Präsenzveranstaltung

Thema:
Sommerschule "Bioethics in Context XIII" (MA)
Semester:
Sommersemester 2026
Zielgruppe:
MA Phil: Modul 26401/I; Modul 26402/II; Modul 26403/III; Modul 26404/IV; Modul 26405/V; Modul 26406/VI; Modul 26407/VII; Modul 264081/VIII; Modul 26409/IX; Modul 26410/X;
Ort:
Rethymnon
Termin:
13.09.2026 bis
18.09.2026
Leitung:
Prof. Dr. Thomas Sören Hoffmann
PD Dr. Marcus Knaup
Helge Christian Köttgen, MA
Hinweis:
Veranstaltung wird als Seminar im Sinne der Studienordnung anerkannt. Es wird eine Teilnahmebescheinigung ausgestellt.

Sommerschule Bioethik im Kontext XIII: Das Künstliche und das Natürliche

Die Reihe der internationalen und interdisziplinären Sommerschulen zur Integrativen Bioethik wird vom 13. bis 18. September 2026 in Rethymno auf der Insel Kreta fortgesetzt. Das diesjährige Thema der aus ERASMUS-Mitteln finanzierten Veranstaltung lautet „Das Künstliche und das Natürliche“. Die Veranstaltung wird von der Universität Kreta (UoC) in Kooperation mit dem Lehrgebiet „Praktische Philosophie – Ethik, Recht, Ökonomie“ des Instituts für Philosophie der FernUniversität in Hagen, der Katholischen Privatuniversität Linz, der Aristoteles-Universität Thessaloniki, der Universität Sofia „St. Kliment Ohridsky“, der Universität Zagreb sowie der Katholischen Stiftungshochschule München-University of Applied Sciences ausgerichtet.

Die Frage nach dem Verhältnis von Natürlichem und Artifiziellem ist so alt wie die europäische Geistesgeschichte. Der griechische Mythos erzählt vom Menschen als einem Wesen, das die Grenzen des Gegebenen überschreitet: Daedalus, der sagenhafte Erfinder Kretas, konstruiert das Labyrinth und fertigt künstliche Flügel, um sich der natürlichen Begrenzung zu entziehen. In seiner Figur verdichtet sich eine bis heute wirksame Ambivalenz: Technik erscheint als Ausdruck schöpferischer Freiheit – und zugleich als Quelle möglicher Selbstgefährdung.

Kaum eine Unterscheidung prägt bioethische Debatten so nachhaltig wie die von Natürlichem und Künstlichem – und kaum eine ist begrifflich so voraussetzungsreich. Was heißt es, etwas sei „natürlich“? Ist das Natürliche normativ privilegiert? Und in welchem Sinne verändert technische Gestaltung unser Verständnis von Leben, Person und Verantwortung?

Gegenwärtige Entwicklungen in Genomeditierung, Reproduktionsmedizin und KI-gestützter Diagnostik lassen die Grenze zwischen Natürlichem und Künstlichem zunehmend durchlässig erscheinen. Der menschliche Körper wird als formbar gedacht; Technik tritt nicht mehr nur als äußeres Instrument auf, sondern wird integraler Bestandteil biologischer Prozesse.

Die diesjährige Sommerschule verfolgt das Ziel, die ontologischen, anthropologischen und normativen Voraussetzungen dieser Debatten philosophisch zu erörtern. Im Zentrum stehen unter anderem folgende Fragen: Ist „Natur“ eine deskriptive Kategorie oder ein normativer Maßstab? Besitzt das Künstliche einen eigenen moralischen Status? Wie ist die Differenz zwischen Therapie und Enhancement zu bestimmen? Welche Rolle spielen Intentionalität, Teleologie und Verantwortung im Kontext biotechnischer Gestaltung? Wo liegen ethisch relevante Grenzen menschlicher Selbstformung?

Die Sommerschule bringt internationale Forschende und Studierende zusammen, um diese Fragen interdisziplinär zu diskutieren. Philosophische Grundbegriffe (Natur, Technik, Artefakt, Teleologie, Autonomie) werden ebenso thematisiert wie konkrete bioethische Anwendungsfelder. Das Format umfasst Vorträge, Seminardiskussionen und studentische Präsentationen. Ziel ist es, theoretische Grundfragen mit gegenwärtigen bioethischen Herausforderungen ins Gespräch zu bringen. Auch ein Kulturprogramm ist vorgesehen.

Die Sommerschule findet vom 13. bis 18. September in Rethymno auf Kreta statt – einer Stadt, die mit ihrer historischen Altstadt, dem venezianischen Hafen und der Nähe zur Universität Kreta einen inspirierenden Rahmen für konzentrierte wissenschaftliche Arbeit bietet. Für die Zulassung können sich Studierende der Philosophie auf Masterniveau (alle Module) sowie bei einem bioethischen Bezug ihres Projekts Doktorandinnen und Doktoranden der Philosophie, aber auch aus anderen Fächern in der Zeit vom 1. März bis 15. April 2026 voranmelden. Die eigentliche Anmeldung zur Förderung durch ein ERASMUS-Stipendium für die Fahrt- und Übernachtungskosten wird nicht vor dem 1. Mai 2026 erfolgen können; vorangemeldete Studierende werden vom Lehrgebiet Philosophie II über das Datum und das weitere Vorgehen informiert werden.

Erwartet für die Voranmeldung werden ein aussagekräftiges Motivationsschreiben mit Lebenslauf sowie überdurchschnittliche Leistungen im bisherigen Studium. Im Rahmen der Sommerschule ist ein Referat von ca. 20 Minuten zu übernehmen resp. ein bioethisches Arbeitsprojekt zu präsentieren. Ebenso können im Rahmen der Sommerschule Abschlussarbeiten konzipiert und vorbesprochen werden. Die Tagungssprache ist Englisch. Aktuelle Informationen finden Sie unter: https://www.fernuni-hagen.de/bioethik/Sommerschule2026.shtml

Ihre Bewerbung richten Sie bitte an: PD Dr. Marcus Knaup (Marcus.Knaup)

Rückfragen aller Art richten Sie bitte an: bioethik.

Wir freuen uns auf eine intensive Woche der gemeinsamen Reflexion über das Verhältnis von Natürlichem und Künstlichem – und über die normativen Grundlagen bioethischer Urteilsbildung im 21. Jahrhundert.

Helge Köttgen | 23.02.2026