Veranstaltungen
Symposion: 2500 Jahre Demokratie
Termin: 06.11.2026 - 07.11.2026 / 8.30 Uhr
Ort: Gebäude 2 der FernUniversität, Raum 4+5 (1. OG), Universitätsstr. 33, 58097 Hagen.
Veranstalter: Dimitris-Tsatsos-Institut für Europäische Verfassungswissenschaften der FernUniversität in Hagen
Es handelt sich um eine Hybridveranstaltung. Sie können in Präsenz oder per Zoom teilnehmen. Um Anmeldung wird gebeten.
Zur Anmeldung
Die Zoom-Zugangsdaten sowie das Veranstaltungsprogramm werden in Kürze veröffentlicht.
Die Veranstaltung wird öffentlich gestreamt und aufgezeichnet. Es ist beabsichtigt, eine Aufzeichnung im Nachgang zu veröffentlichen. Mit Betreten des virtuellen Raumes erklären Sie sich mit der Aufzeichnung und deren Veröffentlichung einverstanden.
Allgemeiner Überblick und Leitfragen
Das diesjährige Symposion des DTIEV greift ein Projekt wieder auf, das unser Gründer Dimitris Tsatsos zu seinen Lebzeiten nicht mehr verwirklichen konnte, eine Besinnung auf eine Spanne von 2500 Jahren politischer Theorie und Praxis, die im Diskurs über Demokratie ihren Niederschlag findet. Diese Besinnung dient nicht einem theoretischen Ziel, etwa den über 200 Varianten einer Begriffsbestimmung eine weitere hinzuzufügen oder gar eine Bestimmung mit Anspruch auf Verbindlichkeit herauszuarbeiten. Ihre Absicht ist vielmehr, einen Evolutionsprozess der politischen und der Verfassungskultur nachzuzeichnen, der sich über lange Dauer und verschiedene Epochen erstreckt hat. Fünf Panels werden mit je zwei Vorträgen bemerkenswerte Entwicklungen in der europäischen Antike, im Mittelalter, im Zeitalter der Aufklärung, im langen 19. Jahrhundert und in der Gegenwart beleuchten. Ein verbessertes Verständnis dieser geschichtlichen Prozesse verspricht, zugleich einen Schlüssel zum Verständnis und möglicherweise auch zur Bewältigung der Paradoxa der Gegenwart zu liefern. Denn einerseits berufen sich die verschiedensten politischen Systeme, liberale und autoritäre, freiheitliche und diktatorische, ja selbst imperialistisch expansive sowie ihre jeweiligen politischen Akteure auf demokratische Grundsätze. Andererseits sehen sich gerade innovative, auf freier Selbstbestimmung beruhende Formen des politischen Zusammenschlusses dem Vorwurf der Demokratieunfähigkeit ausgesetzt.
Die geplante Besinnung auf die Grundlagen freiheitlicher konstitutioneller Demokratie in Europa liefert zugleich einen würdigen und angemessenen Rahmen für die Verleihung des Dimitris-Tsatsos-Preises an zwei politische Persönlichkeiten, Klaus Hänsch und Elmar Brok, zur Ehrung ihres Lebenswerks, mit dem sie die aktuelle demokratische Ordnung der Europäischen Union maßgeblich mitgestaltet haben.
Die Referent*innen der Tagung
1. Panel: Antike
Foto: Prof. Dr. Dorothea Rohde
Prof. Dr. Dorothea Rphde,
Universität zu Köln
Prof. Dr. Dorothea Rohde ist seit April 2024 Professorin für Alte Geschichte an der Universität zu Köln. Nach ihrem Studium der Alten Geschichte, Griechischen Philologie und Philosophie in Bonn, Münster und Rom wurde sie 2008 in Kassel promoviert. Es folgten Jahre als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Akademische Rätin an der Universität Bielefeld, wo sie sich 2017 habilitierte.
Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der athenischen Demokratiegeschichte, griechischen und römischen Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, der antiken Stadt und dem frühen Christentum. Sie ist Autorin mehrerer Monographien, u. a. zu den öffentlichen Finanzen Athens im 4. Jahrhundert v. Chr., und Mitherausgeberin zahlreicher Sammelbände.
Foto: Prof. Dr. Walter Reese-Schäfer
Prof. Dr. Walter Reese-Schäfer,
Georg-August-Universität Göttingen
Nach Stationen an den Universitäten Halle-Wittenberg, Essen und Hamburg 2001-2019 Lehrstuhl für politische Theorie und Ideengeschichte in Göttingen. Dekan der Sozialwissenschaftlichen Fakultät 2013-2017. Jetzt Emeritus.
