Projekt

Projekt Hagener Köpfe: Industrialisierungsgeschichte als Familiengeschichte (Interviewprojekt)

Projektleitung:
Eva Ochs
Status:
laufend
Laufzeit:
2020
fördernde Einrichtungen:
Stadt Hagen und Regionalverband Ruhr

Die Industrialisierungsgeschichte des Ruhrgebiets war im 19. Jahrhundert geprägt von Unterneh-mensdynastien. Auch mittelständische Pioniere wie Friedrich Harkort oder Wilhelm Funcke in Hagen wollten ihr Werk an ihre Nachkommen weitergeben. Die spezifische Verbindung von Familie und Unternehmen bot Konfliktstoff, sorgte aber auch für Kontinuität und Vertrauen. Neben der bedeutenden Hagener Familie Harkort, deren Ahne Friedrich Harkort (1793-1880) als „Vater des Ruhrgebiets“ gilt, prägten zahlreiche weitere Unternehmerfamilien wie Elbers, Post oder Osthaus die Entwicklung von Hagen und der Region. Die Spuren sind bis zum heutigen Tag sichtbar. Sie waren nicht nur als Arbeitgeber präsent, sondern auch als KunstmäzenInnen und FördererInnen sozialer Einrichtungen. Über die Grenzen des Ruhrgebiets hinaus bekannt sind vor allem die Familien Osthaus und Harkort, die mit dem Hohenhof und dem Haus Harkorten auch wichtige architekturgeschichtliche Marksteine hinterlassen haben.

Die heute noch lebenden Nachfahren der Hagener Unternehmerfamilien können Auskunft geben über die spezifische Verbindung von Familien- und Firmengeschichte in einer Industriestadt wie Hagen, aber auch über Lebenswelten und Erinnerungskulturen.

Ziel und Verwertung

Das Ziel dieses Projekts ist das Anlegen einer Sammlung lebensgeschichtlicher Video-Interviews mit zunächst fünf Nachfahren von Hagener Industriellenfamilien. Die Interviews werden vom Institut für Geschichte und Biographie der FernUniversität in Hagen durchgeführt und im dazugehörigen Archiv Deutsches Gedächtnis archiviert sowie als Online-Bestand mit dem Stadtarchiv Hagen verlinkt. Das Institut für Geschichte und Biographie kann hier seine Kernkompetenz, die Durchführung, Aufberei-tung, Archivierung und Edition lebensgeschichtlicher Interviews einbringen.

Kooperation

Die geplante Kooperation der FernUniversität in Hagen mit dem Stadtarchiv Hagen, der Denkmal-schutzbehörde der Stadt Hagen und den Hagener Heimat- bzw. Geschichtsvereinen soll die Interviews in einen größeren historischen Kontext setzen, den gesellschaftlichen Wissenstransfer verstärken sowie wissenschaftliche und kulturelle Aktivitäten für das 100-jährige RVR-Jubiläum bündeln.

Eva Engelhardt | 13.08.2021