Alumnifeier am Campus Coesfeld: Jeder Abschluss erzählt eine Geschichte
Rund 30 Absolventinnen und Absolventen feiern am Campus Coesfeld ihren erfolgreichen Studienabschluss
Ein Studium neben Beruf und Familie, Lernen nach Feierabend, Prüfungen und wissenschaftliche Arbeiten am Wochenende - für viele Studierende der FernUniversität in Hagen gehört all das zum Studienalltag. Am 18. September 2026 rückten diese Anstrengungen für einen Abend in den Hintergrund. Rund 30 Absolventinnen und Absolventen kamen mit ihren Begleitungen am Campus Coesfeld zusammen, um ihren erfolgreichen Studienabschluss zu feiern.
Sie gehören zu den rund 200 Studierenden aus der Region Coesfeld, die in den vergangenen vier Semestern ihr Studium an der FernUniversität in Hagen erfolgreich abgeschlossen haben.
„Jeder Studienabschluss hat seine eigene Geschichte“
Ursula Dertmann, Leiterin des Campus Coesfeld, stellte bei ihrer Begrüßung bewusst die individuellen Wege hinter den Abschlüssen in den Mittelpunkt. „Jeder Studienabschluss hat seine eigene Geschichte. Und ein Studium an der FernUniversität findet in besonderer Weise mitten im Leben statt“, sagte Ursula Dertmann. Es müsse seinen Platz neben Beruf, Familie und vielen anderen Verpflichtungen finden und verlange Selbstorganisation, Eigeninitiative und Durchhaltevermögen. Viele hätten gelernt, wenn andere bereits Feierabend hatten, am Wochenende Studieninhalte bearbeitet, Prüfungen vorbereitet und wissenschaftliche Arbeiten geschrieben.
An diesem Abend aber ging es nicht um die nächste Prüfung oder Abgabefrist. „Heute geht es um das, was Sie erreicht haben. Und genau dafür ist dieser Abend da“, sagte Ursula Dertmann.
Für das Team des Campus Coesfeld war die Alumnifeier zugleich ein besonderes Wiedersehen. Viele der Absolventinnen und Absolventen hatte es während des Studiums begleitet, etwa bei Beratungen und Veranstaltungen, bei Prüfungen oder anderen Begegnungen. Nun kamen sie in einer neuen Rolle zurück - als Alumni der FernUniversität.
Ursula Dertmann würdigte dabei auch die Familien, Partnerinnen und Partner sowie Freundinnen und Freunde. Ein Fernstudium betreffe häufig nicht nur diejenigen, die eingeschrieben seien. Auch das persönliche Umfeld schaffe Freiräume, motiviere und bringe Verständnis auf, wenn aus einem freien Abend ein Lernabend werde oder am Wochenende die Hausarbeit Vorrang habe.
Bildung als Möglichkeitsraum
Prof. Dr. Osman Isfen, Prorektor der FernUniversität in Hagen, nahm den Studienerfolg zum Anlass, den Blick auf die Bedeutung akademischer Bildung zu richten. Ein Studium vermittle nicht allein fachliche Expertise. Es schule auch die Fähigkeit, Prioritäten zu setzen, mit Komplexität umzugehen, analytisch zu denken und eigenverantwortlich Entscheidungen zu treffen.
„Die FernUniversität ist kein Elfenbeinturm. Sie ist ein Möglichkeitsraum - offen, flexibel und durchlässig“, sagte Prof. Dr. Osman Isfen. Gerade in einer Zeit tiefgreifender technologischer und gesellschaftlicher Veränderungen seien faktenbasiertes Argumentieren und die Fähigkeit, unterschiedliche Perspektiven auszuhalten, von besonderer Bedeutung.
Zugleich verwies Prof. Dr. Osman Isfen auf die Weiterentwicklung der FernUniversität als digitale Universität. Digitalisierung solle kein Selbstzweck sein, sondern Zugänge schaffen, Flexibilität ermöglichen und Bildungsbarrieren abbauen.
Flexible Bildungswege stärken die Region
Angelika Selhorst, stellvertretende Landrätin des Kreises Coesfeld, stellte in ihrem Grußwort die Bedeutung flexibler akademischer Bildung für die Region heraus. Die FernUniversität ermögliche ein Studium in unterschiedlichen Lebensphasen - neben Beruf und familiären Verpflichtungen ebenso wie als bewusste Neuorientierung nach vielen Jahren Berufstätigkeit.
Darin liege eine besondere Stärke des Fernstudiums. Es lasse sich an unterschiedliche Lebensentwürfe anpassen und eröffne damit auch Menschen akademische Bildungswege, deren Biografie nicht dem klassischen Weg von Schule, Studium und anschließendem Beruf folge. „Lebenslanges Lernen ist längst keine schöne Zusatzidee mehr. Es ist eine Voraussetzung dafür, dass unsere Region auch in Zukunft erfolgreich und lebenswert bleibt“, sagte Angelika Selhorst.
Der Campus Coesfeld spiele dabei eine wichtige Rolle. Er mache die FernUniversität in der Region sichtbar und ansprechbar und verbinde die Flexibilität eines Fernstudiums mit einem konkreten Ort für Beratung und Begegnung.
Lars Vogel, stellvertretender Bürgermeister der Stadt Coesfeld, griff diesen Gedanken aus der Perspektive der Stadt auf. Die Digitalisierung eröffne Freiheiten und mache Bildung unabhängiger von Ort, Zeit und Lebenssituation. Gleichzeitig, so Lars Vogel, „zeigt sich aber deutlich, dass Menschen auch in einer digitalen Welt Orte brauchen, an denen sie einander begegnen, miteinander ins Gespräch kommen und Gemeinschaft erfahren können“.
