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Profil

Die Strukturen, Prozesse und Akteure von privatwirtschaftlichen, staatlichen und anderen Organisationen wie etwa Gewerkschaften stehen im Mittelpunkt der Lehr- und Forschungstätigkeit des Lehrgebiets Soziologie III. Organisationen sind ein wichtiges Phänomen moderner Gesellschaften. Ihre Analyse verdeutlicht einerseits die Besonderheiten der Gegenwartsgesellschaft – insbesondere, wenn man die Zusammenhänge von Organisationen und gesellschaftlichen Institutionen betrachtet. Andererseits setzt sie sich mit grundlegenden sozialen Phänomenen im Kontext von Organisation auseinander – etwa mit Kommunikation, Interaktion, Entscheidungen, Wissenstransfer, Identitätsbildung und Institutionalisierung. Zentrale Forschungsfragen lauten dabei: Wie entsteht soziale Ordnung in Organisationen? Wie funktionieren Organisationen? Wie schlagen sich gesellschaftliche Prozesse in organisatorischen Strukturen und Prozessen nieder? Wie beeinflussen, umgekehrt, organisationale Strukturen und Prozesse diejenigen von Gesellschaften und die Menschen, die in Organisationen tätig oder in Kontakt mit ihnen sind? Welche Bedeutung haben soziale Differenzierungen – zum Beispiel Geschlechterdifferenzen – in Organisationen und wie kommen sie zustande?

Diese Fragen werden im Lehrgebiet Soziologie III in verschiedenen Feldern von Arbeit und Organisation untersucht, zum Beispiel mit Blick auf Entscheidungsprozesse in der polizeilichen Ermittlungsarbeit oder in der Personalauswahl von Organisationen, mit Blick auf Organisationsberatung, Dienstleistungsarbeit und die Arbeit von Managern und Betriebsräten sowie mit Blick auf Fragestellungen der Frauen- und Geschlechterforschung. In der empirischen Organisationsforschung werden im Lehrgebiet Soziologie III vorwiegend qualitative Methoden eingesetzt – etwa Inhaltsanalyse, Grounded Theory und hermeneutische Wissenssoziologie.

Diese Schwerpunkte werden auch in der Lehre vermittelt. Das Lehrgebiet möchte Werkzeuge zur Analyse von Organisationen vermitteln: Es möchte zeigen, wie Organisationen aus soziologischer Perspektive betrachtet werden können, es möchte zum Umgang mit unterschiedlichen Theorien über Organisationen befähigen und eine Einführung und Anleitung zum Arbeiten mit qualitativen Methoden geben. Die Lehrinhalte knüpfen an die empirische Forschung des Lehrgebiets und sind von ihr unterfüttert. Die theoretische Perspektive, die dabei eingenommen wird, liegt im ‚interpretativen Paradigma’, vor allem in der wissenssoziologischen, strukturations- und praxistheoretischen Fundierung der Analyse von sozialen Phänomenen.

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