Aktuelles
Juristisches Lernen, Lehren und Prüfen mit KI
Tagung der Gesellschaft für Didaktik der Rechtswissenschaft
am 19./20. November 2026
FernUniversität in Hagen
Tagungsfleyer (PDF 2 MB)
Neuerscheinungen
De GruyterMaßstäbe des Verwaltungshandelns
Im Studium fragen wir in der Regel nach den Erfolgsaussichten einer verwaltungsgerichtlichen Klage. Für die Verwaltung selbst stellt sich diese Frage jedoch anders dar:
Sie steht vor einem gesellschaftlichen Problem, für das die Rechtsordnung ihr regelmäßig nicht eine, sondern mehrere rechtmäßige Handlungsoptionen eröffnet – und muss sich entscheiden. Die Auswahl zwischen den zulässigen Optionen richtet sich an weiteren Maßstäben aus, nämlich an Effizienz und Effektivität, Transparenz, Akzeptabilität, Umsetzbarkeit und Zeitgerechtigkeit ebenso wie an Innovationsoffenheit, Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Anders als die Rechtmäßigkeit lassen sich diese Maßstäbe nicht binär feststellen. Sie sind Zielwerte, die miteinander konkurrieren und optimiert werden müssen – die wirtschaftlichste Entscheidung muss nicht diejenige sein, die auf die größte Akzeptanz stößt.
Das ist auch eine Leerstelle unserer Ausbildung. Weil die Erste Juristische Prüfung traditionell auf die Kontrollperspektive der Verwaltungsgerichte zugeschnitten ist, kommen die Maßstäbe des Verwaltungshandelns in den Lehrbüchern nur vereinzelt vor – die Diskussion der Verwaltungsrechtswissenschaft darüber bleibt im Studium daher weitgehend unberücksichtigt. Für ein Verständnis der öffentlichen Verwaltung sind sie jedoch unverzichtbar. Daher will der Beitrag Studierenden einen Zugang zu diesem Thema eröffnen. Er ist in Heft 9 der JURA (S. 882–892) erschienen (https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.1515/jura-2026-3074/pdf). Der Text baut auf dem gleichnamigen Beitrag im Handbuch des Verwaltungsrechts (Bd. V, § 123) auf.
Erschienen 05.10.2026
Verlga Mohr SiebeckGrundlagen des Verfassungsrechts
Demokratie steht vor einem Organisationsproblem: Wie lässt sich kollektive Handlungsfähigkeit herstellen, damit verbindliche Entscheidungen für das Gemeinwesen getroffen und umgesetzt werden können? Verfassungen müssen darauf eine organisatorische Antwort geben – sie richten Parlamente, Regierungen, Verwaltungen und Gerichte ein und rahmen zugleich die gesellschaftliche Selbstorganisation, etwa durch Parteien, Unternehmen oder Religionsgemeinschaften. Um diese Organisationsdimension der Verfassung besser zu verstehen, verbindet mein gerade erschienener Beitrag die rechtliche Perspektive mit Erkenntnissen der Institutionen- und Organisationsforschung. Deren Analysewerkzeuge – von Zwecken und Leitideen über Formalität und Informalität bis zu Macht und Institutionenwandel – werden auf das Organisationsverfassungsrecht und die Grundrechte bezogen. So entstehen Bausteine eines Forschungsprogramms einer organisationstheoretisch informierten Verfassungsrechtswissenschaft, das dogmatische Grundannahmen kritisch reflektiert und neue Fragen an das Verhältnis von Recht und Organisation stellt. Der Beitrag Teil des dreibändigen Werks „Grundlagen des Verfassungsrechts“ (herausgegeben von Julian Krüper, Mehrdad Payandeh und Heiko Sauer), dessen erster Band im Verlag Mohr Siebeck erschienen ist.
Erschienen 20.07.2026
Mohr Siebek VerlagVerfassungs- und verwaltungsrechtliche Probleme militärischer Auslandsaufklärung:
Bundeswehr und Nachrichtendieste zwischen Arbeitsteilung und Kooperation
Die ersten Tage des Jahres 2026 haben die veränderte geopolitische Lage bereits sehr deutlich gemacht. Teils war von einem "Epochenumbruch" die Rede. Die politisch-administrativen Reaktionen auf diese Entwicklungen rücken auch Fragen an die Rechtswissenschaft neu oder wieder in den Vordergrund. Das gilt auch für die militärische Auslandsaufklärung durch die deutschen Nachrichtendienste. Ein gerade bei Mohr Siebeck erschienener Band enthält einen Beitrag von mir zu den verfassungs- und verwaltungsrechtlichen Herausforderungen im arbeitsteilig-kooperativen Verhältnis von BND, Militärischem Abschirmdienst und dem Militärischen Nachrichtenwesen der Bundeswehr. Der Aufsatz geht auf einen Vortrag beim 5. Symposium zum Recht der Nachrichtendienste zurück, das das Bundeskanzleramt und das Bundesministerium des Innern veranstaltet haben.
- Inhaltsverzeichnis (PDF 552 KB)
- Mohr Siebeck Verlag Seite zum Buch
Erschienen 22.01.2026
Foto: Mohr Siebeck
Das Recht der digital-ökologischen Transformation
Digitalisierung und ökologische Nachhaltigkeit stehen in einem Spannungsverhältnis zueinander: Einerseits werden große Hoffnungen in das Potential digitaler Technologien gesetzt, ökologische Transformationsprozesse zu beschleunigen und effektiver zu gestalten. Andererseits stellen diese Technologien mit ihrem Energie- und Ressourcenverbrauch selbst eine drängende ökologische Herausforderung dar - jede KI-Anfrage hat einen ökologischen Preis. Eine »digital-ökologische Transformation« verspricht Abhilfe, indem sie die Digitalisierung auf Nachhaltigkeit ausrichtet und für die ökologische Transformation nutzt. Dahinter steht eine grundsätzliche Frage:
Wie lassen sich Transformationen wie Digitalisierung oder der Übergang zur Klimaneutralität als systemübergreifende, disruptive Wandlungsprozesse überhaupt rechtlich gestalten? Welche Governance-Strukturen sind erfolgversprechend? Diesen Fragen widmet sich von Michael v. Landenberg-Roberg und Arne Pilniok herausgegebene Band zum "Recht der digital-ökologischen Transformation“. Er ist bei Mohr Siebeck erschienen und im Open Access zugänglich unter https://www.mohrsiebeck.com/buch/das-recht-der-digital-oekologischen-transformation-9783161647451/
Erschienen 31.10.2025