Präsenzveranstaltung

Thema:
Das Gute (Platon, Leibniz, Hegel)
Veranstaltungstyp:
Seminar
Semester:
Wintersemester 2026/27
Zielgruppe:
BA KuWi: Modul 25402/P2; Modul 25406/P6; BA PVS: Modul 25407/PHIL; MA Phil: Modul 26402/II; Modul 26409/IX; Modul 26410/X; AT Phil; AP Phil;
Ort:
Leipzig
Adresse:
Campus Leipzig
Campus Leipzig der FernUniversität in Hagen
Städtisches Kaufhaus – Treppenhaus B
Universitätsstr. 16
04109 Leipzig
Termin:
11.12.2026 bis
13.12.2026
Zeitraum:
Freitag, 11.12.2026, 16.00-21.00 Uhr
Samstag, 12.12.2026, 10.00-19.30 Uhr
Sonntag, 13.12.2027, 10.00-14.30 Uhr
Leitung:
Prof. Dr. Thomas S. Hoffmann
Hinweis:
Veranstaltung wird als Seminar im Sinne der Studienordnung anerkannt. Es wird eine Teilnahmebescheinigung ausgestellt.

Zusammen mit dem „Wahren“ und dem „Schönen“ gehört „das Gute“ zu den Ankerbegriffen der klassischen Metaphysik, ohne darum in seiner Ausstrahlung auf das im engeren Sinne metaphysische Denken beschränkt zu sein. Das Seminar untersucht die Begriffsgeschichte, aber auch die Systematik des Begriffs des Guten an drei Höhepunkten seiner Thematisierung: bei Platon, bei Leibniz und bei Hegel. Bei allen drei Autoren erweist sich der Begriff des Guten als sowohl praktisch wie theoretisch relevant, bei allen dreien verweist er auf einen Abschlußbegriff des Denkens, bei allen dreien schließlich ist er letztlich nur dem dialektischen Denken zugänglich. Zugleich sind es verschiedene Konstellationen, in denen das Gute sich bei den drei Autoren entfaltet: bei Platon in der Beziehung auf das Sein wie auf die Spannung von Einheit und Vielheit; bei Leibniz in der Beziehung auf die Kontingenz und zugleich die Totalität des Existierenden; bei Hegel schließlich in der Beziehung auf das Erkennen und seinen Abschluß in der Methode wie ebenso auf die Freiheit. Es zeigt sich so zum einen, daß das Gesamtprofil einer Philosophie jeweils durch den Begriff des Guten bestimmt sein könnte, den sie ausdrücklich oder auch stillschweigend voraussetzt, zum anderen aber, daß dieser Begriff in vielen Fällen nur im Sinne nicht-propositionalen Wissens verstanden ist und wirksam wird, während seine adäquate Einholung ohne ernste „Arbeit des Begriffs“, d.h. ohne Philosophie im eigentlichen Sinne nicht möglich ist.

Wie immer ist die Bereitschaft zur Referatübernahme Teilnahmevoraussetzung für das Seminar. Die Themen werden in der Reihenfolge des Eingangs der Meldungen vergeben, die Sie bitte direkt an den Leiter (thomas.hoffmann) richten. Geben Sie bei der Meldung zwei Präferenzen aus der untenstehenden Liste an. Ggf. erfolgt eine Mehrfachbesetzung mit Ersatzreferenten. Hausarbeitsthemen können dabei auch unabhängig von der Referatswahl individuell abgesprochen werden

Referatthemen:

1. Ideenlehre und Teleologie in Platons Phaidon

2. Die Idee des Guten im Sonnen- und im Liniengleichnis der Politeia

3. Die Idee des Guten im Höhlengleichnis der Politeia

4. Das Gute als Prinzipienbegriff der platonischen Dialektik

5. Der Grundgedanke der Leibnizschen Theodizee

6. Der Satz von zureichenden Grund und die Bonität des Seienden bei Leibniz

7. Kontingenz und „mögliche Welten“ bei Leibniz

8. Leibniz’ Freiheitsbegriff

9. Hegels Satz von der „Identität“ des Vernünftigen und des Wirklichen

10. Hegels rechtsphilosophische Lehre vom „Guten und dem Gewissen“

11. Der Übergang von der Idee des Erkennens zur Idee des Guten in Hegels Wissenschaft der Logik

12. Die Idee des Guten und ihr Übergang in die absolute Idee in Hegels Wissenschaft der Logik

Literatur:

A) Quellentexte

Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften (1830)

- ders., Grundlinien der Philosophie des Rechts

- ders., Wissenschaft der Logik. Zweiter Band: Die Lehre vom Begriff

Gottfried Wilhelm Leibniz, Discours de métaphysique / Metaphysische Abhandlung

- ders., Essais de Théodicée sur la bonté de Dieu, la liberté de l’homme et l’origine du mal / Abhandlungen über die Theodizee von der Güte Gottes, der Freiheit des Menschen und dem Ursprung des Übels

Platon, Phaidon

- ders., Politeia / Der Staat

B) Sekundärliteratur

Walter Bröcker, Plato über das Gute, in: Jürgen Wippern (Hg.), Das Problem der ungeschriebenen Lehre Platons, Darmstadt 1972, 217-239.

Rüdiger Bubner, Theorie und Praxis bei Platon, Heidelberg 1988.

Hegels Moral und Handlungsphilosophie: Schwerpunktheft der Hegel-Studien 55, Hamburg 2021.

Albert Heinekamp, Das Problem des Guten bei Leibniz, Bonn 1969.

Albert Heinekamp / Franz Schupp (Hg.), Leibniz’ Logik und Metaphysik, Darmstadt 1988.

Thomas Sören Hoffmann, Georg Wilhelm Friedrich Hegel. Eine Propädeutik, 4. Aufl. Wiesbaden 2020.

Hans Krämer, Gesammelte Aufsätze, hg. von Dagmar Mierbach, Belrin / Boston 2014.

Hans Joachim Krämer, Arete bei Platon du Aristoteles. Zum Wesen und zur Geschichte der platonischen Ontologie, Heidelberg 1959

Bruno Liebrucks, Sprache und Bewußtsein, Bd. 6/3: Der menschliche Begriff. Sprachliche Genesis der Logik, logische Genesis der Sprache, Frankfurt am Main / Bern 1974, bes. 492-632.

Michael-Thomas Liske, Leibniz’ Freiheitslehre. Die logisch-metaphysischen Voraussetzungen von Leibniz‘ Freiheitstheorie, Hamburg 1993.

Giovanni Reale, Zu einer neuen Interpretation Platons, Paderborn u.a. 1989

Thomas A. Szlezák, Das Bild des Dialektikers in Platons späten Dialogen, Berlin / New York 2004.

Wolfgang Wieland, Platon und die Formen des Wissens, Göttingen 1982.

Jürgen Wippern (Hg.), Das Problem der ungeschriebenen Lehre Platons, Darmstadt 1972

Egil Wyller, Der späte Platon. Tübinger Vorlesungen 1965, Hamburg 1970.


Die Anmeldung erfolgt über die Virtuelle Universität: https://vu.fernuni-hagen.de/lvuweb/lvuauth/app/EventView/7060806053

Helge Köttgen | 05.10.2026