Auf dem „Zenit der Freiheit“ angekommen

Seit dem 1. April ist Wolfgang Halang, Professor für Informationstechnik, im Ruhestand. Er wird aber auch weiter zum Campus kommen. Unter anderem betreut er noch mehrere Promotionen.


„Sie sind also auf dem ‚Zenit der Freiheit‘ angekommen!“ Dieser Erkenntnis von Prof. Dr. Ada Pellert wollte Prof. Dr. Dr. Wolfgang A. Halang keineswegs widersprechen, als die Rektorin der FernUniversität in Hagen ihm am 30. März die Urkunde zur Verabschiedung aus dem aktiven Dienst überreichte. Der Leiter des Lehrgebiets Informationstechnik in der Fakultät für Mathematik und Informatik war sich der grundsätzlichen beruflichen Freiheiten von Professorinnen und Professoren immer bewusst. Und ebenso der Tatsache, dass das Fernstudiensystem der Hagener Universität ihren Lehrenden noch ein wenig zusätzliche Flexibilität gewährt.

Prof. Wolfgang Halang wurde von Rektorin Prof. Ada Pellert und Dekan Prof. Jörg Desel in einen Ruhestand verabschiedet, der kein Ruhestand ist. (Foto: FernUniversität, Pressestelle)
Prof. Wolfgang Halang (Mitte) wurde von Rektorin Prof. Ada Pellert und Dekan Prof. Jörg Desel in einen Ruhestand verabschiedet, der kein Ruhestand ist. (Foto: FernUniversität, Pressestelle)

Im Ruhestand könnte sich Prof. Halang eigentlich ganz seinen Hobbys widmen. Das wird er aber nicht. Wolfgang Halang wird auch weiter auf dem Campus sein, wenn auch unregelmäßig. Er ist Vorsitzender von zwei Promotionskommissionen und betreut selbst noch mehrere Promotionsvorhaben. Nicht zuletzt müssen Bücher geschrieben werden, im April steht ein Doktorandenseminar im Schloss Dagstuhl – der Tagungsstätte der Gesellschaft für Informatik – an. Kurze Zeit später folgt eine Reise nach China, wo sein Lehrstuhl in einer Alexander-von-Humboldt-Institutspartnerschaft mit dem College of Science and Engineering der City University of Hong Kong zusammenarbeitete: „In China muss ein neuer wissenschaftlicher Kontakt gepflegt werden, zudem treffe ich fünf ‚Doktortöchter‘ wieder.“ So nennt Halang Nachwuchswissenschaftlerinnen, die er – wie auch zahlreiche Männer – als Doktorvater betreut hat. Zu ihnen gehören auch thailändische Promovendinnen.

Der Experte für IT-Sicherheit kam 1992 zur FernUniversität. Hier beschäftigte er sich schwerpunktmäßig mit im Echtzeitbetrieb arbeitenden eingebetteten Automatisierungssystemen, also mit Digitalrechnern, und entwickelte in diesem Zusammenhang großes Interesse für sicherheitsgerichtete elektronische Systeme und für IT-Sicherheit. Die Erfolge seiner Arbeit werden auch durch mehrere Patente dokumentiert.

Zu den weniger schönen Erinnerungen gehört, dass der Fachbereich Elektrotechnik und Informationstechnik seine Selbstständigkeit verlor und mit der Mathematik und der Informatik zu einer neuen schlagkräftigen Einheit, der Fakultät für Mathematik und Informatik, zusammengelegt werden musste. Letzter Dekan des Fachbereichs war Halang. Bis zu seinem Ruhestand war er Prodekan der Fakultät.

Halang wurde in Mathematik und in Informatik promoviert. Er arbeitete in der Industrie und war vor seinem Ruf nach Hagen Inhaber eines Lehrstuhls für Informationstechnik an der Reichsuniversität Groningen. In Rom und Maribor war er Gastprofessor.

Gerd Dapprich | 04.04.2017