Die Dynastie erhalten. Die Wittelsbacher im 18. und 19. Jahrhundert.

Thema:
Die Dynastie erhalten. Die Wittelsbacher im 18. und 19. Jahrhundert.
Veranstaltungstyp:
Präsenzveranstaltung
Zielgruppe:
BA KW: Module 25203, 25205
MA GeEu: Module 26201, 26205, 26206
Ort:
Das Seminar musste leider abgesagt werden
Adresse:
Campus München
Termin:
18.11.2022 bis
19.11.2022
Zeitraum:
18.11.2022 von 16 - 20 Uhr
19.11.2022 von 9:30 - 17:30 Uhr
Leitung:
Dr. Julia Breittruck
Anmeldefrist:
18.08.2022 - 16.10.2022
Anmeldung:
Online-Anmeldung - nach Freischaltung unten möglich
Auskunft erteilt:
Christiane Eilers, B.A., Sekretariat Schmieder , E-Mail: sekretariat.schmieder , Telefon: +49 2331 987-4752

Die Dynastie erhalten. Die Wittelsbacher im 18. und 19. Jahrhundert

‚Haus Bayern‘ und ‚Haus Wittelsbach‘ werden bis heute fast synonym gebraucht. Doch diese Annahme einer „Verbindung von Land und Dynastie“ (Immler, Gerhard: Die Wittelsbacher. Darmstadt 2013, S. 6) kann man nicht gänzlich unhinterfragt stehen lassen. Sie ist unter anderem einem Zusammentreffen von dynastischer Planung, biologischem Zufall sowie persönlichem Scheitern bzw. Taktieren Einzelner im späten 18. Jahrhundert geschuldet.

Zunächst standen sich die verzweigten Linien des Hauses Wittelsbach feindlich gegenüber. Dies änderte sich mit dem erneuerten Verständnis eines wittelsbachischen Gesamthauses, der Hausunion von 1724 zwischen Max Emanuel von Kurbayern und Karl Philipp von der Kurpfalz. Zum Ausbau ihrer dynastischen Macht und Nachfolgesicherung beschlossen sie ein gemeinsames Vorgehen. 1777 trat der Erbfall zugunsten von Kurfürst Karl Theodor von Neuburg-Sulzbach ein, der sodann Herr über alle Wittelsbacher Territorien bis auf Zweibrücken wurde.

Ein bayerisches Staatsbewusstsein bildete sich in Opposition gegen die Tauschpläne aus, die Karl Theodor (grob gesagt: Bayern gegen die Österreichischen Niederlande) hegte. Einen weiteren Baustein zur ‚Verbindung von Land und Dynastie‘ legte sodann das politische Handeln der Nachfolger Karl Theodors, die Wittelsbacher Linie Zweibrücken-Birkenfeld. Durch biologische Fügung und durch persönliches Taktieren einzelner Adliger sowie der zweiten Ehefrau Karl Theodors trat Ende des 18. Jahrhunderts Zweibrücken-Birkenfeld mit Max Joseph die Erbfolge an und hatte viele Sympathien (und die männlichen Nachkommen) auf seiner Seite. Max Joseph handelte mit den Franzosen 1806 ein ‚Königreich Bayern‘ aus. Im 19. Jahrhundert richteten die Könige Ludwig I. und Max II. Bildung und Geschichtsdenken der bayerischen Öffentlichkeit auf einen einigen bayerischen Staat aus, auch um ihre eigene, schwindende Legitimität zu rechtfertigen.

Auch wenn die bayerischen Monarchen im Lauf des 19. Jahrhunderts tatsächlich durch ihre Ministerien immer mehr eingehegt wurden und die Dynastie an Handlungsmacht einbüßte, so blieb doch die Verehrung der Wittelsbacher als Bayerns Herrschergeschlecht auch im 20. und 21. Jahrhundert erhalten und glänzt nicht zuletzt durch tragische Figuren wie Ludwig II..

Wir wollen uns im Rahmen der PV einigen Aspekten und Eckpunkten der Dynastieerhaltung der Wittelsbacher im 18. und 19. Jahrhundert vor Ort in München widmen. Die Veranstaltung findet teils in den Räumen des Campus in München, teils im Stadtraum statt.

Mit der Teilnahme an der Präsenzveranstaltung verpflichten Sie sich zur Übernahme eines Beitrages. Themen, Vorbereitungslektüre und Zeitplan werden über der entsprechenden Moodle-Plattform bekanntgegeben. Bitte melden Sie sich bei Interesse für ein Kurzreferat oder einen anderen Beitrag bei Dr. Julia Breittruck (julia.breittruck).

Einstiegslektüre:

Körner, Hans-Michael: Die Wittelsbacher. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart. 2. Aufl., München 2015.