Auswahl von Veröffentlichungen: Antike politische Philosophie zur Einführung, 2. Aufl. 2022. Ideengeschichte als Provokation. Schriften zum politischen Denken. J. B. Metzler/Springer Nature Stuttgart 2019; Platon interkulturell gelesen, Nordhausen 2009; Aristoteles interkulturell gelesen, Nordhausen 2007. Grenzgötter der Moral. Der neuere europäisch-amerikanische Diskurs zur politischen Ethik, 2. Aufl. Wiesbaden 2012.; Politische Ethik unter Realitätsbedingungen. Die Welt von Gewalt, Lügen und Skandalisierungen, 2. Aufl. Wiesbaden: Springer VS 2017. Als Herausgeber: Walter Reese-Schäfer (Hg), Handbuch Kommunitarismus. Springer VS Wiesbaden 2019.
2. Panel: Mittelalter
Prof. Dr. Christoph Mauntel,
Universität Osnabrück
Christoph Mauntel ist seit 2024 Professor für die Geschichte des Mittelalters an der Universität Osnabrück.
Foto: Prof. Dr. Martin Kaufhold
Prof. Dr. Martin Kaufhold,
Universität Augsburg
Prof. Dr. Martin Kaufhold, geb. 1963, Studium der Geschichte und Germanistik an der Universität Heidelberg und der University of Maryland, USA. Promotion in Heidelberg, wissenschaftlicher Mitarbeiter und Assistent am Lehrstuhl von Jürgen Miethke; Habilitation 2000. Seit 2003 ordentlicher Professor für Mittelalterliche Geschichte an der Universität Augsburg. Zu den Forschungsfeldern gehören die deutsche Geschichte des späten Mittelalters, die vergleichende europäische Geschichte, Institutionengeschichte, Die Geschichte des Christentums und des Papsttums.
Verleihung des Dimitris Tsatsos-Preises an Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Klaus Hänsch (posthum) und Elmar Brok
13.45 Uhr
Ehrung der Preisträger
Prof. Dr. Stefan Stürmer, Rektor der FernUniversität in Hagen
Prof. Dr. Andreas Haratsch, Direktor des DTIEV
Prof. Dr. Spyridon Vlachopoulos, Mitglied des Vorstandes des CECL
14.15 Uhr
Laudatio
Prof. Dr. Evangelos Venizelos, ehemaliger Minister und stellvertretender Ministerpräsident Griechenlands
14.40 Uhr
Überreichung der Auszeichnungen
14.55 Uhr
Dankesreden
Elmar Brok, ehem. Mitglied des Europäischen Parlaments, Bielefeld
N.N., stellvertretend für Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Klaus Hänsch
Fortsetzung des Symposions "2500 Jahre Demokratie"
3. Panel: Zeitalter der Aufklärung
Foto: Privat
Prof. Dr. Manfred Brocker,
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Dr. Dr. Manfred Brocker ist Professor für Politische Theorie und Philosophie an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Studium der Philosophie, Politikwissenschaft und Volkswirtschaftslehre in Aachen, Oxford und Köln. Lehr- und Forschungsaufenthalte u. a. an den Universitäten Princeton und Yale. Erster Vorsitzender der "Deutschen Gesellschaft zur Erforschung des politischen Denkens" (DGEPD) und Mitherausgeber des "Jahrbuch politisches Denken". Herausgeber einer vierbändigen „Geschichte des politischen Denkens“ im Suhrkamp Verlag. Publikationen zur politischen Philosophie des 17.-21. Jahrhunderts, zum Verhältnis von Politik und Religion, und zu den USA.
Foto: Hardy Welsch
Prof. Dr. Wolfgang Kruse,
FernUniversität in Hagen
Wolfgang Kruse, geb. 1957, Studium der Geschichts- und Literaturwissenschaft an den Universitäten Bielefeld, Freie Universität und Technische Universität Berlin. Promotion 1990 bei Reinhard Rürup, Habilitation 2001 an der FernUniversität. Tätigkeiten als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin sowie als Wissenschaftlicher Assistent und Akad. (Ober)Rat im Lehrgebiet Geschichte der europäischen Moderne an der FernUniverität; Ernennung zum apl. Prof. 2007, von 2011 bis 2022 geschäftsf. Direktor des Historischen Instituts. Forschungsschwerpunkte: Geschichte der Französischen Revolution, des Ersten Weltkriegs, der deutschen und internationalen Arbeiterbewegung sowie des politischen Totenkults.
