Modul 25403

 

P3: Praktische Kulturphilosophie [PRAXIS]

 

Auf einen Blick

Belegnummer 25403
ECTS 15
Workload 450 Std.
Kosten 165 €
Angebotshäufigkeit Jedes Semester
Material Print und Online
Betreuung moodle Lernumgebung
Prüfung Hausarbeit/ Praxis-Hausarbeit/ Portfolio/ Mündliche Prüfung

Modul belegen

LE1: Was kann für die Philosophie als „theoretischste“ aller Wissenschaften „Praxis“ bedeuten, gar eine „Philosophie der Praxis“? Dieser Titel enthält die Behauptung, dass Philosophie nicht nur trivialerweise zur Praxis etwas zu sagen hätte, sondern es auch eine besondere Form von Philosophie gibt, die beansprucht, die gesellschaftlichen und kulturellen Wirklichkeiten von der Praxis und den praktischen Vollzügen selbst ausgehend anstatt von philosophischen Kategorien aus zu erschließen. Die praxisphilosophischen Modelle in ihrer historischen Perspektive beispielhaft zugänglich zu machen, ist Aufgabe dieser Lerneinheit, die so auch einen grundbegrifflichen Beitrag für die Praxiswende in den Kultur- und Sozialwissenschaften liefern kann.

LE2: Im philosophischen Nachdenken über Kultur erfolgt im 20. Jh. eine Umstellung auf den Begriff der Performativität. Damit wird die Vorstellung abgelöst, es seien entweder genialische Intuitionen künstlerischer Individuen oder der Schöpfergeist eines Volkes, die für die Entstehung von Kulturprodukten verantwortlich sind. Performativität bedeutet hingegen, dass der Sinn der Kultur und ihrer Hervorbringungen in ihrem Vollzug selbst besteht und nicht irgendwo außerhalb ihrer zu suchen ist. Die Lerneinheit erklärt Herkunft und Bedeutung des Begriffs der Performativität und verdeutlicht die Konsequenzen für den Kulturbegriff.

LE3: „Kulturkritik“ ist ungefähr so alt wie „Kultur“ selbst: Sie ist der mitlaufende Spiegel, in den Kultur kraft der durch sie selbst freigesetzten Reflexionspotentiale blickt. Kulturkritik hat dabei – von der Sophistik bis zu Adorno und Horkheimer, bei Platon und Augustinus ebenso wie bei Rousseau oder Nietzsche – stets auch philosophisch Ausdruck gefunden. Die vorliegende Lerneinheit macht mit den wichtigsten Stationen, Topoi und Entwicklungsfäden philosophischer Kulturkritik vertraut. Dabei will sie dazu anleiten, kulturkritisches Denken als Chance für heutiges Philosophieren zu entdecken.

LE4: Geschichtsphilosophie im engeren Sinne gibt es erst, seit sprachlich der Kollektivsingular „die Geschichte“ als Begriff für die Gesamtheit des vergangenen Geschehens bereitsteht. Während frühere Zeiten Geschichtsphilosophie als Philosophie über den Sinn der Geschichte begriffen und diesen oft in ihrem unendlichen Fortschreiten auf ein Ziel hin („der Fortschritt“) auffassten, setzt heutige Geschichtsphilosophie in ihren erfolgversprechendsten Ansätzen beim Erzählen von Geschichten an („Narrativismus“). Ausgehend von wissenschaftstheoretischen Erörterungen der Geschichtswissenschaft („Erklären“ und „Verstehen“) und vom Narrativismus wird in dieser Lerneinheit über eine phänomenologische Geschichtsbeobachtung zurückgegangen bis zur Geschichtsphilosophie Hegels.

Bitte beachten Sie die P3-Studierhinweise (PDF 84 KB), die Ihnen eine Hilfestellung bezüglich des Aufbaus sowie der Einbettung des Moduls in den Studienverlauf bieten.

 
  • Einheit Titel Vorschau
    LE1: Philosophien der Praxis PDF
    LE2: Performative Kultur PDF
    LE3: Kulturkritik als Kulturphilosophie PDF
    LE4: Einführung in die Geschichtsphilosophie PDF

    Zugang zu den Lernmaterialien und weiteren studienrelevanten Informationen sowie Kontakt zu den Betreuenden und den Mitstudierenden erhalten Sie in der Moodle-Lernumgebung des Moduls.
    Die Lernumgebung wird zu Beginn des Semesters für die Beleger*innen des Moduls automatisch geöffnet.

    Moodle Lernumgebung

    In der Moodle-Lernumgebung finden Sie zu allen Lerneinheiten Übungsfragen mit Diskussionsforen, in denen Sie sich mit Ihren Kommiliton/innen austauschen oder auch zu Lerngruppen verabreden können. Zur Leit-Lerneinheit „Performative Kultur“ bieten wir Ihnen darüber hinaus eine intensive Moodle-Betreuung an: Im zweiwöchigen Rhythmus können Sie dort Übungsaufgaben einreichen, auf die Sie anschließend ein detailliertes Feedback erhalten, zum einen konkret zu Ihrem Text von der Wissenschaftlichen Online-Tutorin, zum anderen in einer alle Einreichungen zusammenfassenden Videoantwort von der Modulbetreuung.

