Die Superrechner von morgen

Um die Technik der Zukunft ging es auf dem PARS-Workshop 2017 an der FernUniversität. Zwei Tage lang konnten sich Informatikerinnen und Informatiker über ihre Projekte austauschen.


Prof. Jörg Desel, Prof. Keller und Prof. Ungerer im Portrait
Der Dekan der Fakultät für Mathematik und Informatik Prof. Jörg Desel (li.) und Prof. Keller (Mitte) freuten sich, Prof. Ungerer als Gast an der FernUniversität begrüßen zu dürfen. (Foto: FernUniversität, Pressestelle)

„Es ist wie ein Rüstungswettlauf im Moment“, beschreibt Prof. Dr. Theo Ungerer die weltweite Konkurrenz von Akteuren wie China, den USA oder der EU um die Entwicklung neuer „Superrechner“. Der Informatiker von der Universität Augsburg war einer von rund 30 Gästen auf dem PARS-Workshop 2017 an der FernUniversität in Hagen. Derzeit forscht Prof. Ungerer im Rahmen der europäischen Initiative „EuroLab-4-HPC“ zu Hochleistungsrechnern. In seinem Vortrag stellte er die Frage: „Wie sehen Rechner in 10 Jahren aus?“

Workshop über zwei Tage

Zwei Tage lang konnte sich die PARS-Fachgruppe der Gesellschaft für Informatik Anfang Mai über solche und andere Themen aus den Feldern der Parallel-Algorithmen, -Rechnerstrukturen und -Systemsoftware austauschen. Dabei ging es nicht ausschließlich um leistungsstarke Spezialrechner. Besprochen wurden auch neue Konzepte, die beispielsweise in Smartphones oder im Straßenverkehr zum Einsatz kommen könnten. Zudem wird von der PARS regelmäßig ein Nachwuchspreis verliehen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler konnten im Vorfeld des Workshops ihre Beiträge einreichen.

Der Referent Rainer Gerhards trägt vor und gestikuliert.
Rainer Gerhards stellte sein gemeinsames Forschungsprojekt mit Prof. Keller vor, in dem es um Energieeffizienz ging. (Foto: FernUniversität, Pressestelle)

Viele gute Einsendungen

„Ich freue mich, dass wir viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben und auch zahlreiche wirklich gute Einsendungen hatten“, sagte Prof. Dr. Jörg Keller, Leiter des Lehrgebiets Parallelität und VLSI an der FernUniversität, bei der Begrüßung der rund 30 Gäste. Seit sieben Jahren ist er der Sprecher der Fachgruppe. Zudem arbeitet Prof. Keller selbst an einem themenbezogenen Forschungsprojekt: Gemeinsam mit Rainer Gerhards, Wissenschaftliche Hilfskraft im Lehrgebiet, versucht er neue Wege zu finden, die Energiekosten für Parallelplattformen zu minimieren.

Den Nachwuchspreis wurde dieses Jahr an Nicolas Berr von der RWTH Aachen verliehen. In seiner Masterarbeit, die auch an der FernUniversität entstanden ist, entwickelte er erstmalig einen Ansatz, der die Laufzeiten von sogenannten PRAM/Fork-Programmen deutlich reduziert. So können parallele Algorithmen schneller als bisher auf ihre Effizienz hin geprüft werden.

Benedikt Reuse | 09.05.2017