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Neue Wege der Wissenschaftskommunikation zur Energiewende diskutiert

[26.05.2026]

Wissenstransfer anders machen?!

26052026-wiese-500x600Foto: Alena Schulte
Blick auf den Wissenschaftspark Gelsenkirchen

Wie kann Wissenschaft Menschen besser erreichen und zur Mitgestaltung der Energiewende befähigen? Mit dieser Frage beschäftigte sich die Veranstaltung „Wissenstransfer anders machen?! Reallabore, Pop-Ups, Performances, mobile und aufsuchende Angebote in der Energiewende“ am 27. April 2026 im Wissenschaftspark Gelsenkirchen. Vertreter:innen aus Wissenschaft, Praxis und Zivilgesellschaft diskutierten innovative Ansätze des Wissenstransfers – von Reallaboren und Pop-up-Formaten bis hin zu narrativen und partizipativen Kommunikationsansätzen. Eingeladen hatte das Wissenschaftsforum Ruhr e. V.

Bereits zum Auftakt wurde deutlich, wie vielfältig Wissenschaftskommunikation gestaltet werden kann: In einer interaktiven Experimentierrunde konnten die Teilnehmenden unterschiedliche Exponate entdecken und ausprobieren. Präsentiert wurden unter anderem Designobjekte von Studierenden der Folkwang Universität der Künste, darunter der prämierte Solarbehälter sowie die interaktive Lampe „Ignite the Light“. Ergänzt wurde die Ausstellung durch Energiegeschichten von Bürger:innen zum Thema „Energiewende zuhause?!“, die im Rahmen des Projekts ZidiNaKo entstanden sind.

Ebenfalls vorgestellt wurden das Stadtwandel-Exponat „Die Stadt der Zukunft“ des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt, Energie, das H2PopUpLab der Wissenschaftspark Gelsenkirchen Projekte gGmbH und der Westfälischen Hochschule sowie das Projekt „BESTVILLE: Ein Tiny-Hausdorf als Reallabor und Dorf der Zukunft“ der Universität Bremen. Das ZBT präsentierte mit „Open Fuel Cell in Action“ einen praxisnahen Zugang zur Wasserstofftechnologie.

26052026-halb-500x600Foto: Alena Schulte

Wissenschaftskommunikation braucht neue Räume

Nach der Begrüßung durch Garrelt Duin, Regionaldirektor des RVR, und Prof. Dr.-Ing. Görge Deerberg, Vorstandsvorsitzender des Wissenschaftsforum Ruhr e. V., standen unterschiedliche Ansätze partizipativer Wissenschaftskommunikation im Mittelpunkt.

Dr. Franz Flögel vom Institut Arbeit und Technik der Westfälischen Hochschule stellte das H2PopUpLab vor, das Wissenschaft direkt in ein Ladenlokal in Gelsenkirchen brachte. Ziel des Projekts war es, Bürger:innen durch praktische Experimente und niedrigschwellige Angebote spielerisch an Themen der Energiewende heranzuführen.

In seiner Keynote betonte Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Fellow an der STS der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt, die Bedeutung neuer Perspektiven im Wissenstransfer. Wissenschaftskommunikation müsse stärker an gesellschaftlichen Veränderungsprozessen ansetzen und Menschen aktiv in Transformationsprozesse einbeziehen.

Die anschließende Podiumsdiskussion griff diese Fragen auf. Antje vom Berg (E.ON Foundation), Ilka Bickmann (Science2Public), Prof. Dr.-Ing. Görge Deerberg, Garrelt Duin, Prof. Dr. Uwe Schneidewind und Mona Rieken (Neue Effizienz gGmbH) diskutierten darüber, wie sich Wissensräume öffnen lassen und wissenschaftliche Inhalte stärker in den Alltag der Menschen integrieren lassen. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie Wissenschaftskommunikation künftig breitere gesellschaftliche Gruppen erreichen und die Beteiligung fördern kann.

Narrative und Emotionen in der Energiewende

In einer zweiten Vortragssession ging es um Narrative, Emotionen und neue Kommunikationswege in der Energiewende. Prof. Dr. Thomas Weith (ILS), Dr. Antonia Villinger (FAU Erlangen-Nürnberg), Dr. Elisabeth Jurack (Universität Bonn) und Sabrina Schreiner (Fraunhofer UMSICHT) stellten unterschiedliche Perspektiven auf gesellschaftliche Transformationsprozesse vor.

Dr. Elisabeth Jurack berichtete aus ihrer Praxis der Wissenschaftskommunikation auf TikTok und zeigte, wie soziale Medien neue Zielgruppen erreichen können. Sabrina Schreiner präsentierte Forschungsergebnisse unseres Projektes ZidiNaKo zu Narrativen und partizipativer Kommunikation in der Energiewende. Dabei wurde deutlich, wie wichtig lebensweltbezogene und emotionale Zugänge für die Vermittlung wissenschaftlicher Inhalte sind.

Austausch und neue Impulse für den Wissenstransfer

Die Veranstaltung machte deutlich, dass Wissenstransfer zur Energiewende weit über klassische Informationsvermittlung hinausgeht. Innovative Formate, dialogorientierte Ansätze und neue Narrative können dazu beitragen, Menschen stärker einzubeziehen und gesellschaftliche Transformationsprozesse aktiv mitzugestalten.

Beim abschließenden gemeinsamen Buffet wurden Diskussionen vertieft, neue Kontakte geknüpft und Ideen für zukünftige Kooperationen entwickelt.

Weitere Informationen:

Alena Schulte | 09.06.2026