Genau darin liege die besondere Funktion des Campus Coesfeld. Er sei mehr als eine Serviceadresse. Als Ort für Beratung, gemeinsames Lernen, Prüfungen, wissenschaftlichen Austausch und persönliche Begegnung verbinde er die digitale Universität mit der Stadt und der Region. Mit Formaten wie der BürgerUniversität würden wissenschaftliche Themen zudem einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Zwei Alumni und zwei Wege durch das Fernstudium
Besonders persönlich wurde der Abend beim Alumni-Talk. Georg Teichert, kommissarischer Leiter der Zentralen Betriebseinheit Campusstandorte, sprach mit Theres Koeppen, Master-Absolventin der Fakultät für Psychologie, und Friedemann Mack, Master-Absolvent der Fakultät für Wirtschaftswissenschaft.
Im Gespräch ging es um Erfahrungen, die viele Fernstudierende kennen. Warum entscheidet man sich für ein Fernstudium? Wie lässt sich das Studium in den Alltag integrieren? Was motiviert dazu, nach einem langen Arbeitstag noch einmal die Studienunterlagen aufzuschlagen, und was hilft in Phasen, in denen das Durchhalten schwerfällt?
Für Theres Koeppen war vor allem die Neugier auf neues Wissen entscheidend. Nicht der Abschluss allein stand für sie im Vordergrund, sondern die Möglichkeit, sich intensiv mit Themen auseinanderzusetzen, die sie interessierten, und neues Wissen mit ihren beruflichen Erfahrungen zu verbinden. Ihr Rat an heutige und künftige Studierende war entsprechend, nicht ausschließlich für die nächste Prüfung zu lernen, sondern sich aus echtem Interesse mit den Inhalten zu beschäftigen und Verbindungen zur eigenen Praxis herzustellen.
Bei Friedemann Mack spielte das gemeinsame Lernen eine besondere Rolle. Den Master absolvierte er gemeinsam mit einem Freund. Wenn Zweifel aufkamen oder die Motivation nachließ, half der gegenseitige Ansporn. Feste gemeinsame Lernzeiten wurden zu einem wichtigen Bestandteil seines Studiums.
So unterschiedlich beide Studienwege waren, machten sie doch deutlich, was beim Fernstudium tragen kann. Persönliche Neugier, ein klares Ziel und Menschen, mit denen sich Erfahrungen und Herausforderungen teilen lassen, können entscheidend dazu beitragen, über einen langen Zeitraum dranzubleiben.
Mehr als das, was auf der Urkunde steht
Den Mittelpunkt des festlichen Abends bildete die persönliche Ehrung der Absolventinnen und Absolventen. Unterschiedliche Studiengänge, berufliche Hintergründe und Lebenssituationen kamen dabei zusammen. Was alle verband, war ein erreichtes Ziel, hinter dem jeweils ein ganz eigener Weg stand.
Zum Ende des offiziellen Programms griff Ursula Dertmann den Gedanken ihrer Begrüßung noch einmal auf. „Hinter einem Abschluss steht weit mehr als das, was am Ende auf einer Urkunde zu lesen ist. Dahinter stehen Zeit und Energie. Dahinter stehen Entscheidungen und Prioritäten. Und dahinter steht vor allem die Bereitschaft, immer wieder weiterzumachen.“
Genau diese Erfahrung bleibe über das fachliche Wissen hinaus bestehen. Die Absolventinnen und Absolventen hätten etwas Anspruchsvolles begonnen, verfolgt und erfolgreich zu Ende gebracht.
Mit dem Abschluss verändert sich zugleich die Beziehung zur FernUniversität. Aus Studierenden werden Alumni. Die Verbindung zum Campus soll damit jedoch nicht enden. „Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie der FernUniversität und besonders auch dem Campus Coesfeld verbunden bleiben“, sagte Ursula Dertmann. Ob bei einer Veranstaltung, einem weiteren Bildungsangebot, im Kreis der Absolventinnen und Absolventen oder einfach bei einem späteren Besuch - „Sie sind hier am Campus Coesfeld auch nach Ihrem Studium herzlich willkommen.“
Auch Prof. Dr. Osman Isfen richtete den Blick nach vorn. „Ihr Abschluss ist kein Endpunkt. Er ist ein Aufbruch.“
„Hat sich gelohnt“
Was nach einem Fernstudium bleibt, brachte Absolvent Marcel Falk im Goldenen Buch des Campus Coesfeld auf eine denkbar kurze Formel. Ein Jahr nach seinem Abschluss schrieb er: „Vielen Dank für die hervorragende Bildung! 1 Jahr später kann ich schon sagen: Hat sich gelohnt :)“
Friedemann Mack schloss sich unmittelbar darunter mit einem Augenzwinkern an. „Dem pflichte ich bei. Studieren und lernen am Wochenende ist viel besser als Feiern. Kleiner Witz, es war sehr schön bei euch.“
Nach Jahren, in denen Wochenenden immer wieder auch Lernzeit bedeuteten, durfte an diesem Abend tatsächlich gefeiert werden. Das Diamond Strings Duo sorgte für den musikalischen Rahmen. Nach dem offiziellen Teil und einem gemeinsamen Gruppenfoto kamen Absolventinnen und Absolventen, Angehörige und Gäste beim Empfang miteinander ins Gespräch und ließen die Alumnifeier gemeinsam ausklingen.
Foto: Hildegard Morian