Veranstaltungen
„Der Erinnerung zum Trotz: Warum China immer noch an Mao glaubt“
Termin: 20.05.2026 / 18:00 Uhr
Ort: Präsenz- und Online-Veranstaltung - Zugang ohne Anmeldung
Referentin: Prof. Dr. Barbara Mittler, Zentrum für Ostasienwissenschaften, Institut für Sinologie, Universität Heidelberg
Eine Veranstaltung der „Gespräche am Tor“ in Kooperation mit dem Dimitris-Tsatsos-Institut für Europäische Verfassungswissenschaften der FernUniversität in Hagen
Trotz der ungebrochenen Bedeutung Mao Zedongs in der chinesischen Erinnerungskultur ist der erste Präsident der Volksrepublik China (1949-1976) für Millionen von Toten verantwortlich zu machen, die der tödlichen Hungersnot infolge des „Großen Sprungs nach vorne“ (1958-1961) sowie der gesellschaftlichen und politischen Verfolgung während der Anti-Rechts-Kampagne (1957-1959) und der Kulturrevolution (1966-1976) zum Opfer fielen. Anlässlich des diesjährigen 50. Todestags Mao Zedongs geht die Veranstaltung der Frage nach, warum dem „Großen Steuermann“ im postmaoistischen China bis heute eine so große Verehrung zuteil wird.
Barbara Mittler, Prof. Dr., geb. 1968, studierte in Oxford, Taipei und Heidelberg Sinologie, Musikwissenschaft und Japanisch. Seit 2004 ist sie Professorin für Sinologie in Heidelberg, wo sie das Exzellenzcluster „Asia and Europe in a Global Context“ (seit 2007) und darauf aufbauend das „Centrum für Asienwissenschaften und Transkulturelle Studien“ (CATS, eröffnet 2019) mitbegründete und leitete. Ihre Forschungsarbeit fokussiert auf Fragen von Kulturpolitik in China, Hong Kong und Taiwan. Gegenwärtig leitet sie zwei größere Projekte, die die China-Kompetenz und den Dialog mit der sinophonen Welt befördern sollen: die China-Schul-Akademie (www.china-schul-akademie.de) und den Heidelberger Teil des BMBF-Verbundkollegs zu Epochalen Lebenswelten (www.worldmaking-china.org/projekte/3). Ihre zahlreichen Publikationen zur chinesischen Kultur, Kunstmusik, Literatur, frühen Presse, Kulturrevolution sowie den bildlichen und textuellen Elementen in der Formation von kulturellem Gedächtnis sind mehrfach preisgekrönt worden (bspw. 2012 mit dem Fairbank Prize für ihre Studie zur chinesischen Kulturrevolution). Sie ist in mehreren Fachgremien vertreten (bspw. Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften seit 2008, Heidelberger Akademie der Wissenschaften seit 2013) und weilte als Fellow bzw. Gastprofessorin an der Academia Sinica in Taiwan, am Humanities Center der Stanford University und an der EHESS in Paris.
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Veranstaltungsseite: https://e.feu.de/gespraeche
Für die Online-Teilnahme:
Zoom-Zugangslink: https://e.feu.de/gespraeche-in-zoom
Meeting-ID: 852 7280 4600
Kenncode: 80696338 -
Für die Teilnahme in Präsenz kommen Sie bitte auf dem Campus Karlsruhe der FernUniversität in den Seminarraum ELSASS, Kriegsstr. 100 (2. OG), 76133 Karlsruhe.
Die Veranstaltung ist Teil der Veranstaltungsreihe Gespräche am Tor - Karlsruher Begegnungen zu Wissenschaft, Politik und Kultur, die ein Forum für den Austausch über aktuelle Fragen der Wissenschaft und Forschung bietet. Sie zielt gleichsam auf einen Dialog zwischen Hagener Forschern, in der Region verankerten Wissenschaftlern und der bildungsinteressierten Öffentlichkeit vor Ort.