Nachhaltiges Verhalten und unsichtbare Arbeit: Sozialpsychologie beim DGPs-Kongress in Luxemburg
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Der Lehrstuhl Sozialpsychologie war beim 54. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGPs) in Luxemburg (7.–10. September 2026) mit mehreren Beiträgen vertreten, unter anderem zu einem der Schwerpunkte des Kongresses: die Psychologie nachhaltigen Verhaltens.
Dr. Jan-Bennet Voltmer und Dr. Johanna Werner zeigten, dass Klimaangst keineswegs nur lähmt, sondern auch mit stärkeren umweltbewussten Verhaltensintentionen und mit dem Wunsch einhergehen kann, Klimaaspekte in die eigene Berufswahl einzubeziehen – besonders bei Menschen mit ausgeprägter umweltbezogener Identität. Dass nachhaltige Entscheidungen zugleich stark vom sozialen Umfeld abhängen, verdeutlichte Dr. Johanna Werner gemeinsam mit Dr. Christian Blötner am Beispiel der Ernährung: Wer es anderen recht machen möchte und Konflikte scheut, greift in Gruppensituationen eher zum weniger nachhaltigen Gericht. Dr. Sybille Neji beleuchtete den nicht-normativen Klimaprotest auf Basis von Interviews mit Aktivist:innen der „Letzten Generation" – und zeigte, wie Solidarität und geteilte Erfolgserlebnisse anhaltendes Engagement tragen.
Einen zweiten Schwerpunkt bildete die Mental-Labor-Forschung. Dr. Jan-Bennet Voltmer stellte eine gemeinsame Arbeit mit Dr. Natalia Reich-Stiebert und PD Dr. Laura Froehlich vor: Eine neu entwickelte Skala, die die unsichtbare organisatorische Arbeit im Haushalt umfassend und mehrdimensional erfasst. Die Befunde stützen Mental Labor als eigenständiges Konstrukt, das die Zufriedenheit in Paarbeziehungen über die rein körperliche Hausarbeit hinaus vorhersagt.