Forschungsprojekte

Univ.-Prof. Dr. Thomas Sören Hoffmann

Handbuch Wirtschaftsphilosophie

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Auf Anregung des Verlages Springer VS in Wiesbaden wird am Lehrgebiet Philosophie II ein vierbändiges „Handbuch Wirtschaftsphilosophie“ konzipiert und hauptverantwortlich herausgegeben, das bis ca. 2020 vorliegen soll. Das Handbuch ist interdisziplinär angelegt und wird systematische mit historischen Dimensionen verbinden. Es dient zugleich dazu, ein Bewußtsein dafür zu schaffen, daß wirtschaftsethische Fragen nicht isoliert von größeren (z. B. kultur-, geschichts- und auch rechtsphilosophischen) Fragestellungen beantwortet werden können. Dem Handbuch ist ein wissenschaftlicher Beirat zugeordnet, dem etwa 14 in- und ausländische Fachleute aus den beteiligten Disziplinen angehören.

Die Bände werden von 2020 an erscheinen.

Nähere Informationen.

Der "natürliche Wille": Begriffsgeschichte und normative Relevanz

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Das Projekt steht im Kontext von Untersuchungen zum Willensproblem mit besonderer Berücksichtigung des Verhältnisses von aktuellem Willen und dessen Substituten (hypothetischer Wille, vorausverfügter Wille, natürlicher Wille, mutmaßlicher Wille). Es vereinigt begriffsgeschichtliche und anwendungsbezogene Fragestellungen, die insbesondere die Medizinethik betreffen, und ist interdisziplinär angelegt.

Integrative Bioethik

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Bioethische Fragestellungen lassen sich längst nicht mehr auf Probleme reduzieren, die im Rahmen einer Angewandten Ethik alleine durch philosophische Deduktion oder Reflexion zu lösen wären. Sie verlangen vielmehr eine methodologisch verankerte Sensibilität für die Aufgabe einer sinnvollen Koordination verschiedener fachwissenschaftlicher (z.B. naturwissenschaftlicher, juristischer, ethischer), aber auch gesellschaftlich-kultureller (z.B. politischer, sozialpsychologischer, religiöser) Perspektiven. Unter dem Stichwort „Integrative Bioethik“ geht es um gleichzeitig methodologische wie anwendungsbezogene Grundfragen bioethischer Theorie und Praxis, die im Blick auf einen ebenso nicht-reduktionistischen wie ergebnisorientierten Dialog aller betroffenen Perspektiven zu bearbeiten sind. Das Projekt ist aus einer Kooperation mit vier südosteuropäischen Universitäten hervorgegangen, zu der inzwischen die Akademien für Politische Bildung (Tutzing) sowie die Katholische Universität Eichstätt und die Katholische Privatuniversität Linz hinzugekommen sind. Verantwortlich für das Projekt seitens der Partnereinrichtungen sind: Prof. Dr. Thomas Sören Hoffmann (Hagen), Prof. Dr. Hrovje Juric (Zagreb), Prof. Dr. Valentina Kaneva (Sofia), Dr. Marcus Knaup (Hagen), Prof. Dr. Theodoros Penolidis (Thessaloniki), Prof. Dr. Stavroula Tsinorema (Rethymno, Kreta), Dr. Michael Spieker (Tutzing), Prof. Dr. Markus Rothhaar, Prof. Dr. Michael Fuchs (Linz). Nähere Informationen, insbesondere zu den regelmäßig durchgeführten Sommerschulen.

Broschüre: Zehn Jahre Integrative Bioethik an der FernUniversität in Hagen (2009-2019) (PDF 3 MB).

Internationaler Hegelianismus 1831-1914

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In diesem Projekt geht es um die Erforschung ethischer, juridischer, sozialreformerischer und politischer Anstöße, die nach dem sogenannten „Ende des Deutschen Idealismus“ 1831 aus der Hegelschen Philosophie heraus de facto in weltweitem Maßstab wirksam geworden sind. Untersucht wird sowohl die europäische wie die außereuropäische Hegel-Rezeption im 19. Jhd., wobei ein Schwerpunkt auf der praktischen Philosophie Hegels liegt. In den weiteren Kontext dieses Forschungsschwerpunkts gehört auch der Aufbau des Deutsch-lateinamerikanischen Forschungs- und Promotionsnetzwerks FILORED.


