Dimitris-Tsatsos-Institut für europäische Verfassungswissenschaften

Veranstaltungen

Selbstbegrenzung und Selbstbehauptung. Der Westen braucht eine neue Strategie

Termin: 26.01.2017

Referent: Prof. Dr. Heinz Theisen, Katholische Hochschule Nordrhein-Westfalen, Köln

Ort: Campus der FernUniversität, KSW-Gebäude, Raum 1+2, Universitätsstraße 33, 58097 Hagen

Beginn: 17:00 Uhr

Veranstalter: Dimitris-Tsatsos-Institut für Europäische Verfassungswissenschaften (DTIEV)

Moderator: Prof. Dr. Peter Brandt, Direktor des DTIEV, FernUniversität in Hagen

Der Vortrag „Selbstbegrenzung und Selbstbehauptung. Warum der Westen eine neue Strategie braucht“ von Prof. Dr. Heinz Theisen mit anschließender Diskussion stützt sich auf folgende Thesen:
Die westliche Politik, sich offensiv in die Angelegenheiten des Orients und der Ukraine einzumischen und umgekehrt in Europa auf schützende Grenzen gegenüber seinen Nachbarn zu verzichten, ist gescheitert. Sie hat zu einer doppelten Überdehnung nach außen und innen geführt.
Von den Interventionen in Afghanistan, im Irak und in Libyen bis zu Lockangeboten an die Ukraine hatte der Westen zu Destabilisierungen beigetragen, Flüchtlingsströme zu sich gelenkt, die Sicherheitspartnerschaft mit Russland ruiniert und den Kampf der Islamisten gegen den Westen angefeuert.
Diese Überdehnungen, Entgrenzungen und Verstrickungen machen eine neue Strategie der Selbstbegrenzung und Selbstbehauptung des Westens notwendig. Nach der Eindämmung des extremen Islamismus muss eine durch Grenzen bewehrte Koexistenz mit den anderen Kulturen aufgebaut werden. Die Selbstbegrenzung nach außen bedarf der Selbstbehauptung durch eine Wehrhaftigkeit der Demokratien nach innen.
Gerade angesichts wirtschaftlicher und technischer Verflechtungen werden politische Grenzen als Grundlage für eine steuernde Politik gebraucht.

Prof. Dr. Heinz Theisen, geb. 1954, Studium der Politikwissenschaft, Soziologie, Geschichte sowie des Staats- und Verfassungsrechts in Göttingen und Bonn. Promotion in Bonn, 1991 bis 1997 Prof. für Politikwissenschaft an der FH des Bundes in Brühl, zahlreiche Lehrtätigkeiten in Ost- und Südosteuropa, seit 1997 Prof. für Politikwissenschaft an der Kath. Hochschule in Köln (FB Sozialwesen). Seit 2004 Gastprofessuren an der Univ. Bethlehem/Palästina und an weiteren Universitäten im Nahen Osten. Forschungsschwerpunkte: Europäische Union, Konflikte der Kulturen.

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DTIEV | 06.02.2018
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