Modul 32531

Preisbildung auf unvollkommenen Märkten (Imperfect Competition)

Betreuung:

Kurzbeschreibung

Das Modul gliedert sich in drei Kurseinheiten zu folgenden Inhalten:

  • Oligopolistische Märkte (120 h)
  • Vertikale Beschränkungen (100 h)
  • Netzwerkmärkte (80 h)

Alle Kurseinheiten enthalten eine große Zahl von Übungsaufgaben und Kontrollfragen sowie Lösungshinweise bzw. Musterlösungen zu diesen Aufgaben. Außerdem steht (als Bestandteil des Moduls 31041 (Theorie der Marktwirtschaft)) ein Glossar zur Verfügung, welches alle Fachbegriffe des Moduls 32531 umfasst. Die Studierbarkeit des Textes wird durch didaktische Elemente wie Marginalien, Hervorhebungen wichtiger Aussagen und weitere grafische Gestaltungsformen weiter erhöht.


Verwendbarkeit und Studiensemester

Masterstudiengang Wirtschaftswissenschaft im 1.- 3. Semester

Diplomstudiengang Wirtschaftswissenschaften: Teilmodul des Schwerpunktfachs Umwelt- und Institutionenökonomik (16 SWS) sowie Wahlmodul für die Kernfächer AVWL bzw. Volkswirtschaftstheorie (ab WS 2010/11).

Voraussetzungen für die Vergabe von Leistungspunkten

Die Leistungspunkte werden vergeben, wenn die Prüfungsklausur bestanden worden ist. Voraussetzung für die Klausurteilnahme ist das Bestehen mindestens einer von zwei Einsendearbeiten.


Qualifikationsziele

Mit dem Modul sollen im Wesentlichen folgende Qualifikationsziele verfolgt werden:

Inhalte

  • Diese Kurseinheit gliedert sich in fünf Abschnitte.

    In Abschnitt 1 wird der fundamentale Unterschied zu den im Modul „Theorie der Marktwirtschaft“ behandelten Marktformen der vollkommenen Konkurrenz und der des Monopols behandelt und die Struktur von Oligopolmodellen erläutert.
    In Abschnitt 2 werden statische Modelle des Mengen- und des Preisoligopols jeweils getrennt für homogene und heterogene Güter sowie ein zweistufiges Modell von Kreps/Scheinkman behandelt. Letzteres fasst das Preis- und das Mengenoligopol in einem Modell zusammen.
    In Abschnitt 3 werden dynamische Oligopolmodelle mit Methoden der Spieltheorie analysiert. Die Analyse beschränkt sich dabei auf die Grundstruktur dieser Modelle und eine Diskussion der Ergebnisse, ohne die spieltheoretische Analyse explizit durchzuführen.
    In Abschnitt 4 werden die statische und dynamische Effizienz von Oligopolen und in Abschnitt 5 die daraus folgenden wettbewerbspolitischen Konsequenzen diskutiert.

  • In der Kurseinheit „Oligopolistische Märkte“ haben wir auf der Angebotsseite ausschließlich Firmen betrachtet, die ihre Produkte direkt an die Konsumenten verkauft haben. Diese Annahme werden wir in dieser Kurseinheit aufheben, da viele Industrien sich durch eine vertikale Struktur auszeichnen. So ist es z. B. oft der Fall, dass es einen Markt für Zwischenerzeugnisse gibt. Vertikale Markstrukturen zeichnen sich dadurch aus, dass die Entscheidungen der vorgelagerten Marktteilnehmer die Gewinnsituation der nachgelagerten Industrie beeinflussen. Hierbei handelt es sich um vertikale Externalitäten. Da jede Firma ausschließlich an der Maximierung ihres eigenen Gewinns interessiert ist und somit ihren Einfluss auf die Gewinnlage der anderen Marktteilnehmer vernachlässigt, ist der Gesamtgewinn im vertikal differenzierten Fall niedriger als im voll integrierten Szenario. Thematisiert werden doppelte Marginalisierung, Moral Hazard, Inputsubstitution, Intrabrand-Wettbewerb/Marktabschottung und Verträge als Marktzutrittsschranken.

  • Netzwerkmärkte sind Märkte, auf denen Netzwerkgüter gehandelt werden. Netzwerkgüter erzeugen direkte oder indirekte externe (meistens positive) Effekte beim Konsum. Zu den bereits im Rahmen der Oligopolmodelle behandelten absatzpolitischen Instrumenten: Preis, Qualität und Werbung tritt jetzt die Kompatibilitätsentscheidung hinzu. Im Rahmen der Kurseinheit wird untersucht, unter welchen Bedingungen es zu einem Kompatibilitätsgleichgewicht kommt und ob dieses Gleichgewicht Pareto-optimal ist. Die formale Analyse einiger spezieller Netzwerke wird durch eine verbale Analyse einer Reihe weiterer streckengebundener und imaginärer Netzwerke ergänzt.

Voraussetzungen für die Teilnahme

Beherrschung der Grundlagen der mikroökonomischen Theorie, wie sie in den Modulen Theorie der Marktwirtschaft und Marktversagen oder in den gängigen Lehrbüchern der Mikroökonomie vermittelt wird.
Beherrschung der Differenzialrechnung in einem Umfang, wie sie in den gängigen Lehrbüchern zur "Mathematik für Ökonomen" oder in den A-Modulen 31101: Grundlagen der Wirtschaftsmathematik und Statistik sowie 32741: Vertiefung der Wirtschaftsmathematik und Statistik der FernUniversität Hagen behandelt wird.

Weiterführende Informationen

Auf den Seiten der Fakultät finden Sie eine Leseprobe und zusätzlich aktuelle Informationen zu:

Literatur

Der Kurs basiert auf den Werken

  • Endres, A. und Martiensen, J. (2007). Mikroökonomik: Eine integrierte Darstellung traditioneller und moderner Konzepte in Theorie und Praxis. Stuttgart: Kohlhammer.
  • Tirole, J. T. (1999). Industrieökonomie, 2. Auflage München: R. Oldenbourg Verlag.

Übungsaufgaben der Module finden Sie auch in

  • Martiensen, J. und Rundshagen, B. (2007). Mikroökonomik - Übungsbuch. Stuttgart: Kohlhammer.

Ebenfalls empfehlenswert zur Auffrischung der Grundlagen und Nachbearbeitung des Kurses sind u.a. folgende Lehrbücher:

  • Feess, E. (2004): Mikroökonomie. Eine spieltheoretisch- und anwendungsorientierte Einführung. 3. Aufl. Marburg: Metropolis Verl.
  • Pindyck, R. S. und Rubinfeld, D. L. (2007): Mikroökonomie. 6. Aufl. München: Pearson Studium.
  • Varian, H. R. (2007): Grundzüge der Mikroökonomik. 7. überarb. und verb. Aufl. München: Oldenbourg.

Als weiterführende Literatur zur Netzwerkökonomik empfiehlt sich:

  • Shy, O. (2001). The economics of network industries. Cambridge: Cambridge Univ. Press.
Mikroökonomie | 18.05.2021