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Aktuelles - August 2017

Aufklärung (nicht nur) von Raser-Unfällen durch Fahrdaten in Kraftfahrzeugen

Mehrere Autos fahren nebeneinander und offensichtlich schnell über eine mehrspurige Straße in dieselbe Richtung.
Welche Aufklärungsmöglichkeiten durch Fahrdaten in Kraftfahrzeugengibt es (nicht nur) bei Raser-Unfällen? Und wann werden aus rücksichtslosen Autofahrerinnen und Autofahrern gemeingefährliche Mörderinnen und Mörder? (Foto: Thinkstock, Artfully 79)

Über „Möglichkeiten der Aufklärung (nicht nur) von Raser-Unfällen durch Fahrdaten in Kraftfahrzeugen“ klärt Dr. Michael Weyde am Donnerstag, dem 31. August in einer Veranstaltung der Juristischen Gesellschaft Hagen e.V. auf. Sie beginnt um 17 Uhr im Senatssaal der FernUniversität in Hagen, AVZ-Gebäude, Raum B121, Universitätsstr. 21, 58097 Hagen. Interessierte Gäste sind herzlich willkommen.

In einem Impulsbeitrag spricht Prof. Dr. Osman Isfen (Lehrstuhl für Wirtschaftsstrafrecht und Strafprozessrecht an der FernUniversität) über „Raser-Fälle: Ab wann werden aus eigensüchtig-rücksichtslosen Autofahrern gemeingefährliche Mörder?“

Moderne Fahrzeuge haben diverse Sensoren an Board, die über Netzwerke mit Steuergeräten verbunden sind. Dabei tauschen sowohl die Sensoren mit den Steuergeräten als auch die Steuergeräte untereinander Informationen im Fahrzeug aus. Was im Ausgangspunkt als Mittel zur Erhöhung der Sicherheit im Verkehr sowie zu mehr Komfort an Bord gedacht ist, wird spätestens dann Gegenstand vielfältiger Fragestellungen, wenn diese auslesbaren Daten nach Verkehrsunfällen zur Rekonstruktion des Geschehens herangezogen und letztlich auch den Ermittlungsbehörden zur Verfügung gestellt werden. So können beispielsweise nach Raser-Unfällen, wie sie medial in letzter Zeit Schlagzeilen gemacht haben, die tatsächlichen Ausgangsgeschwindigkeiten nachgewiesen werden. Wie man an diese Daten herankommt, welche Daten überhaupt zu erwarten sind und wie genau diese sind, wird in dem Vortrag detailliert dargestellt.

Dr. Michael Weyde (Ingenieurbüro Priester & Weyde, Berlin), Jahrgang 1969, studierte Allgemeinen Maschinenbau in Berlin. Er ist seit 2004 als Sachverständiger für Straßenverkehrsunfälle sowie für die Auswertung von Unfalldatenspeichern von der IHK Berlin öffentlich bestellt und vereidigt. Unter anderem wirkte er als Gutachter im .Berliner-Raserfall" mit, bei dem die Angeklagten wegen Mordes verurteilt wurden.

Prof. Dr. Osman Isfen, Jahrgang 1977, ist seit August 2016 Inhaber des Lehrstuhls für Wirtschaftsstrafrecht und Strafprozessrecht an der FernUniversität. Den „Hagener-Raserprozess" verfolgte er vor Ort und berichtete darüber prozesstäglich auf seinem Blog.

Gerd Dapprich | 15.08.2017
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