Kolloquium

Thema:
Devotion unter Verdacht. Der Dargah von Ajmer zwischen sufistischer Tradition und britischer Kontrolle
Referent/-in:
Ute Kemmerling, Hagen
Adresse:
FernUniversität, Universitätsstraße 37, Gebäude 11, Raum D1005
Sofern Sie an einer TN per Zoom interessiert sind, wenden Sie sich bitte an karin.gockel@fernuni-hagen.de
Termin:
03.11.2026 18:00 Uhr

Der Dargah (Schrein) des Sufi-Gelehrten Muinuddin Chishti in Ajmer im Nordwesten von Indien zählt zu den bedeutendsten sufistischen Pilgerorten Südasiens: damals (wie heute) für Muslime ein Ort unbestrittener religiöser Autorität — für die britische Kolonialadministration (1818–1947) hingegen zunächst ein Schauplatz volkstümlicher Frömmigkeit, dem man mit distanzierter Toleranz begegnete. Die Mutiny von 1857 veränderte diese Wahrnehmung grundlegend: Die indischen Muslime gerieten fortan unter Generalverdacht, gegen die Kolonialmacht zu konspirieren. Die Schreinanlage in Ajmer mit ihrer weitreichenden Anziehungskraft auf Pilger aus dem islamischen Raum Indiens und ihrer besonderen Bedeutung für die muslimische Gemeinschaft stand dabei zunehmend im Fokus kolonialer Beobachtung.

Die Promotionsarbeit fragt, wie die britische Kolonialverwaltung Einfluss auf den Ort sowie Kontrollversuche auf das religiöse Geschehen ausübte. Inwiefern der Verdacht der Vernetzung und des Widerstands der muslimischen Gemeinschaft in Ajmer gerechtfertigt war, ist dabei ebenso Gegenstand der Untersuchung.

Karin Gockel | 07.10.2026