Buch und Spruch: Wertigkeiten von Mündlichkeit in einer zunehmend verschriftlichten Lebenswelt im späten Mittelalter

Thema:
Buch und Spruch: Wertigkeiten von Mündlichkeit in einer zunehmend verschriftlichten Lebenswelt im späten Mittelalter
Veranstaltungstyp:
Onlineveranstaltung
Semester:
Sommersemester 2027
Zielgruppe:
BA KuWi: Modul 25202/G2; Modul 25203/G3; MA GeEu: Modul 26201/I; Modul 26203/III; Modul 26205/V;
Ort:
Online
Adresse:
Zoom
Termin:
14.04.2027 bis
23.06.2027
Zeitraum:
14.04./ 28.04./ 12.05./ 26.05/ 09.06./ 10.06. und 23.06.2027
jeweils von 18 - 21 Uhr
(von den sechs Terminen müssen Sie bei mindestens vier anwesend sein, damit Ihnen eine Präsenzveranstaltung im Sinne der Studienordnung bescheinigt werden kann)


Leitung:
Prof. Dr. Felicitas Schmieder
Anmeldefrist:
14.01.2027 - 14.03.2027
Anmeldung:
Online-Anmeldung - nach Freischaltung unten möglich
Auskunft erteilt:
Christiane Eilers B.A., Sekretariat Schmieder
E-Mail: sekretariat.schmieder
Telefon: +49 2331 987-4752
Hinweis:
Veranstaltung wird als Seminar im Sinne der Studienordnung anerkannt. Es wird eine Teilnahmebescheinigung ausgestellt.

Buch und Spruch

(von den sechs Terminen müssen Sie bei mindestens vier anwesend sein, damit Ihnen eine Präsenzveranstaltung im Sinne der Studienordnung bescheinigt werden kann)

Vormoderne Kommunikation fand viel weniger als moderne in schriftlicher Form statt; Mündlichkeit und Körpersprache/ rituelle, non-verbale Verständigung war wesentlich wichtiger für die Zeitgenossen als für uns heute. So weit, so bekannt. Doch während sich die Forschung der vergangenen Jahre und bald Jahrzehnte mit dem Niederschlag non-verbaler Kommunikation in unseren Schrift- und Sachzeugnissen beschäftigt hat, ist man sich meist einige: Ja, viele wichtige Dinge wurden mündliche ausgehandelt, aber darauf haben wir nun mal keinen Zugriff mehr. Zweifellos. Aber darüber zur Tagesordnung überzugehen, ist hochproblematisch. Mündlichkeit wurde absichtsvoll eingesetzt, obwohl man schreiben konnte, hochwichtige Verhandlungen wurden mündlich durchgeführt und nie auch nur im Ergebnis protokolliert, weil man sie nicht festhalten wollte, weil man die höhere Flexibilität der Mündlichkeit zu schätzen wusste – weil nicht nur Schrift, sondern auch Mündlichkeit eine ausgefeilte, eingeübte, bewusst eingesetzte Kulturtechnik war. Auch wenn wir auf das, was gesprochen wurde, schlicht keinen Zugriff mehr haben, können wir sehr oft festhalten, nicht nur dass gesprochen wurde, sondern dass absichtlich nur gesprochen wurde. Diese Fälle gilt es aufzusuchen, mit ihnen gilt es sich zu beschäftigen.

Was eher wie ein Forschungsprogramm klingt als wie ein Seminarplan, wollen wir uns an Beispielen ansehen und bei Quellenlektüre auffinden, und wir wollen geeignete Literatur danach durchforsten, wie man mit dieser so wichtigen und zugleich so verlorenen absichtsvollen Mündlichkeit als Historiker*in umgehen könnte.

Zur Vorbereitung empfohlene Literatur:

Felicitas Schmieder: Buch und Spruch – Funktionen von Mündlichkeit des “Magdeburger Rechts” in Mitteleuropa, in: Dendorfer, Jürgen/ Schäfer, Frank L. (Hg.), 900 Jahre Stadt Freiburg, 500 Jahre Stadtrechtsreformation: Ergebnisse, Kontexte und offene Fragen der Stadtrechtsgeschichte, Berlin 2024, 71-89