4. Panel: Das lange 19. Jahrhundert
Foto: Prof. Dr. Andreas Fisahn
Prof. Dr. Andreas Fisahn,
Universität Bielefeld
1987: Erstes juristisches Staatsexamen (Universität Göttingen/ PA Hannover).1992: Promotion über „Eine Kritische Theorie des Rechts – Zur Diskussion der Staats- und Rechtstheorie von Franz L. Neumann“ an der Universität Göttingen. 1994: Zweites Juristisches Staatsexamen (OLG Bremen). 1994: Regierungsrat z.A. im allgemeinen Verwaltungsdienst der Hansestadt Hamburg. 2001: Habilitation über: „Demokratie und Öffentlichkeitsbeteiligung“ an der Universität Bremen mit der Lehrbefugnis für: Öffentliches Recht einschließlich Europarecht sowie Rechtstheorie und Verfassungsgeschichte der Neuzeit. 2002-03: Vertretungen in Hamburg, Kassel und Bielefeld. 2004: Professor an der Universität Bielefeld.
Neuere Veröffentlichungen (Auswahl):
2025: Ökologische Demokratie – Demokratie als Entdeckungsverfahren, Springer VS Wiesbaden. 2022: Andreas Fisahn: Repressive Toleranz und marktkonforme Demokratie, Zur Entwicklung von Rechtsstaat und Demokratie in der Bundesrepublik, Geleitwort von Heribert Prantl, PapyRossa Verlags GmbH & Co. KG, Köln. 2021: Alex Demirović/Andreas Fisahn/Birgit Mahnkopf/Carolin Mauritz/Christa Wichterich/Fritz Reheis/Peter Wahl/Stefanie Hürtgen/Thomas Sablowski/Ulrich Duchrow, Das Chaos verstehen – Welche Zukunft in Zeiten von Zivilisationskrise und Corona? Zeitdiagnosen aus dem Wissenschaftlichen Beirat von Attac, 224 Seiten, Hamburg 2021. 2021: Melanie Engels und Andreas Fisahn, Zur Möglichkeit einer gerechteren Flächenverteilung in Innenstädten – Gutachten im Auftrag der RLS anhand des Beispiels er Berliner Pop-up-Radwege. 2019: Lennart Alexy/ Andreas Fisahn/ Susanne Hähnchen/ Tobias Mushoff/ Uwe Trepte, Das Rechtslexikon – Begriffe, Grundlagen, Zusammenhänge, bpb: Bonn, 2019, 315 Seiten. 2019: Ridvan Ciftci / Andreas Fisahn, Nach-Gelesen - Ein- und weiterführende Texte zur materialistischen Theorie von Staat, Demokratie und Recht, VSA: Verlag Hamburg, 251 Seiten. 2016: Die Saat des Kadmos - Staat, Demokratie und Kapitalismus, 1. Auflage, Münster, Verlag Westfälisches Dampfboot. 2014: Andreas Fisahn / Silke R. Laskowski, Betriebsverfassung und Werkverträge – Regelungsspielräume des Gesetzgebers –, Hugo Sinzheimer Institut für Arbeitsrecht, Frankfurt am Main, HSI-Working Paper Nr. 04. 2011: Re-Regulierung der Finanzmärkte nach der Kernschmelze im Finanzsektor?, Papers, Rosa Luxemburg Stiftung, 43 Seiten. 2010: Die Demokratie entfesseln, nicht die Märkte: Argumente für eine postkapitalistische Wirtschaft und Gesellschaft. PapyRossa Verlag Köln. 263 Seiten. 2008: Herrschaft im Wandel. Überlegungen zu einer kritischen Theorie des Staates. PapyRossa Verlag Köln. 404 Seiten.
