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Archiv „Deutsches Gedächtnis“

Im „Deutschen Gedächtnis“ werden subjektive Erinnerungszeugnisse aller Art archiviert: Ton- und Videointerviews mit Zeitzeugen, Briefe, Fotos, Tagebücher, Biographien, Autobiographien u.ä. Materialien aus eigenen Projekten bilden den Grundbestand, der inzwischen durch Forschungen Dritter, aber auch durch Zusendungen einzelner biographischer Dokumente vielfältig ergänzt werden konnte. Außerdem verfügt das Archiv über eine umfangreiche Bibliothek.

Sammlungen

Zur Zeit werden etwa 2 700 lebensgeschichtliche Interviews mit Männern und Frauen aus Ost- und Westdeutschland archiviert, davon etwa 500 als Videointerviews. Die ältesten Interviews wurden Anfang der 80er Jahre geführt. Der Bestand wächst seither ständig. Besondere Schwerpunkte sind Interviews mit Betriebsräten, Gewerkschaftern und Gewerkschafterinnen, mit Flüchtlingen und Menschen mit traumatischen Erfahrungen wie KZ- oder Lagerhaft, nationalsozialistische oder stalinistische Verfolgung, Verschleppung u.a. sowie Interviews aus der DDR.
Außerdem werden schriftliche Dokumente archiviert, zur Zeit etwa 1000 (Auto-)Biographien, Tagebücher und Briefe, darunter Teile des „Kempowski-Archivs“, sowie eine Sammlung von 75 000 Schulaufsätzen aus den 50er Jahren zu sozialen und gesellschaftspolitischen Themen, das sogenannte „Roeßler-Archiv“.

Grundsätzliches zur Archivierung

Die Interviews stammen überwiegend aus Forschungsprojekten des Instituts für Geschichte und Biographie, aber auch aus Forschungen Dritter, die auf diese Weise die von ihnen erhobenen und ausgewerteten Interviews zur Überprüfung ihrer Ergebnisse und für weitere Forschungen zugänglich machen wollen.
Die Interviews sind fast alle transkribiert, so dass neben Ton- bzw. Videokassetten auch Textausdrucke bzw. Dateien zur Verfügung stehen. Soweit das qualitative Datenmaterial dies zulässt, sind sowohl die Interviews als auch die schriftlichen und bildlichen Dokumente über eine elektronische Datenbank erschlossen.

Archivnutzung

Das Archiv kann für Forschung, Lehre und Bildung genutzt werden. Nach Absprache können die Dokumente – in anonymisierter Form – vor Ort eingesehen werden.
Außerdem bemüht sich das Archiv um eine ständige Erweiterung seines Bestandes. Wenn Sie schriftliche oder bildliche „Erinnerungszeugnisse“ besitzen oder im Rahmen eigener Forschungen biographische Interviews geführt haben, die Sie dem "Deutschen Gedächtnis" überlassen wollen, wenden Sie sich bitte an Dr. Almut Leh, die Leiterin des Archivs: almut.leh@fernuni-hagen.de

Bibliothek

Die Präsenzbibliothek verfügt über einen Bestand von über 5000 Büchern und Zeitschriften zu zeitgeschichtlichen Themen. Diese können nach Absprache während der Öffnungszeiten des Instituts von Besuchern genutzt, jedoch nicht entliehen werden.

Ein Schwerpunkt der Bibliothek liegt auf Biographien, Autobiographien und biographischen Untersuchungen. Ein weiterer auf Veröffentlichungen zu Kaiserreich, Weimarer Republik, Nationalsozialismus, Geschichte der BRD, DDR, Beziehungen Ost-Westdeutschland. Bücher zur Geschichte der Deutschen Arbeiterbewegung, der Flüchtlinge und Vertriebenen, Frauen- und Geschlechterforschung, Regionalgeschichte, internationale Geschichte, Methoden der Geschichtswissenschaften und vieles mehr befinden sich hier. Die Bibliothek wird gerade neu geordnet und ständig ergänzt.

14.07.2011
FernUni-Logo FernUniversität in Hagen, Institut für Geschichte und Biographie, 58511 Lüdenscheid, Tel.: +49 2351-24580