Im Zentrum des Vortrags steht die Frage, was wir eigentlich meinen, wenn heute von christlichem Fundamentalismus oder christlichem Nationalismus gesprochen wird. Ausgangspunkt sind aktuelle Phänomene: die religiöse Aufladung der Trump-Bewegung, christliche Symbolik und martialische Tattoos bei Akteuren wie Pete Hegseth oder der Erfolg von „Christfluencern“ in sozialen Medien. Der Vortrag fragt, warum Religion zunehmend mit Kulturkampf, Identitätspolitik und politischen Machtansprüchen verschmilzt. Ein besonderer Fokus liegt auf der global gewachsenen Pfingstbewegung und neocharismatischen Netzwerken. Diese verbinden religiöse Erfahrung zunehmend mit konservativen Gesellschaftsbildern, Vorstellungen eines „geistlichen Kampfes“ und antipluralistischen Narrativen. Der Vortrag zeichnet diese Entwicklungen seit den 1970er-Jahren nach und fragt, welche Dynamiken inzwischen auch in Deutschland sichtbar werden.
Dr. Maria Hinsenkamp, geboren 1991 in Berlin, studierte Evangelische Theologie in Wuppertal und Berlin. 2023 promovierte sie in Göttingen bei Prof. Dr. Jennifer Wasmuth zu pfingstlich-charismatischen Netzwerken. Sie ist Pfarrerin im Entsendungsdienst in Hagen und Mitherausgeberin des 2026 erschienenen Bandes „Christlicher Nationalismus in den USA“ (mit Thorsten Dietz).