochen) 103145 während des Semesters
    Portfolio Modell PortGEW (6 Wochen) 103146 während des Semesters
    Mündliche Prüfung

    Bitte halten Sie sich einen dieser Tage für Ihre Prüfung frei. In begründeten Ausnahmefällen können auch abweichende Termine vereinbart werden.
    103144

    Termine für Ihre mündliche Prüfung vereinbaren Sie bitte nach Themenabsprache mit den Sekretariaten der Lehrgebiete:

    LG Geschichte und Gegenwart Alteuropas:
    Christiane Eilers: E-Mail: sekretariat.schmieder, Tel. +49 2331 987–4752

    LG Geschichte Europas in der Welt:
    Karin Gockel: E-Mail: karin.gockel, Tel. +49 2331 987–2122

    Die Präsenz-Prüfungen finden in den Räumen des Historischen Instituts, KSW Geb. 1 statt.

    Zur Prüfungsanmeldung

Modulverantwortliche

Prof. Dr. Jürgen G. Nagel Foto: Lichtbildpalast-Juliane Bukowski

Prof. Dr. Jürgen G. Nagel

 
Fakultät KSW | 27.03.2026