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Aktuelles - Februar 2017

Die FernUniversität als Gastgeberin für das Diversity-Forum des Stifterverbands

Prof. Ada Pellert bei der Begrüßung
Herzlich Willkommen an der FernUni: Rektorin Prof. Ada Pellert stimmte rund 20 Teilnehmende von acht Universitäten auf das Diversity-Forum ein.

Was heißt es genau, Lehre diversitätssensibel zu gestalten? Und wie können die Möglichkeiten der Digitalisierung unterstützend genutzt werden? Diese Fragen standen jetzt im Mittelpunkt des Diversity-Forums des Stifterverbands für die Deutsche Wissenschaft. Gastgeberin war für zwei Tage die FernUniversität in Hagen. Der Veränderungsprozess an der Hagener Hochschule, der durch das Audit „Vielfalt gestalten“ angestoßen wird, wird durch Diversity-Foren des Stifterverbands begleitet. Diese ermöglichen einen kollegialen Austausch mit anderen Hochschulen, die zum gleichen Zeitpunkt das Auditierungsverfahren begonnen haben. So waren für das Diversity-Forum in Hagen rund 20 Teilnehmende aus insgesamt acht Hochschulen aus ganz Deutschland angereist, darunter vor allem Vertreterinnen und Vertreter der Hochschulleitungen und die jeweiligen Projektleitungen für das Audit.

Passendes Studiensystem für nicht-traditionelle Studierende

Rektorin Prof. Dr. Ada Pellert verdeutlichte in ihrer Begrüßung, dass die FernUniversität seit jeher ein passendes Studiensystem für die große Zielgruppe der nicht-traditionellen Studierenden hat. Das Audit bietet nun die Möglichkeit, den bewussten Umgang mit Vielfalt in Studium und Lehre zu professionalisieren. Die Gestaltung der Lehre soll unter der Berücksichtigung der Diversität qualitativ weiter entwickelt werden. Pellert hob hervor, dass durch die Digitalisierung viele Möglichkeiten geschaffen werden, das Lernen zu flexibilisieren und zu individualisieren. Um maßgeschneiderte Lösungen für Studierende zu schaffen, bedarf es indes eines bedachten Einsatzes von E-Learning-Werkzeugen.

Welche Bewegungen es an der FernUniversität in Richtung Diversitätssensibilität, Individualisierung und Digitalisierung bereits gibt, verdeutlichte Professor Uwe Elsholz. Unter dem Titel „Auf dem Weg zu einer diversitätssensiblen (Fern)Lehre“ veranschaulichte er den Teilnehmenden des Forums zentrale Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt „Ein fakultätsübergreifendes Konzept für die Studieneingangsphase Beruflich Qualifizierter“. Auch sprach er über die angestoßenen Entwicklungen im Rahmen des Diversitäts-Audits als wichtige Schritte, die die FernUniversität zur diversitätssensiblen Gestaltung der Lehre bereits gegangen ist. Ziel sollte es aus seiner Sicht sein, didaktische Anforderungen an eine moderne Fernlehre zu entwickeln, an denen sich die einzelnen Fächerkulturen nicht nur spiegeln können, sondern mit denen sie ihr eigenes Vorgehen auch überprüfen und anpassen können.

Aktuelle Trends und Tools

Am zweiten Tag zeigte Prof. Dr. Isabel Zorn, Technische Hochschule Köln, den Teilnehmenden aktuelle Trends und bereits bestehende Möglichkeiten der Digitalisierung an Hochschulen auf, die aus ihrer Sicht insbesondere für die Inklusion von Studierenden genutzt werden können. So stellte sie vor allem leicht einsetzbare, häufig schon vorhandene und einfach zugängliche Tools vor, die zur diversitätssensiblen Gestaltung der Lehre beitragen können (z.B. Screencasts, Lupe-App für Smartphone/Tablet, Spracheingabe und Übersetzung, Prüfungen über Adobe Connect). Sie plädierte dafür, dass die Hochschulen Strategien für die Digitalisierung entwickeln, damit die Studierenden nicht eigene, evtl. ausgrenzende Strategien entwickeln (beispielsweise per WhatsApp).

Die Teilnehmenden des Diversity-Forums diskutierten die vorgestellten Ansätze und die praxisnahen Beispiele zur Umsetzung von Diversitätssensibilität intensiv. Deutlich wurde hierbei, dass diversitätsgerechte Lehre verschiedene Ebenen umfasst (z.B. Studienorganisation, Didaktik) und in allen Studienphasen relevant ist. Einigkeit herrschte zudem vor allem darüber, dass Diversitätssensibilität maßgeblich die Qualität der Lehre erhöhen kann. Prorektor Prof. Dr. Sebastian Kubis, Leiter des Diversitäts-Audits an der FernUni, kam zu dem Fazit: „Der Umgang mit Vielfalt ist letztlich eine Frage der Haltung, die in die Gestaltung der Lehre einfließen sollte. Den Weg dahin müssen die Lehrenden und die einzelnen Fächerkulturen jedoch selbst bestreiten“.

Das nächste Mal treffen sich die beteiligten Hochschulen zu einem Erfahrungsaustausch im Sommer 2017 an der Universität Konstanz.

proe | 07.02.2017
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