Dr. Klaus Honrath

Einführung in die Wirtschaftsphilosophie

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Das Projekt soll der Herausgabe eines neuen Studienbriefs dienen, der die Ökonomie als Moment der Entfaltung der Freiheit des Menschen darstellt. Es soll einen geschichtlichen Teil als Geschichte der (Volks)Wirtschaftslehre seit der Antike enthalten, aber auch vor allem einen systematischen Zugang eröffnen in das Denken in wirtschaftlichen Kategorien und seine logischen Voraussetzungen. Hier soll eine philosophische Reflexion auf eine Urbedingung menschlichen (Zusammen)Lebens durchgeführt werden. Einerseits soll die geschichtliche Gewordenheit der Leitvorstellungen des Wirtschaftens als eines Versuchs, die Bedingungen des menschlichen Lebens aus seiner Eingebundenheit zu einem freien Selbstentwurf umzugestalten, darstellt werden, dann aber auch die Notwendigkeit der Entfaltung dieses so orientierten Denkens als eines Momentes der Freiheit aufzeigt werden, wobei zugleich aber auch die Gefahr einer Vereinseitigung und damit der Grenzen dieses Denkens deutlich werden soll.

Die ökonomischen Lehren der Deutschen Romantik

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Gegen die oft unreflektierte Dominanz ökonomischer Lehren aus dem angelsächsischen Bereich sollen die theoretischen Bemühungen um einen eigenständigen Zugang zu wirtschaftswissenschaftlichen Fragestellungen zu Beginn des 19. Jahrhundert im Deutschen Sprachraum wieder ins Gedächtnis gerufen werden. Dabei soll deutlich werden, dass die verbreitete Einseitigkeit der herrschenden Lehre den Blick auf mögliche andere Fragestellungen und damit auch Lösungen in bezug auf das Wirtschaften in der heutigen Zeit globaler Krisen verstellt. Der in Vergessenheit geratene Standpunkt der Romantik kann hier für heutige Problemlagen durchaus seine Fruchtbarkeit zeigen.


Dr. Marcus Knaup

Gewachsenes und Gemachtes

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Das Habilitationsprojekt trägt den Arbeitstitel „Gewachsenes und Gemachtes. Eine naturphilosophisch-ethische Studie“. Mit der Frage nach dem Verhältnis des Menschen zu sich selbst, zur Natur und zur Technik, wird eine Grundfrage philosophisch-ethischer Reflexion aufgegriffen, die durch die aktuellen Biowissenschaf- 3. Forschung 18 ten besondere Aktualität und gesellschaftlich-politische Relevanz erlangt hat. In besonderer Weise wird er sich mit der noch jungen Disziplin der Synthetischen Biologie auseinandersetzen, die spätestens seit der synthetischen Herstellung eines Genoms im Labor von Craig Venter auch gesellschaftliche Aufmerksamkeit erlangt hat. Er stellt u. a. die Frage, inwieweit wir in die genetische Ausstattung eines Lebewesens eingreifen dürfen, wie sich vor dem Hintergrund der Laborperspektive das Verhältnis von Gewachsenem und Gemachtem darstellt und was wir mit den Begriffen „Leben“ und „Lebewesen“ meinen.

Leiblichkeit und medizinethische Fragen

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Durch die Möglichkeiten der modernen Medizin erhält die Frage, in welchem Verhältnis wir zu unserem Leib und zum Leib des Anderen stehen, eine neue Aktualität und Brisanz: So ist es heute z.B. möglich zu entscheiden, ob, wann und wie viele Kinder ein Paar bekommen soll. Für diejenigen, die mit ihrem Äußeren oder auch mit ihren Organen nicht zufrieden sind, gibt es Schönheitsoperationen und Transplantationen. Und im Hinblick auf menschliches Leiden, Schmerzen, Behinderungen und das Sterben des Menschen wird die Frage gestellt, ob wir uns selbst „entleiben“ dürfen. Ist es zu begrüßen, wenn operative Korrekturen am Äußeren vorgenommen werden, um dem eigenen Schönheitsideal zu entsprechen? Wenn Erbkrankheiten von vornherein vermieden und kranke Organe ausgetauscht werden? Oder gibt es Grenzen im Umgang mit unserem Leib, den wir im Unterschied zu unserem Körper nicht einfach haben können? Wie können diese, falls es sie gibt, bestimmt werden? Und welche Konsequenzen hat es für das Selbstverständnis der Medizin sowie unsere Sicht des Menschen, wenn wir uns als Gemachte und nicht länger als Gewordene verstehen? Eine Frucht dieses Forschungsprojektes ist der Sammelband M. Knaup und M. Hähnel (Hg.): Leib und Leben. Perspektiven für eine neue Kultur der Körperlichkeit, Darmstadt: Wiss. Buchgesellschaft 2013.

