Online-Seminar

Thema:
Grundlagentexte der politischen Phänomenologie
Veranstaltungstyp:
Seminar
Semester:
Sommersemester 2026
Zielgruppe:
BA KuWi: Modul 25403/P3; Modul 25405/P5; MA Phil: Modul 26404/IV; Modul 264081/VIII; AP Phil;
Ort:
Online
Termin:
01.09.2026 bis
31.10.2026
Zeitraum:
Mittwochs vom 2. bis 30. September 2026 (2.9., 9.9., 16.9., 23.9., 30.9.), letzter Termin am Donnerstag, 8. Oktober 2026
Leitung:
PD Dr. Steffen Herrmann
Auskunft erteilt:
Mona Peperkorn
E-Mail: lg.philosophie3
Hinweis:
Veranstaltung wird als Seminar im Sinne der Studienordnung anerkannt. Es wird eine Teilnahmebescheinigung ausgestellt.

Die Anmeldung ist derzeit noch nicht geöffnet. Sie wird in Kürze freigeschaltet.

Grundlagentexte der Politischen Phänomenologie: Hannah Arendt

Dr. Steffen Herrmann, Institut für Philosophie, Lehrgebiet Philosophie III, FernUniversität in Hagen, Online-Seminar von 02.09 bis 8.01. jeweils Mi. von 18.15 bis 19.45 Uhr (Ausnahme: letzte Sitzung findet am Do. statt)

Hannah Arendts Denken besitzt derzeit große Aktualität, da ihre Analysen zur Fragilität öffentlicher Räume und zur Bedeutung politischen Handelns angesichts globaler Krisenphänomene eine neue Dringlichkeit erfahren. In einer Zeit, in der demokratische Institutionen unter Druck geraten und die Unterscheidung zwischen Wahrheit und Meinung erodiert, bietet ihr Werk ein unverzichtbares Instrumentarium, um die Bedingungen von Freiheit und Pluralität neu zu bestimmen. Arendt darf dabei als zentrale Vordenkerin der Politischen Phänomenologie gelten, da sie die phänomenologische Methode konsequent auf den Bereich des Zwischenmenschlichen und die Sphäre des Erscheinens anwendet. Statt abstrakte politische Systeme zu entwerfen, rückt sie die gelebte Erfahrung des Politischen ins Zentrum und untersucht, wie Akteure durch gemeinsames Handeln einen gemeinsamen Raum der Erscheinung konstituieren.

Das Denken Hannah Arendts ist – wie dasjenige der meisten ihrer Zeitgenossen – tief von der Erfahrung des Nationalsozialismus geprägt. Als Reaktion entwickelt Arendt in Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft eine Totalitarismusanalyse, die im Rückgriff auf Antisemitismus, Rassismus und die Entfremdung des Individuums in der Massengesellschaft den moralischen Zusammenbruch der Moderne verständlich machen soll. Vor diesem Hintergrund entwickelt sie in der Vita Activa ihre spezifische Theorie des Politischen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Grundbedingtheit der Pluralität, die Gründung politischer Institutionen und das Handeln im öffentlichen Raum rücken dabei in den Mittelpunkt. Im Seminar wollen wir us diese Motive ausgehend von Schlüsseltexten Arendts erschließen und in Dialog mit Forschungsliteratur setzen.

Empfohlene Hintergrundlektüre:

Benhabib, Seyla: „Hannah Arendt. Die melancholische Denkerin der Moderne“, Frankfurt am Main: Suhrkamp 2006.

Marchart, Oliver: „Neu beginnen. Hannah Arendt, die Revolution und die Globalisierung“, Wien: Turia+Kant 2005

Rebentisch, Juliane, Der Streit um Pluralität. Auseinandersetzungen mit Hannah Arendt, Berlin: Suhrkamp 2022.

Marius Wecker | 29.04.2026