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Aus dem Netzwerk Qualitative Familienforschung
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Das Netzwerk Qualitative Familienforschung vergibt einen Preis für eine herausragende Dissertation oder Habilitation und bittet um Einreichung bis 31.05.2026.
Zur Ausschreibung (PDF 145 KB)
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Am 03. & 04. Juli 2026 findet die 9. Tagung des Netzwerks Erziehungswissenschaftliche Familienforschung (EWIFF) in Zusammenarbeit mit Prof.in Dr.in Manuela Westphal, Professur für Sozialisation mit dem SchwerpunktMigration und interkulturelle Bildung an der Universität Kassel statt.
Den Call for Papers entnehmen Sie bitte der Anlage (PDF 177 KB).
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Das Preisausschreiben des Netzwerks für Qualitative Familienforschung im Jahr 2024 ist abgeschlossen. Als beste Qualifikationsarbeit hat die Jury des interdisziplinären Netzwerks die Dissertation von Frau Franziska Krüger (Dr. phil. Im Fach Soziologie) prämiert.
Franziska Krüger untersucht in ihrer Dissertation die Aushandlungen von ost-westdeutschen Elternpaaren zur Integration des Erwerbs- und Familienlebens und damit verbundene Deutungen und Begründungen. Die Arbeit geht der Frage nach, ob die Sozialisation in den verschiedenen Gesellschaftssystemen der DDR und der BRD , in denen Aufgaben rund um die Kindererziehung und Einkommenssicherung ganz anders geregelt waren, bedeutsam für die Paare ist, wenn es um die praktische Seite des Familienlebens geht hinsichtlich der Fragen, wer kümmert sich um den Haushalt und die Kinder und wer geht in welchem Umfang einer Erwerbsarbeit nach? Im Fokus des Forschungsvorhabens steht über die Rekonstruktion von Entscheidungsprozessen Deutungs- und Handlungsmuster sowie deren Bedeutung für die familiale Praxis herauszuarbeiten. Über ein fallrekonstruktiv-hermeneutisches Vorgehen wurden zwei Fälle von ost-westdeutschen Paaren aus der Mittelschicht fallvergleichend ausgewertet. Die Fallanalysen zeigen überraschend auf, dass die Sozialisation in der DDR und der BRD kein hinreichender Prädiktor ist, sondern herkunftsfamiliale, milieuhafte und paardynamische Strukturen gestaltgebend sind. Interessant ist im weiteren der Befund, dass die Paare ihre verschiedenen gesellschaftlichen Herkünfte nicht diskursiv aushandeln, wenn es um die Bewältigung des Handlungsproblems geht. Die DDR- Sozialisation erweist sich für die Frauen, die in beiden Fällen in der DDR geboren und aufgewachsen sind, nicht uneingeschränkt als Ressource im Problemlösungsprozess. Die Studie verbindet Fragestellungen aus dem Bereich der Familien- und Geschlechtersoziologie sowie der Generationen- und Sozialisationsforschung. Die Dissertation ist im Beltz Verlag unter dem Titel „Alles eine Frage der Herkunft? Aushandlungen zur Integration des Erwerbs- und Familienlebens bei ost-westdeutschen Elternpaaren“ publiziert. Hier gelangen Sie zu der Veröffentlichung.
Der Preis wurde am 5.11.2024 an der FernUniversität in Hagen von der Jury verliehen.
Foto: privatFeierliche Verleihung des Preises für eine herausragende Qualifikationsarbeit des Netzwerks Qualitative Familienforschung 2024.
Wir danken an dieser Stelle herzlich für die Unterstützung der Gesellschaft der Freunde e. V. und der FernUniversität in Hagen.
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Flyer Concept Cartoons (PDF 2 MB)
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Das interdisziplinäre Netzwerk Qualitative Familienforschung hat 2022 erstmalig einen Preis für die beste Qualifikationsarbeit im Forschungsfeld der Qualitativen Familienforschung ausgeschrieben.
Die Bewerbungen wurden von einer Preisjury gesichtet und eine Entscheidung getroffen. Aufgrund der hohen Qualität der eingereichten Arbeiten – allesamt Dissertationen – wird der Preis an zwei Bewerberinnen vergeben.
Wir freuen uns verkünden zu können, dass Frau Stefanie Aunkofer (Dr. phil. im Fach Soziologie) und Frau Anike Krämer (Dr. phil. im Fach Sozialwissenschaft) beide den Preis erhalten.
: PrivatStefanie Aunkofer Stefanie Aunkofer untersucht in ihrer Dissertation mit dem Titel „Väter in Elternzeit – (Nicht-)Anerkennung von Familien- und Erwerbsarbeit im Paar“ wie sich die Elternzeitnahme von Vätern auf das innerfamiliale Geschlechterverhältnis und die Anerkennung von Sorgearbeit auswirkt. Aus einer paarorientierten, ungleichheits- und geschlechtersoziologischen Perspektive rekonstruiert sie Muster intersubjektiver Anerkennung in den Aushandlung, Deutungen und Elternzeitarrangements von Elternpaaren. Grundlage bilden Interviews mit sechs Paaren, die mit der Dokumentarischen Methode und im Ansatz der Anerkennungstheorie von Axel Honneth ausgewertet wurden. Frau Aunkofer hat ihre Promotion am Lehrbereich von Prof. Dr. Christine Wimbauer (Erstgutachterin) an der Humboldt-Universität zu Berlin 2021 abgeschlossen. Zweitgutachterin ist Frau Prof. Dr. Mona Motakef, TU Dortmund. An der Arbeit sind insbesondere der Beitrag zur Methodenentwicklung und die Erweiterung der Honneth`schen Anerkennungstheorie um die Dimensionen Sorge, Geschlecht und Väterlichkeit zu würdigen, wodurch eine fruchtbare Grundlage für eine stärkere interdisziplinäre Verbindung der Männlichkeits-, Geschlechter- und Ungleichheitsforschung gelegt wird.