Foto: Wiko Greifswald
Prof. Dr. Thomas Maissen,
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Thomas Maissen wurde nach Studien in Basel, Rom, Neapel und Paris 1994 promoviert und 2002 in Zürich habilitiert. Nach einer SNF-Förderprofessur in Luzern wurde er 2004 ordentlicher Professor für Neuere Geschichte an der Universität Heidelberg und 2006 Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften. Maissen gründete und leitete die Heidelberger Graduiertenschule für Geistes- und Sozialwissenschaften und wirkte 2008 bis 2013 in den Leitungsgremien des Heidelberger Exzellenzclusters „Asia and Europe“. Er war Fellow der EHESS Paris (2009), am IAS Princeton (2010), am Basler Forschungskolleg „Legitimität und Religion“ (2009-2011), am Marsilius-Kolleg Heidelberg (2012/13, 2024/25), am Istituto Svizzero Roma (2024) und Opus Magnum-Geförderter der VW-Stiftung (2024). Von 2013 bis 2023 war Maissen in Heidelberg beurlaubt, um als Direktor das Deutsche Historische Institut in Paris zu leiten. Seit 2023 ist er Sprecher des von der Daimler und Benz Stiftung finanzierten internationalen Ladenburger Kollegs „Der Aggressor: Selbst- und Fremdwahrnehmung eines Akteurs zwischen den Nationen“ (Laufzeit bis 2027).
5. Panel: Demokratie vom 20. Jahrhundert bis heute
Foto: Privat
Dr. Benedikt Wintgens,
Kommission für Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien e. V., Berlin
Benedikt Wintgens, Dr. phil., ist seit 2025 Generalsekretär der Kommission für Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien e. V. (KGParl) in Berlin. Von 2005 bis 2024 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsinstitut der KGParl. 2022/23 war er wissenschaftlicher Referent der von Bund, Land Hessen und der Stadt Frankfurt am Main eingesetzten Expertenkommission zur Zukunft der Paulskirche und zum Bau eines Hauses der Demokratie. 2018 wurde er an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn mit der Studie Treibhaus Bonn. Die politische Kulturgeschichte eines Romans promoviert. Für diese Arbeit erhielt er 2020 den Merkur-Preis für herausragende Dissertationen sowie 2021 den Wissenschaftspreis des Deutschen Bundestages. Zu seinen jüngsten Veröffentlichungen zählt der gemeinsam mit Gertrude Cepl-Kaufmann, Dominik Geppert und Jasmin Grande herausgegebene Band Ende der Bonner Republik? Der Berlin-Beschluss des Bundestags 1991 und sein Kontext (Düsseldorf 2024).
Foto: Prof. Dr. Sebastian Huhnholz
Prof. Dr. Sebastian Huhnholz,
Freie Universität Berlin
Sebastian Huhnholz vertritt von 2025-2027 den Lehrstuhl „Politische Theorie und Rechtstheorie“ an der Freien Universität Berlin. Der studierte Sozialwissenschaftler ist u.a. Privatdozent an der LMU München und Fellow am Hamburger Institut für Sozialforschung in der Forschungsgruppe „Monetäre Souveränität“ sowie gewähltes Mitglied der Ethik-Kommission der „Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft“. Huhnholz wurde an der LMU über Imperiumsdiskurse promoviert und hat sich ebenda mit Studien zur Politischen Ideengeschichte und Theorie demokratischer Staatsfinanzen habilitiert. In seinen aktuellen Forschungsprojekten befasst er sich mit dem Fiskalherrschaftsdenken Max Webers, mit Finanzverfassungskomparatistik, mit nichtfiskalischen Steuerreformen sowie dem Konzept „Steuerstaat“. Die FAZ hat ihn als „Agent des Fiskus“ in die „Beste Denker“-Liste 2025 aufgenommen.
Foto: PD Dr. Dana Burchardt
PD Dr. Dana Burchardt,
Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung
Dana Burchardt ist am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung im Rahmen einer DFG-Heisenberg-Förderung tätig. Sie forscht im Bereich des internationalen Rechts sowie des europäischen und nationalen Verfassungsrechts, mit einem Schwerpunkt auf interdisziplinären Ansätzen im Recht und Law & Technology. Vor ihrer Tätigkeit am WZB war sie Vertretungsprofessorin an der Universität Bremen und der Humboldt-Universität zu Berlin, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Freien Universität Berlin im Rahmen der DFG-Kollegforschungsgruppe „International Rule of Law – Rise or Decline?“ sowie assoziierte Forscherin am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern in Bonn. Zudem war sie u.a. Assistant Professor an der China University of Political Science and Law in Peking und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht in Heidelberg. Nach einer Promotion an der Freien Universität Berlin habilitierte sie sich an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Sie hat Rechtswissenschaften an der Universität Potsdam und der Université Paris Nanterre studiert und neben dem ersten und zweiten juristischen Examen auch eine maîtrise en droit abgeschlossen.
Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Otfried Höffe,
Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Otfried Höffe, Eberhard-Karls-Universität Tübingen