Präsenzveranstaltung

Thema:
Soziotechnische Systeme
Ort:
Frankfurt / Main
Adresse:
Campus Frankfurt/Main
Termin:
15.06.2026 bis
16.06.2026
Leitung:
Univ.-Prof. Dr. Julia Krönung
Anmeldefrist:
15.01.2026
Anmeldung:
Online über WebRegIS
Auskunft erteilt:
Florian Wetterling, M.A., LL.B.
E-Mail: florian.wetterling
Plätze:
12
Abgabetermin der schriftlichen Ausarbeitung:
13.04.2026
  • Dieses Seminar setzt ein grundsätzliches Interesse an den Themen der Wirtschaftsinformatik voraus. Teilnehmer*innen sollten die Bereitschaft besitzen, sich in die deutsch- sowie englischsprachige Literatur einzulesen, sich kritisch damit auseinanderzusetzen und sich mit den Grundsätzen des wissenschaftlichen Arbeitens vertraut zu machen.

    1. Teilnahme an der Vorbesprechung
    2. Anfertigung der schriftlichen Ausarbeitung („Seminararbeit“) (verpflichtend)
    3. Besprechung der Gliederung bzw. des Zwischenstands mit dem*der Betreuer*in (optional)
    4. Teilnahme und Beteiligung an der Präsenzveranstaltung des Seminars in Frankfurt (verpflichtend)
    5. Fachvortrag zu den Ergebnissen der eigenen Bearbeitung des Themas (verpflichtend)
  • Die Seminarvorbesprechung findet im virtuellen Rahmen über Zoom am 06. Februar 2026 um 18:00 Uhr statt. Den Teilnehmer*innen wird der Link rechtzeitig mitgeteilt. In der Vorbesprechung werden die Themen des Seminars vorgestellt. Im Nachgang können die Teilnehmer*innen Präferenzen zur schriftlichen Ausarbeitung eines der vorgestellten Themen äußern.

Seminarbeschreibung

Soziotechnische Systeme

Technologie durchdringt heute nahezu alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens. Ob digitale Kommunikation, elektronische Verwaltungsverfahren, Zeiterfassungssysteme, Lernmanagementplattformen oder Campus-Management-Systeme, Informationstechnologie prägt zunehmend die Abläufe und Prozesse in Organisationen.

Diese Prozesse sind jedoch nicht rein technisch organisiert, sondern entstehen aus dem engen Zusammenspiel von menschlichen Akteur*innen, organisationalen Strukturen, technischen Artefakten und konkreten Aufgaben. Solche Konstellationen werden als soziotechnische Systeme bezeichnet. Ein sozio-technisches Informationssystem ist ein soziales System, das durch ein technisches (überwiegend digitales) Informationssystem unterstützt wird und sich mit der Erstellung, Verarbeitung und Nutzung von Informationen in einem Kontext befasst, in dem soziale Akteure (Individuen), Informationstechnologie und die Regeln eines sozialen Systems (organisatorische Richtlinien) miteinander interagieren, um Wert zu schaffen. Soziale und technische Elemente sind dabei untrennbar miteinander verflochten und bestimmen gemeinsam die Gestaltung, Durchführung und Weiterentwicklung organisatorischer Prozesse (Orlikowski & Iacono, 2001; Yoo, 2013).

Gerade im öffentlichen Sektor zeigen sich die Besonderheiten soziotechnischer Prozesse deutlich. Digitale Antragsverfahren, Prüfungsverwaltung, Einschreibungsprozesse, Personalprozesse oder die Nutzung von E-Learning-Systemen an Hochschulen sind Beispiele für Prozesse, die durch IT unterstützt, strukturiert und zugleich verändert werden. Ziel dieser digitalen Prozessgestaltung ist häufig eine Steigerung von Effizienz, Nachvollziehbarkeit und Servicequalität. Gleichzeitig entstehen neue Herausforderungen, etwa durch Medienbrüche, Schnittstellenprobleme, Widerstände in der Nutzung, Datenschutzanforderungen oder veränderte Arbeitsroutinen.

Vor diesem Hintergrund thematisiert das Seminar die Analyse und Gestaltung von Prozessen in soziotechnischen Systemen des öffentlichen Bereichs. Die Studierenden setzen sich mit der Frage auseinander, wie Prozesse durch den Einsatz von Informationstechnologie unterstützt werden, wie sich Arbeitsabläufe dadurch verändern und welche sozialen, organisatorischen und technischen Faktoren den Erfolg oder das Scheitern digitaler Prozesse beeinflussen.

Im Seminar sind zwei Prüfungsleistungen zu erbringen. Erstens wird von den Teilnehmer*innen die schriftliche Ausarbeitung („Seminararbeit“) zu einem vorher festgelegten Thema erwartet. Zweitens wird von den Teilnehmer*innen verlangt, dass sie die Ergebnisse ihrer schriftlichen Auswertung den anderen Seminarteilnehmer*innen an Hand eines Fachvortrags präsentieren. Dabei ist es erforderlich, dass die Vortragenden im Anschluss in eigenen Worten auf Fragen der Teilnehmer*innen und der Prüfer*innen eingehen können.

Die den Studierenden zugewiesenen Themen werden unter Betrachtung aktueller und interessanter Forschungsbeiträge ausgewählt. Die Prüfungsleitungen setzen voraus, dass sich die Teilnehmer*innen mit einschlägiger Forschungsliteratur, auf Deutsch und Englisch, eingehend beschäftigen. Es wird zudem die Verwendung von adäquater Fachsprache erwartet und auf eine wissenschaftliche Arbeitsweise wert gelegt.


Orlikowski, W. J., & Iacono, C. S. (2001). Research Commentary: Desperately Seeking the “IT” in IT Research—A Call to Theorizing the IT Artifact. Information Systems Research, 12(2), 121-134.

Yoo, Y. (2013). The Tables Have Turned: How Can the Information Systems Field Contribute to Technology and Innovation Management Research? Journal of the Association for Information Systems, 14(5), 227-236.

Lehrstuhl Krönung | 08.01.2026