Modul 25006

 

W NAT: Natur und Kultur: Ökologische Transformationen

 

Auf einen Blick

Belegnummer 25006
ECTS 15
Workload 450 Std.
Kosten 165 €
Angebotshäufigkeit Jedes Semester
Material Print und Online
Betreuung moodle Lernumgebung
Prüfung Hausarbeit oder Mündliche Prüfung

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Die Unterscheidung von „Natur“ und „Kultur“ spielt für die Ausbildung und das Selbstverständnis der europäischen Moderne eine wichtige Rolle. Im Zuge aktueller politischer und ökologischer Entwicklungen zeigt sich aber, dass diese Unterscheidung nicht allein deskriptiv verstanden werden kann, sondern auch ein normativ geprägtes Selbstverständnis des Menschen angesichts einer spezifisch modellierten Umwelt, die als „Natur“ angesprochen wird, ausdrückt. Um diese Entwicklungen, die häufig stillschweigend aktuelle ökologische Diskussionen begleiten, historisch und systematisch einordnen und kritisch diskutieren zu können, wird das spannungsreiche Verhältnis von „Natur“ und „Kultur“ interdisziplinär aus geschichtswisssenschaftlicher, literaturwissenschaftlicher und philosophischer Perspektive kontextualisiert und analysiert.

LE 1: E-Lecture Geschichtswissenschaft: Im ersten Teil der geschichtswissenschaftlichen LE werden Aspekte vormoderner Naturbetrachtungen reflektiert und beispielhaft vertieft. Die europäische Vormoderne, der Traditionszusammenhang also, aus dem moderne Vorstellungen gewachsen sind, kann zugleich als Gegenbild zu modernen Fragen und Überzeugungen dienen. Zentrale Texte aus Antike, Mittelalter und Früher Neuzeit, Vorträge zu Klimageschichte zwischen dem Frühmittelalter und dem 18. Jh. sowie studentische Beiträge sollen zu einem nicht vollständigen, aber vielfältigen Bild beitragen. – Im zweiten Teil der geschichtswissenschaftlichen LE wird eine globalhistorische Perspektive auf die Beziehungen zwischen Mensch und Natur geworfen. In exemplarischen Schlaglichtern wird ein Bogen von nicht-westlichen und vorkolonialen Naturvorstellungen weltweit über die verschiedenen Formen der Begegnung, Erfassung und Aneignung im Zuge der Europäischen Expansion bis hin zu neuen Zugängen zur Natur im Kontext der Globalisierung geschlagen – präsentiert in einführenden Lehrtexten und forschungsorientierten Podcasts.

LE 2: E-Lecture Literaturwissenschaft: Die E-Lecture besteht aus einer Video-Serie, die sich dem kulturwissenschaftlichen Blick auf und der Darstellung von Natur und unserer Verhältnisse zu ihr in Interviews mit und Vorträgen von Literaturwissenschaftler*innen widmet. Schwerpunkte sind

Genres wie Nature Writing und Climate Fiction und die Differenz von fiktionalem und faktualem Erzählen von Natur, sowie aktuelle Aspekte der Naturlyrik. Ergänzt wird die Video-Serie durch ausgewählte literarische Texte und Übungsaufgaben zur angeleiteten Analyse, sowie durch eine Forschungstext-Anthologie.

LE 3: Diese E-Lecture-Serie besteht aus verschiedenen Online-Vorlesungen und Podcasts, die sich aus philosophischer Perspektive mit ökologischen Fragestellungen beschäftigen. Ein Themenschwerpunkt liegt dabei auf der Umwelt- und Klimaethik. Es werden grundlegende Fragen, Theorien und Positionen der Umwelt- und Klimaethik vorgestellt und problematisiert. Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf Fragen der anthropologischen Differenz. Es werden Theorien und Argumente diskutiert, ob der Mensch sich wesentlich vom Tier unterscheidt und worin dieser Unterschied bestehen könnte. Ein dritter Schwerpunkt zeigt alternative Theorienentwürfe aus der politischen und feministischen Philosophie sowie der Sozialanthropologie auf, um das Verhältnis von Natur und Kultur kritisch zu beleuchten.

LE 4: Die vierte Lerneinheit ist ein Reader, der klassische Texte aus der europäischen Philosophiegeschichte versammelt, um eine kritische Relektüre unter ökologischen Vorzeichen anzuleiten. Bei dieser Relektüre wird verdeutlicht, dass auch dort, wo es nicht explizit um „Natur“ geht, Entscheidungen über das Verhätlnis von Mensch und Natur getroffen wurden, die ökologische Konsequenzen haben. Auf diese Weise werden unterschwellige, aber ökologisch relevante Selbstverständnisse des Menschen aufgedeckt, die in der europäischen Philosophiegeschichte fortgewirkt, aber auch verschiedentlich gebrochen worden sind. Dadurch wird eine ökologische Philosophiegeschichte ermöglicht, die auch klassische Texte in den Blick nehmen kann, die sich nicht explizit als ökologisch motivierte Texte verstehen lassen.

 
  • Einheit Titel Vorschau
    LE1: E-Lecture Geschichtswissenschaft  
    LE2: E-Lecture Literaturwissenschaft  
    LE3:

    E-Lecture Philosophie
    -Umeltethik
    -Tierphilosphie/Anthropologie

     
    LE4: Mensch und Natur - Texte für eine ökologisch Philosophiegeschichte  

    Zugang zu den Lernmaterialien und weiteren studienrelevanten Informationen sowie Kontakt zu den Betreuenden und den Mitstudierenden erhalten Sie in der Moodle-Lernumgebung des Moduls.
    Die Lernumgebung wird zu Beginn des Semesters für die Beleger*innen des Moduls automatisch geöffnet.

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  • Die Studierenden

    • erhalten einen Überblick über zentrale Felder ökologischer Diskussionen im Rahmen der Geschichtswissenschaft, Literaturwissenschaft und Philosophie,
    • lernen, sich aus interdisziplinärer Perspektive mit einem komplexen Gegenstandsbereich auseinanderzusetzen,
    • erwerben Kompetenzen in der argumentativ strukturierten Diskussion von spezifischen Problemen im Spannungsfeld von „Natur und Kultur“,
    • sind in der Lage, aktuelle ökologische Entwicklungen historisch, literaturwissenschaftlich und philosophisch einzuordnen und deren theoretische und gesellschaftliche Tragweite kritisch zu reflektieren.
  • Voraussetzungen für die Zulassung zur Prüfung

    Die ordnungsgemäße Belegung des Moduls ist Voraussetzung für die Zulassung zur Prüfung.
    Sollten Sie das Modul wiederholen, ist ebenfalls Ihre Belegung des Moduls (über das Wiederholerkennzeichen) erforderlich.

    Prüfungsformen

    Form Prüfungs-Nr. Termin Anmeldeschluss
    Hausarbeit xxx Während des Semesters
    Mündliche Prüfung xxx Ende des Semesters  

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Modulbeauftragte

Prof. Dr. Peter Risthaus Foto: FernUniversität

Prof. Dr. Peter Risthaus

Prof. Dr. Jürgen G. Nagel Foto: Lichtbildpalast-Juliane Bukowski

Prof. Dr. Jürgen G. Nagel

 
Fakultät KSW | 11.05.2026