    Zur Moodle Lernumgebung

  • Die Studierenden

    • haben Herkunft, Sinn und Reichweite des Begriffs der Performativität erlernt und können sie reproduzieren,
    • verstehen die philosophischen Quellen des Begriffs der Performativität und können seine Anwendung auf das Verständnis von Kultur erläutern,
    • können kulturphilosophische Positionen im Hinblick auf ihr Verhältnis zur Kritik darstellen,
    • wissen um grundlegende Prinzipien der Philosophie der Geschichte und können sie skizzieren sowie diskutieren,
    • können paradigmatische Positionen der Geschichtsphilosophie problemorientiert aufeinander beziehen und in ihrer Plausibilität bewerten.
  • Voraussetzungen für die Zulassung zur Prüfung

    Die ordnungsgemäße Belegung des Moduls ist Voraussetzung für die Zulassung zur Prüfung.
    Sollten Sie das Modul wiederholen, ist ebenfalls Ihre Belegung des Moduls (über das Wiederholerkennzeichen) erforderlich.

    Prüfungsformen

    Form Prüfungs-Nr. Termin Anmeldeschluss
    Portfolio 103335 während des Semesters
    Hausarbeit 103337 während des Semesters
    Hausarbeit [Praxis] 103336 während des Semesters
    Mündliche Prüfung 103339

    Wichtige Informationen zu den unterschiedlichen Prüfungstypen, zur Prüfungsvorbereitung, zu den Verfahren bei Prüfungen, zu den Richtlinien wissenschaftlichen Arbeitens usw. finden Sie in den Prüfungsleitfäden des betreuenden Lehrgebiets.

    Sollten Sie eine Prüfung in diesem Modul absolvieren wollen, so nehmen Sie bitte auch das Dokument mit den Themenvorschlägen zur Kenntnis, aus denen Sie Ihr Thema entweder direkt entnehmen oder Anregungen für eigene Vorschläge entwickeln können.

    Im Fach Philosophie wird dringend empfohlen, Hausarbeiten in Verbindung mit einem Präsenz- oder Online-Seminar anzufertigen. Dies ist eine bewährte Praxis, jedoch keine zwingende Voraussetzung. Bitte beachten Sie, dass die Einreichung von Hausarbeiten im Modul P3 ausschließlich elektronisch über das Online-Übungssystem erfolgt.

    Informationen zur Portfolioprüfung

    Die Portfolioprüfung – Modell PortPPH – wird gemäß § 6 Abs. 6a der Studienordnung angeboten und ist in Form einer begleiteten Texterstellung konzipiert. Der Prüfungsprozess ist hier in kleinere Einheiten unterteilt, die im Verlauf Rückmeldungen durch den Prüfenden ermöglichen. Thema und Fragestellung der Portfolioprüfung werden vom Prüfenden vorgegeben (anders als bei Hausarbeiten). Die Portfolioprüfung richtet sich daher in erster Linie an Studieneinsteiger_innen, die mit dem Abfassen von philosophischen Texten noch nicht so vertraut sind.

    Die Portfolioprüfung besteht aus drei Prüfungselementen, welche verpflichtend in fortlaufender Reihenfolge zu absolvieren sind. Das Prüfungselement 1 wird lediglich mit bestanden/nicht bestanden bewertet, die Prüfungselemente 2 und 3 werden benotet. Der Mittelwert aus beiden Benotungen bildet die Gesamtprüfungsnote.

    Prüfungselement 1: Texterschließung

    Erschließen Sie in einem ersten Schritt den Text mittels Annotationen und identifizieren Sie etwa ein Dutzend Schlüsselbegriffe. Hierbei sollten Sie die Schlüsselbegriffe gewichtet listen. Schlagen Sie in einem zweiten Schritt in philosophischen Nachschlagewerken die Begriffe „Phänomenologie“, „Objektivismus“ sowie „Praxeologie“ nach und erstellen zu diesen kurze Zusammenfassungen. Diese sollten insgesamt maximal 250 Wörter umfassen (nicht 3 x 250 Wörter, sondern insgesamt 250 Wörter).

    Prüfungselement 2: Close Reading

    In der zweiten Prüfungseinheit sollen Sie ein so genanntes Close Reading von ausgewählten Passagen des Primärtextes leisten, die Ihnen vorgelegt werden. Close Reading bedeutet hier, dass sie eng am Text arbeiten und Satz für Satz eine Rekonstruktion und Interpretation des Gedankengangs des Primärtextes geben.

    Prüfungselement 3: Forschungsperspektiven

    In der dritten Prüfungseinheit sollen Sie vom Prüfenden ausgewählte Texte aus der Forschungsliteratur auf den Primärtext beziehen, auf deren Basis weitere passende Forschungsliteratur recherchieren und eine eigenständige begründete Stellungnahme zu den in der Forschungsliteratur identifizierbaren Positionen zum Primärtext liefern.

    Genauere Erläuterungen zu den einzelnen Prüfungseinheiten finden Sie im Moodle-Forum des Moduls! Die schriftlichen Leistungen des Prüfungselementes 1 umfassen ca. 1 Seite, die aus den Prüfungselementen 2 und 3 jeweils 6 Seiten. Alle Prüfungsleistungen werden digital eingereicht.

    Ausgabe- und Abgabezeitpunkte:
    Prüfungselement Arbeitsphase
    1: Texterschließung 29.06.26 – 12.07.26 (2 Wochen)
    2: Close Reading 27.07.26 – 16.08.26 (3 Wochen)
    3. Forschungsperspektiven 31.08.26 – 27.09.26 (4 Wochen)

    Zur Prüfungsanmeldung

Modulbeauftragte

Prof. Dr. Thomas Bedorf Foto: FernUniversität in Hagen/Hardy Welsch

Prof. Dr. Thomas Bedorf

 
Fakultät KSW | 24.03.2026