: Marius KrebberAnike Krämer Die Stärke der Dissertation von Anike Krämer liegt in der Innovativität ihres Forschungsgegenstandes. Unter dem Titel „Inter* als Zäsur – Zum Alltagserleben von Eltern intergeschlechtlicher Kinder“ fragt Frau Krämer in ihrer Dissertation danach, wie Eltern mit der medizinischen Intersex Diagnose ihres Kindes umgehen und wie sich die Diagnose auf die familiale Wirklichkeit auswirkt. Einem wissenssoziologischen und geschlechtertheoretischen Ansatz folgend werden das Erleben der Eltern, deren Umgang mit dem medizinischen System und der darüber stattfindende Bewältigungsprozess rekonstruiert. Es wurden narrative Interviews mit fünf Eltern intergeschlechtlicher Kinder durchgeführt und mit der Grounded Theory ausgewertet. Als erste deutsche Studie, die sich mit den Auswirkungen der Intersex Diagnose auf Eltern auseinandersetzt, beinhaltet die Arbeit neben einem empirisch fundierten Theoriebildungsprozess einen praxisrelevanten Anteil mit Handlungsempfehlungen zur Unterstützung von Eltern intergeschlechtlicher Kinder. Krämers Promotion wurde von Frau Prof. Dr. Katja Sabisch, Ruhr Universität Bochum (Erstgutachterin) und Herr Prof. Dr. Uwe Uhlendorff, TU Dortmund (Zweitgutachter) betreut und 2020 abgeschlossen. Die Dissertation ist unter dem Titel „Geschlecht als Zäsur. Zum Alltagserleben von Eltern intergeschlechtlicher Kinder“ 2021 im Springer Verlag erschienen.
Die Verleihung des Preises durch die Jury findet digital am 11. Januar 2023 statt. Eine feierliche Würdigung der Leistung beider Preisträgerinnen wird es außerdem auf der nächsten Tagung des Netzwerks Qualitative Familienforschung im November 2023 geben.
Wir danken an dieser Stelle noch einmal herzlich für die Unterstützung der Gesellschaft der Freunde e. V. und der FernUniversität in Hagen.
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Die Nachwuchsmitglieder des Netzwerks Qualitative Familienforschung werden auf dem 41. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (26.-30.09.2022) eine Ad-hoc-Gruppe am Mittwoch, 28.9.2022, 9:00-11:45 Uhr ausrichten. Unter dem Titel „Familie(n) als polarisierte und in polarisierten Welten. Empirische und theoretische Perspektiven einer qualitativen Familienforschung auf die Corona-Pandemie“ sollen in vier Vorträgen Ergebnisse qualitativer Forschung vorgetragen und diskutiert werden, die die Familie in der Zeit der Corona-Pandemie reflektieren. Im Zentrum der Studien stehen Fragen nach dem durch die Pandemie angestoßenen Wandel der innerfamilialen Beziehungsstrukturen, inter- und intragenerationalen Aushandlungen und Transformationsdynamiken sowie Deutungsmustern zu gesellschaftlichen Diskursen. Als Referent*innen haben zugesagt: Jun.-Prof. in Dr. in Almut Peukert (Universität Hamburg), Christina Lokk und Dr.in Laura Maleyka (Universität Hildesheim), Lea Eileen Pöhls (Universität Hamburg) und Dr. Christian Gräfe (Universität Osnabrück).
Antrag der Ad-hoc-Gruppe (PDF 175 KB)
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- Zum Konzept der Buchreihe (PDF 41 KB)
- Weitere Informationen
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Prof. Dr. Dorett Funcke im Gespräch über die Gründung des Netzwerks Qualitative Familienforschung und die Online-Tagung " Die Ökonomisierung des Sozialen – Vergesellschaftungsdynamiken in der Familie" am 12. und 13. November 2021
Aus dem Feld der Qualitativen Familienforschung
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Vom 26. bis 27. Februar 2026 findet erstmals, gemeinsam von der DGS-Sektion Familiensoziologie, der ÖGS-Sektion Familienforschung, der Schweizerischen Gesellschaft für Soziologie (SSA) und vom Centre LIVES organisiert, am Deutschen Jugendinstitut (DJI) in München die “Joint International Family Sciences Conference 2026 FACES – Families And Challenges in Evolving Societies in the D-A-CH Region and beyond” stat.
Wir laden ein, Beiträge aus unterschiedlichen Disziplinen und Perspektiven einzureichen, die sich mit neuen Entwicklungen in der Familienforschung oder aufkommenden gesellschaftlichen Familiendynamiken befassen, insbesondere wenn diese etablierte Themen in Frage stellen oder disziplinäre oder geografische Grenzen überschreiten. Eingereichte Arbeiten können in Form empirischer Forschung (qualitativ, quantitativ oder Mixed-Methods) oder als konzeptionelle Beiträge erfolgen.
Darüber hinaus findet am 25. Februar 2026 bereits ein PhD-Workshop statt, der sich explizit an Doktorand*innen richtet, die (Teil-)Projekte oder Proposals ihrer Dissertation in kleinerem Rahmen diskutieren möchten.
Die Frist zur Einreichung von Abstracts endet am 30.10.2025. Die Vortragssprache ist Englisch. Weitere Informationen befinden sich im CfP im Anhang.
Flyer (PDF 260 KB)