Erschließung des philosophischen Erbes Edith Steins

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Die Husserlschülerin Edith Stein (1891-1942) gehört zu den herausragenden Persönlichkeiten des zurückliegenden 20. Jahrhunderts. Es ist daher sehr erfreulich, dass 2014 die 27 Bände umfassende Edith-Stein-Gesamtausgabe (ESGA, Herder Verlag, Freiburg 2000-2014) abgeschlossen werden konnte. Die Gesamtausgabe bezeugt die große Bandbreite der von Edith Stein behandelten Sachfragen, ihre spekulative Kraft wie geistliche Vertiefung, ihre Offenheit für philosophische Probleme, ihre originellen wie detaillierten Untersuchungen, um so die „Sachen selbst“ in den Blick zu bekommen, und nicht zuletzt die Aktualität ihres Denkens für die gegenwärtigen philosophischen Diskurse. Über den Bereich der universitären Philosophie und Theologie hinaus wird Steins Bemühen, einen Dialog zwischen der Phänomenologie und dem Denken des Thomas von Aquin zu führen, geschätzt. Derzeit arbeiten über 40 Stein-Forscher aus verschiedenen Ländern und Generationen an einem Edith-Stein-Lexikon (ESL), welches das denkerische Erbe Edith Steins, ihre philosophiegeschichtliche wie systematisch-phänomenologische Bedeutung, weiter erschließen soll. Die einzelnen Artikel des ESL sollen auf der Basis der ESGA bedeutsame Termini Steins im Hinblick auf ihre gesamte Schaffensphase vorstellen und erläutern. Herausgegeben wird das ESL von Prof. Dr. Harald Seubert (Basel) und Dr. Marcus Knaup (Hagen). Den Herausgebern steht ein Redaktionsteam zur Seite. Dieses besteht aus Frau Prof. Dr. Hanna-Barbara-Gerl-Falkovitz (Heiligenkreuz), Dr. Martin Hähnel (Eichstätt) und René Raschke, M.A. (Meißen).


Dr. Fernando Moledo

Kant und das moralische Bewusstsein. Eine Untersuchung von Kants Lehre des Faktums der reinen Vernunft

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Das 2015 – 2017 von der Fakultät für Philosophie und Philologie an der Universität Buenos Aires geförderte Projekt beabsichtigte eine umfassende Untersuchung der kantischen Lehre des „Faktums der reinen Vernunft“ zu unternehmen. Dabei wurden der Fragen nachgegangen: worin genau besteht - laut Kant - das Faktum der reinen Vernunft? Wie verhält sich das Sittengesetzt zum Bewusstsein und Gefühl? Welche Rolle spielt die Lehre des Faktums der reinen Vernunft hinsichtlich der Frage nach einer Rechtfertigung der Gültigkeit des kategoriechen Imperativs und daher der Metaphysik der Sitten? Ist überhaupt die Lehre des Faktums der reinen Vernunft mit der in der Grundlegung zur Metaphysik der Sitten gelieferten Deduktion der Gültigkeit des kategorischen Imperativs in Einklang zu bringen?

Neuzeitliche Menschenwürdekonzemptionen in Ethik und Recht bis zu Kant

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Das Habilitationsproject schließt eine derzeit bestehende empfindliche Lücke bezüglich der Geschichte des Begriffs „Menschenwürde“ und seiner Funktion sowohl für die Rechtsordnung wie auch für das (moralische) Selbstverständnis des Menschen. Das Projekt soll mit einer Systematisierung des Begriffs Menschenwürde und seines Gebrauchs in der italienischen Renaissance ansetzen und untersucht dann vor allem sowohl die spanische Spätscholastik wie das frühzeitliche Naturrechtsdenken in seiner ganzen Breite. Für die Entwicklung auf dem Weg zu Kant wird ein Schwerpunkt auf Pufendorf gelegt, aber auch die „Abwesenheit“ des Würdebegriffs in der Leibniz-wolffschen Schulphilosophie untersucht und bewertet. Vor dem Hintergrund der so erzielten Ergebnisse wir der Kantische Würdebegriff (neu) in seinem konkreten Profil evaluiert dargestellt.

Helge Köttgen | 01.07.2020